St. Nikolaus (Nabburg)
Koordinaten: 49° 27' 12.67" N, 12° 11' 4.99" E
| St. Nikolaus (Nabburg) | |
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Ansicht der profanen Nikolauskirche von Osten (um 1900) | |
| Adresse: | Nikolaiweg 13 92507 Nabburg |
| BLfD-ID: | D-3-76-144-60 |
| Wahrscheinlich fehlt die Wikidata-Verknüpfung: Q41422130 (St._Nikolaus_(Nabburg)) | |

Die Kirche St. Nikolaus in Nabburg befindet sich in der so genannten „Venedig“, einem Stadtbereich von Nabburg in der Nähe des Flusses Naab. Das Bauwerk, eine Hallenkirche [1] mit drei Schiffen aus der Zeit der Romanik ist in Bayern sehr selten und von hoher kunsthistorischer Bedeutung.
Aus der Geschichte
Lage der Nikolauskirche
Die katholische Kirche St. Nikolaus in der Nabburger Vorstadt Venedig lag ursprünglich an wichtigen Handelsstraßen. Das Gotteshaus ist St. Nikolaus geweiht, der auch als Patron der Kaufleute und Reisenden gilt. Bereits im 10. Jahrhundert bestand hier eine Niederlassung von Kaufleuten [2], da hier wichtige Handelsstraßen durchführten. Der Raum Nabburg war im Mittelalter durch wichtige Fernstraßen gut erschlossen. Hier kreuzten zwei Altstraßen[3]. Die Magdeburger Straße war ein alter Fernweg, dessen Anfänge bis auf die Bronzezeit zurückreichen. Sie verband die Nord-Süd-Richtung und führte im 15. Jahrhundert von Nord- und Ostsee über Magdeburg, Eger, Mitterteich, Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab, Weiden, Luhe, Wernberg-Köblitz, Nabburg, Schwarzenfeld, Schwandorf, Burglengenfeld, Kallmünz, Regensburg, also der Naab folgend, nach Oberitalien[4].
Im Raum Nabburg kreuzte eine West-Ost-Verbindung die Magdeburger Straße. Von Amberg nach Nabburg verlief die aus Nürnberg kommende Straße auf zwei verschiedenen Routen[5]. Weiter führte sie von Nabburg, hier war wie in Schwarzenfeld ein Naabübergang, über Namsenbach, Mitteraich, Weidenthal, Trichenricht, Maximilianshof, Teunz, Schönsee, Dietersdorf nach Bischofteinitz in Böhmen[3]. Die Bezeichnungen „Saustraß“ (beim Maximilianshof)[3] und „Sautreibergasse“[3] zwischen Teunz und Schönsee deuten auf Viehtransporte hin, die diesen Weg nahmen.
Baugeschichte
Das Kirchengebäude diente ursprünglich als Lager im Erdgeschoss und als Kirche im Obergeschoss. Bei Grabungen in den Jahren 1964 bis 1966 legte man Relikte eines Vorgängerbaus frei. Das heutige Bauwerk entstand um die Mitte des 12. Jahrhunderts als Hallenkirche[6]. Nach der Säkularisation, also der Einziehung und Enteignung von Kirchengütern im Königreich Bayern durch den Staat in den Jahren 1802 und 1803 unter Kurfürst Maximilian IV. Joseph und seinem Minister Montgelas, erfolgte der Abbruch von Teilen des Kirchengebäudes. Das Bauwerk wurde in der Folgezeit privat als Scheune und Lagerhaus genutzt.
Heutige Nutzung
1910 kaufte der Bayerische Staat das Gebäude. Ab 1964 erfolgte eine Restaurierung der verbliebenen Gebäudeteile, 1970 erhielt das Bauwerk eine erneute kirchliche Weihe. Der schlichte Rechteckbau dient heute als Kriegergedächtnisstätte der Stadt Nabburg. Er wird für kirchliche sowie kulturelle Zwecke genutzt. Das Gebäude ist für die Öffentlichkeit meist nur an bestimmten Tagen, wie beispielsweise dem Nikolausmarkt, zugänglich.
Literatur
- Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V, Regensburg und Oberpfalz. Deutscher Kunstverlag, München 1991, ISBN 3-422-03011-5
- Georg Hager, Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Zweiter Band, Regierungsbezirk Oberpfalz und Regensburg, XVIII Bezirksamt Nabburg, München 1910
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Dietrich-Jürgen Manske, Untersuchungen zu früh-, hochmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fernwegen von Regensburg nach Franken und an den Main in Regensburg, Bayern und das Reich, Verlag Schnell & Steiner, 2010
Weblinks
- Bilder St. Nikolaus in Nabburg
- Kirchengebäude in der Oberpfalz
- Kirchengebäude im Landkreis Schwandorf
Einzelnachweise
- ↑ Georg Hager, Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Zweiter Band, Regierungsbezirk Oberpfalz und Regensburg, XVIII Bezirksamt Nabburg, S. 128
- ↑ Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V, Regensburg und Oberpfalz, S. 322
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 8
- ↑ Dietrich-Jürgen Manske, Untersuchungen zu früh-, hochmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fernwegen von Regensburg nach Franken und an den Main in Regensburg, Bayern und das Reich, Verlag Schnell & Steiner, 2010, S. 67
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 9
- ↑ Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V, Regensburg und Oberpfalz, S. 322