Mitteraich
Koordinaten: 49° 27' 42.30" N, 12° 15' 24.59" E
| Mitteraich | |
|---|---|
Mitteraich 2022 | |
| PLZ/Ort: | 92543 Mitteraich |
| Ortsvorwahl: | 09433 |
Mitteraich ist ein Ortsteil der Gemeinde Guteneck im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern.
Lage
Mitteraich liegt südlich des 567 Meter hohen Häuslberges in 300 Meter Entfernung von der Staatsstraße 2156 . Diese kommt von Nabburg und führt über Unteraich, an Trichenricht vorbei, zur B 22 nach Teunz. Von der Staatstraße führt eine Gemeindeverbindungsstraße zu dem Ortsteil. Mitteraich liegt am Zitterbach, der nördlich von Oberaich entspringt und südlich von Nabburg in die Naab mündet.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Siedlung ab, welche zwischen Oberaich und Unteraich an einem Eichenwald liegt.[1]
Geschichte
Mitteraich erscheint in den Urkunden des Kloster Speinshart 1239 als predium in Eiche. Mitteraich war noch im 18. Jahrhundert zum Kloster Speinshart zehentbar.[2] Am 28. September 1373 wird ein Hof zu Mittern Aich erwähnt den Heinreich der Murhar zu Haindorf besitzt, vorher saß Tonhausar darauf. Sie mussten den Zins jährlich zum Pfarrer nach Perschen reichen.[3]
1473 steuerten 6 Bauern zusammen 5 Schilling. Es werden die Familiennamen Frisch, Herman und Neyer genannt.[4]
1513 gab es 4 ganze Höfe, 1 Dreiviertelhof und 1 Viertelhof. Stefan Frisch, Hans Ortl, Georg Frisch und Erhard Leyrer zinsten 1 Schilling, Erhard Stainl zinste 22 ½ Pfennig und Mair Ulrich 7 ½ Pfennig.[5][6]
1596 gab es 4 ganze Höfe, 1 Dreiviertelhof und 1 Viertelhof.[7]
1606 werden 5 Höfe und 1 Gut genannt. Sie besaßen 5 Pferde, 8 Ochsen, 15 Kühe, 12 Rinder, 6 Schweine, 4 Stiere, 75 Schafe, 2 Frischlinge und steuerten 25 Gulden 46 Kreuzer. Die Bauern Lorenz, Böckl, Rickel, Zöttel, Wilhelm, Strem und Prenners Witwe bewirtschafteten die Höfe.[8][9]
1634 werden die Familien Michael Pauer, Georg Langs Witwe, Hans Lorenz und Michael Mayer genannt.[10]
1721 gab 4 ganze Höfe, 1 Dreiviertenhof, 1 Halbhof, 1 Viertelhof und ein Hirtenhaus. Es werden die Familien Kraus, Dirschedl, Wilhelm, Tuschner, Plöd und Stiegler genannt.[11][12]
1762 werden 6 Höfe genannt. Die Familien Kraus, Wilhelm, Prifling, Tuschner und Plödt bewirtschafteten die Höfe. Ein Hof gehörte zur Hofmark Neusath, darauf saß Hans Georg Schremb.[13][14]
1792 gab es 6 Anwesen.[15]
Steuerdistrikte
1808 umfasste der Steuerdistrikt Unteraich die Ortschaften Unteraich, Mitteraich, Oberaich und die Einöde Häuslmühle und der zum Gut Guteneck gehörende Waldung Taubenricht. Es gab 26 Häuser mit 171 Einwohner. Es gehörten 280 Morgen Äcker, 65 Morgen Wiesen, 70 Morgen Holz, 4 Weiher, 12 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie hatten 4 Pferde, 40 Ochsen, 36 Kühe, 60 Stück Jungvieh, 80 Schafe und 30 Schweine. [16]
1811 gehörte zur Obmannschaft Unteraich die Orte Unteraich, Mitteraich, Oberaich, Pischdorf, Guteneck, Oberkatzbach, Häuslberg und Maximilianshof. [17]
Gemeindebildung
1818 wurde die Gemeinde Unteraich mit 45 Familien gebildet. Unteraich hatte 12 Familien, Mitteraich 8 Familien, Oberaich 5 Familien, Unterkatzbach 10 Familien und Luigendorf 10 Familien.[18]
1828 hatte Mitteraich 8 Wohngebäuden mit 9 Familien und 42 Einwohnern.[19]
1842 waren alle Bewohner katholisch. Mitteraich gehörte zur Pfarrei Weidenthal.[20]
1964 hatte Mitteraich 7 Wohngebäude und 48 Einwohner.[21] Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Unteraich in die Gemeinde Guteneck eingegliedert.
Historische Straßen
Sautreiberweg
Der Raum Nabburg war im Mittelalter durch wichtige Fernstraßen gut erschlossen. Hier kreuzten zwei Altstraßen. Die Magdeburger Straße war ein alter Fernweg, dessen Anfänge bis auf die Bronzezeit zurückreichen. Sie verband die Nord-Süd-Richtung und führte im 15. Jahrhundert von Nord- und Ostsee über Magdeburg, Eger, Mitterteich, Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab, Weiden, Luhe, Wernberg-Köblitz, Nabburg, Schwarzenfeld, Schwandorf, Burglengenfeld, Kallmünz, Regensburg, also der Naab folgend, nach Oberitalien[22].
Im Raum Nabburg kreuzte eine West-Ost-Verbindung die Magdeburger Straße. Von Amberg nach Nabburg verlief die aus Nürnberg kommende Straße auf zwei verschiedenen Routen[23]. Weiter führte sie von Nabburg über Namsenbach, Mitteraich, Weidenthal, Trichenricht, Maximilianshof, Teunz, Schönsee, Dietersdorf nach Bischofteinitz in Böhmen[24]. Die Bezeichnungen „Saustraß“ (beim Maximilianshof) und „Sautreibergasse“ zwischen Teunz und Schönsee deuten auf Viehtransporte hin, die diesen Weg nahmen.
Gebäude/Firma/Dienstleistung
| Hausnummer | |
|---|---|
| 1 | Andreas Schmidt Kfz-Werkstätte |
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Dietrich-Jürgen Manske, Untersuchungen zu früh-, hochmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fernwegen von Regensburg nach Franken und an den Main in Regensburg, Bayern und das Reich, Verlag Schnell und Steiner, 2010, ISBN 978-3-7954-2284-4
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, P&P Printmanagement, Trabelsdorf, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, Der neue Kopierer, Regensburg, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, Der neue Kopierer, Regensburg, 2023
Weblinks
- Luftaufnahmen von Mitteraich
- Homepage der Gemeinde Guteneck
- Luftaufnahmen aus der Oberpfalz
- Mitteraich In: BayernAtlas
- Mitteraich In: Bavarikon
- Mitteraich In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Mitteraich In: Geschichte Bayerns, Repositorium
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
- 190 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
- Versuch einer Geschichte des Vicedomamtes Nabburg In: MDZ, Digitale Bibliothek
Einzelnachweise
- ↑ Mitteraich In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Mitteraich In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Stadtarchiv Nabburg, Urkunden Nr. 48
- ↑ StAAm, Standbuch 29
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 314
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 314
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 314
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, P&P Printmanagement, Trabelsdorf, 2024
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, Der neue Kopierer, Regensburg, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 314
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, Der neue Kopierer, Regensburg, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 314
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 314
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 403
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 407
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 415
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
- ↑ Dietrich-Jürgen Manske, Untersuchungen zu früh-, hochmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fernwegen von Regensburg nach Franken und an den Main in Regensburg, Bayern und das Reich, Verlag Schnell & Steiner, 2010, S. 67
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 9
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 8