Ehemalige Mühlen an der Naab

An der Naab und seinen Zuflüssen ausgehend von den Quellflüssen der Naab bis zur Mündung in die Donau bei Regensburg gab es einst 1684 Mühlen in der Oberpfalz. Nur noch wenige Mühlen sind heute in Betrieb. Auf der Ledermühle in Nabburg wird seit 1473 bis heute Getreide zu Mehl vermahlen. Die meisten Mühlen wurden Mitte des 20. Jahrhunderts aufgegeben.

Geographie
Die Naab ist ein in südlicher Richtung fließender linker Nebenfluss der Donau durch die Oberpfalz. Die Naab entsteht südlich von Weiden bei Unterwildenau durch Vereinigung der Waldnaab und Haidenaab. Sie hat mit dem linken Quellfluss eine Länge von 197 Kilometer. Die Naab mündet in Mariaort bei Regensburg in die Donau.

Entstehung der Mühlen
Aus der Zeit um 100 v. Chr. gibt es die erste Beschreibung einer Wassermühle. Viele Jahrtausende lang hatte man sich zum Getreidemahlen der menschlichen Muskelkraft bedient, bis im letzten Jahrhundert vor Christus.
Das alte Mahlverfahren
Die Einrichtung einer alten Mühle mutet nach heutigen Maßstäben recht einfach an. Handwerkliches Können und technischer Hausverstand befähigten jedoch die Müller, mit den verfügbaren Hilfsmitteln eine gediegene Arbeit zu leisten, die gar nicht so einfach war.
Wasserräder
Die Bauweise eines Wasserrades hängt von der zur Verfügung stehenden Wassermenge und vom Gefälle ab. Man unterscheidet oberschlächtige, mittelschlächtige und unterschlächtige Wasserräder. Beim oberschlächtigen Rad fließt das in einer meinst hölzernen Rinne zugeführte Wasser von oben her auf das Rad. Es wird immer dort verwendet, wo wenig Wasser, aber ein großes Gefälle vorhanden ist. Beim unterschlächtigen Wasserrad trifft das Wasser das Rad an seiner tiefsten Stelle. Das Rad hängt entweder frei im unbegrenzten Wasser oder es wird von Gerinnen eingeschlossen; der Kraftantrieb beruht auf der Stoßkraft des fließenden Wassers. In der Regel hatten solche Mühlräder einen Durchmesser von 5 m und eine Breite von 0,7 bis 1,5 m.[1][2]
Mühlsteine
Das Material, aus welchem die Mahlsteine gehauen wurden, soll bei gewisser Festigkeit und großer Härte ein körniges Gefüge mit natürlichen Schnittkanten und Ecken besitzen, sich leicht bearbeiten lassen, ohne spröde zu sein. Die Steine sollen beim Gebrauch die rechte Mahlfähigkeit möglichst lange behalten, nicht leicht stumpf werden und sich nicht merklich abnutzen, um das Mahlgut nicht durch Steinpulver zu verunreinigen.[3][4]
Mühlen an den Quellflüssen der Naab
29 Mühlen an der Naab
- Bärnauer Mühle Bärnau Nr. 139
- Forstmühle bei Luhe Nr. 113
- Naabmühle bei Luhe Nr. 112
- Unterköblitzer Mühle in Unterköblitz Nr. 1
- Oberköblitzmühle in Oberköblitz Nr. 18
- Untersteinbachmühle in Untersteinbach Nr. 1
- Wiesmühle in Nabburg Nr. 1
- Ledermühle in Nabburg Nr. 262
- Schwarzenfelder Mühle in Schwarzenfeld Nr. 2
- Schwarzenfeldhammer in Schwarzenfeld Nr. 4
- Fronbergmühle in Fronberg Nr. 14
- Fronbergmühle in Fronberg Nr. 32
- Schuierer Mühle in Schwandorf Nr. 112
- Stettner Mühle in Schwandorf Nr. 91
- Schwandorfermühle in Schwandorf Nr. 92
- Ettmannsdorfer Mühle in Ettmannsdorf Nr. 6
- Ettmannsdorfer Mühle in Ettmannsdorf Nr. 7
- Stegen bei Klardorf
- Münchshofenmühle in Münchshofen Nr. 26
- Schirndorfer Mühle bei Kallmünz
- Kallmünzer Mühle in Kallmünz Nr. 216
- Kallmünzer Hammer in Kallmünz Nr. 95
- Burglengenfelder Mühle in Burglengenfeld Nr. 106
- Wiedener Mühle in Burglengenfeld Nr. 276
- Stadtmühle in Burglengenfeld Nr. 276
- Heitzenhofener Mühle Nr. 2
- Pielenhofener Mühle in Pielenhofen Nr. 59
- Ebenwiesmühle
- Mariaorter Mühle
Mühlen an den Nebenflüssen
- Ehemalige Mühlen an der Luhe
- Ehemalige Mühlen am Ehenbach
- Ehemalige Mühlen an der Pfreimd
- Ehemalige Mühlen am Hüttenbach
- Ehemalige Mühlen an der Schwarzach
- Ehemalige Mühlen am Fensterbach
- Ehemalige Mühlen an der Vils
Weblinks
- Rosi Mühlendatenbank
- Bay. Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.
- Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Erhaltung
- Mühlendatenbank
Literatur
- “Alte Mühlen“ von Helmut Dollhopf und Herbert Liedel, Würzburg, 1996
- “Die Mühle“ von Richard Dertsch in „Deutsche Gaue“, Kaufbeuren, 1924