Frohnberg

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Frohnberg
Höhe über dem Meeresspiegel:425 m
Q1469608   Frohnberg  Frohnberg

Der Frohnberg im Markt Hahnbach im Landkreis Amberg-Sulzbach ist geologisch infolge einer Reliefumkehr entstanden. Der Tafelberg erhebt sich 35 m gegenüber dem Umland und liegt 425 m über dem Meeresspiegel.[1] Er ist Teil des Oberpfälzer Bruchschollenlandes. Für den Tourismus und das geistliche Leben in der mittleren Oberpfalz spielt der Berg als Ausflugs- und Wallfahrtsstätte eine wichtige Rolle. Große Bedeutung bekam der Frohnberg dank seiner Lage an übernationalen Straßenkreuzungen, sowohl von Norden nach Süden als auch von Osten nach Westen.[1]

Geschichtliches

Auf dem Frohnberg bei Hahnbach befinden sich Reste einer gut 8 ha großen frühmittelalterlichen Wall-Graben-Anlage. Möglicherweise waren dort aber bereits in den Jahrhunderten davor Schutzwälle. Nach neueren typologischen und archäologisch-geophysikalischen Forschungen weiß man von befestigten Holz-Stein-Wällen sicher vom 8. bis zum 10. Jahrhundert n. Chr. Sie hatten wohl eine wichtige Funktion im Herrschaftsgefüge der karolingisch-ottonischen Zeit im Nahbereich wichtiger Fernwege und Furten über die Vils. Die Befestigung stand sicher in enger grundherrlicher Beziehung zum bedeutenden Herrschaftszentrum des 8. bis 12. Jahrhunderts in Sulzbach (Burg Sulzbach, Stadt Sulzbach-Rosenberg) und war wie diese den Bischöfen von Bamberg unterstellt. Ausgrabungen im Umfeld der Lourdeskapelle östlich der Wallfahrtskirche St. Maria Himmelfahrt durch Dr. Matthias Hensch in den Jahren 2003 und 2004 erbrachten Überreste eines ca. 9 × 9 Meter großen Turmhauses aus dem 12. Jahrhundert sowie weitere Gebäudespuren, überwiegend von Wohngebäuden in Holzbauweise. Mit einiger Wahrscheinlichkeit gehörten diese Baureste zu einer Burg des 1121 erstmals urkundlich fassbaren Sulzbacher Ministerialengeschlechts der Herren von Hahnbach, die sich offenbar nach der nächstgelegenen größeren Siedlung und in Abgrenzung zu einem nur 7 km entfernten Dorf Fronberg (heute Fromberg) bei Sulzbach-Rosenberg "de Hanninpah" nannten. Auf den Ministerialen Erchinbertus den Hannipah geht die älteste Erwähnung Hahnbachs zurück., nämlich eine Urkunde, welche dieser im Kloster Michelfeld 1121 unterzeichnete.

Eine im Jahr 1189 von Kaiser Friedrich Barbarossa „in Hahnbach“ (in Hanninpah) ausgestellte Urkunde (MGH D F I nr. 989) in einer Burg zugunsten des Klosters Berchtesgaden, könnte auf dem Frohnberg unterzeichnet worden sein, zumal sich eine Niederungsburg in Hahnbach selbst nicht nachweisen oder im Urkataster erkennen lässt.[1]

Im Laufe des 13. Jahrhunderts wurde die hochmittelalterliche Burganlage zerstört. Ende des 13. Jahrhunderts war der Frohnberg in Reichsbesitz. Ab etwa 1291 bis in das 17. Jahrhundert lässt sich mindestens eine zinspflichtige Hofstelle auf dem Berg nachweisen. 1290 heißt es im bayerischen Urbar, dass die dortigen Hofstätten, Äcker, Gärten und Wiesen 5 Metzen Korn und 5 Metzen Hafer bezahlen. 1326 gehört der Frohnberg, der in ältesteren Erwähnungen Vilseck zugeordnet war, nun zum Amt Hahnbach.[2]

Zum Herrensitz gehörte auch eine 1467 erstmals genannte kleine Kirche oder Kapelle. Sie war dem hl. Petrus geweiht und könnte ihren Ursprung bereits in der Burganlage des frühen Mittelalters haben. Ihre Reste werden unter der heutigen Wallfahrtskirche vermutet.[2] Zwei ihrer ursprünglichen Pfeiler aus festem Sandstein wurden aber höchstwahrscheinlich außen in die neuere und jetzige Lourdeskapelle eingebaut.

Auf dem Frohnberg befand sich ein Bauernhof, den lange Zeit die Familien Weiß bewirtschafteten, und den 1560 der Markt Hahnbach erwarb. Im 30jährigen Krieg brannte er ab und wurde nicht mehr bewirtschaftet. In seinen Ruinen wohnten bald schon Einsiedler. Diese errichteten schließlich eine Eremitage und bekamen von der Pfarrgemeinde den Auftrag, die Kirche zu bewachen, bei Bedarf die Glocken zu läuten, Pilgern Wasser zu reichen und einen Raum für diese bereitzuhalten. Allerdings brannte auch diese Behausung ab, bis der Eremit Sebastian Schmid eine steinerne Herberge errichtete und auch für eine Restaurierung des Kirchleins ausreichend Geld sammelte. Er ist die einzige Person, die aus Dank dafür in der Kirche begraben wurde, woran lange Zeit ein Epitaph erinnerte.[2]

Mit der Einführung der Reformation in Hahnbach kam auch die Frohnbergkirche außer Gebrauch und sollte unter den Calvinistischen Kurfürsten abgerissen bzw. dessen Materialen verkauft werden. Das Vermögen des Kirchleins erhielt die Pfarrei Hahnbach.[2] Da aber die Hahnbacher Bauern zu wenig für sie boten, "geriet sie in Vergessenheit". Nur ungefähr einmal im Monat kam ein Franziskanerpater vom Amberger Maria-Hilf-Berg, um dort mit verbliebenen Katholiken aus Hahnbach und Sulzbach einen katholischen Gottesdienst zu feiern.

Wallfahrt

Die Marienwallfahrt auf dem Frohnberg lässt sich erstmals für das Jahr 1665 urkundlich fassen. Ein mittelalterlicher Ursprung der Wallfahrt ist zwar nicht auszuschließen, doch infolge der Ausgrabungsergebnisse eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist die Entstehung einer echten Wallfahrt im Zuge der Gegenreformation um 1628. Noch heute ist die Marienwallfahrt auf dem Frohnberg ein zentraler Teil des katholischen Lebens und der Bergfeste in der Region.

Alljährlich findet auf dem Frohnberg die sogenannte Frohnberg-Festwoche statt. In der Woche um den 15. August, dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt, kommen täglich mehrere Hundert Wallfahrer zu den Gottesdiensten, die, so möglich, am Freialtar gefeiert werden.

Bauwerke

Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt auf dem Frohnberg

Wallfahrtskirche

Hauptartikel: Frohnbergkirche

Die ursprüngliche Kapelle genügte bald dem Zustrom der Pilger nicht mehr, so dass sich der überaus eifrige Pfarrer Mag. Peter Förstl von Hahnbach dazu entschließen musste, eine neue, größere Wallfahrtskirche zu bauen, die 1725 vollendet wurde. Schäden an der nur in zwei Jahren schnell gebauten Kirche, die zum Teil auf Sand und zum Teil auf Lehm steht, führten zu wiederholten umfangreichen Restaurierungsarbeiten bis zum Jahr 1893. Der ehemalige Pfarrer Johann Hofweber sorgte nach dem Einbruch der Decke für neuen Bildschmuck im Nazarener-Stil im Hauptschiff. Zeugnisse echter Volkskunst sind zahlreiche Votivbilder, von denen einige im hinteren Teil der Kirche bis heute von wunderbarer Hilfe zeugen.[2]

Lourdeskapelle

Hauptartikel: Lourdeskapelle

Bei der nahen Lourdeskapelle im Osten der Wallfahrtskirche handelt es sich um eine ehemalige Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, die eine Statue des gegeißelten Heilands barg. Diese befindet sich nun in einer Nische an der Ostseite der Wallfahrtskirche. Nach den Marienerscheinungen 1858 im französischen Lourdes wurde die Kapelle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in eine Lourdesgrotte umgewandelt.[2][3][4]

Klause

Hauptartikel: Klause

Frohnbergwirtschaft

Hauptartikel: Frohnbergwirtschaft

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Weihe der Frohnbergkirche vor 300 Jahren. In: TURMBLICK, August/September 2025. Hrsg.: Oberpfalz Medien GmbH, Weiden 2025, S. 13-15 (online verfügbar auf https://www.onetz.de/sites/default/files/content/inserts/2025/02082025_turmblick.pdf)
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Heribert Batzl: Aus der Ortsgeschichte des Landkreises. In: Der Landkreis Amberg. in Vergangenheit und Gegenwart. Kallmünz 1965, S. 257-306
  3. Heribert Batzl: Aus der Ortsgeschichte des Landkreises. In: Der Landkreis Amberg. in Vergangenheit und Gegenwart. Kallmünz 1965, S. 257-306
  4. Weihe der Frohnbergkirche vor 300 Jahren. In: TURMBLICK, August/September 2025. Hrsg.: Oberpfalz Medien GmbH, Weiden 2025, S. 13-15 (online verfügbar auf https://www.onetz.de/sites/default/files/content/inserts/2025/02082025_turmblick.pdf)
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