Dürnsricht (Fensterbach)

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Koordinaten: 49° 24' 1.51" N, 12° 4' 2.17" E

Dürnsricht (Fensterbach)
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PLZ/Ort:92269 Dürnsricht
Q111200633   D%C3%BCrnsricht  Dürnsricht (Fensterbach)  4388024-1ODB_S00037420
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Dürnsricht ist ein Ortsteil in der Gemeinde Fensterbach im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Wolfring.

Lage

Dürnsricht liegt an der Staatsstraße 2151.

Historische Schreibweisen

  • 1147 Duringesrewte
  • 1150 Durinsrewte
  • 1413 Durnzrewt
  • 1473 Durensrit
  • 1513 Dürnsried
  • 1606 Dürnsrieth
  • 1721 Dürnsrieth
  • 1762 Dürnsrieth

Namensdeutung

Der Name Dürnsricht leitet sich von einer Rodungssiedlung des During/Dürinc ab.[1]

Geschichte

1147 erscheint Dürnsricht als „Duringersrewte“ in den Urkunden des Klosters Ensdorf und 1150 als „Durinsrewte“. [2]

1235 hatte das Kloster Ensdorf Güter in Dürnsricht. 1235 verpfändete Hartlieb von Winbuch ein Gut in Dürnsricht für 8 Pfund an Ensdorf. 1240 verpfändeten Hartlieb und Ernst von Winbuch ihr Gut in Dürnsricht für 13 Pfund an Ensdorf und schenkten es schließlich dem Kloster. 1409 wurde Ensdorf der Besitz eines Hofes in Dürnsricht bestätigt. Das Kloster Ensdorf besaß 3 Höfe und 2 Güter in Dürnsricht. Der Abt des Klosters Ensdorf Friedrich von Allersburg war 1294 Provisor in Dürnsricht. [3][4]

1413 gaben die Bauern zu Dürnsricht 9 Schilling und 10 Reg. zu Walburgis und ½ Pfund 20 Reg. und 10 Schilling Wiesgeld zu Michaelis an Steuer, sowie 20 Achtel Korn und 20 Achtel Hafer, außerdem wird ein Holz bei Dürnsricht erwähnt.[5]

1473 reichte Dürnsricht 11 Pfund, 2 Schilling, 6 Pfennig, 1 Heller, 20 Achtel Korn und 20 Achtel Hafer.[6][7]

1513 reichten die Bewohner von 3 Höfen, 3 Lehen und einer Mühle, die Dürnsrichtmühle Abgaben zum Amt. Zwei Höfe lagen öd.[8]

1596 waren zu Dürnsricht 8 ganze Höfe, 2 Halbhöfe, 8 Söldengütl und 1 Mühle.[9]

1606 hatte Dürnsricht 7 Höfe, 1 Taferne 1 Mühle, 1 Viehhirten und 10 Güter. Sie besaßen 15 Pferde, 28 Ochsen, 39 Kühe, 19 Rinder, 4 Stiere, 8 Kälber, 5 Schweine 11 Frischlinge und 131 Schafe, davon steuerten sie 51 Gulden und 40 ½ Kreuzer.[10][11]

1630 gehörte 1 Hof, 1 Gut und 1 Schmiede zur Hofmark Wolfring. Sie hatten 2 Ochsen, 1 Pferd, 5 Kühe, 4 Rinder, 2 Kälber, 1 Schwein, 3 Frischlinge und 10 Schafe, davon steuerten sie 4 Gulden 53 ½ Kreuzer.[12]

1634 gab es 4 Anwesen und einen Wirt in Dürnsricht.[13]

1721 hatte Dürnsricht 20 Anwesen, zusätzlich gehörten 3 Anwesen zur Hofmark Wolfring.[14][15]

1762 gab es zu Dürnsricht 21 Anwesen, zusätzlich gehörten 3 Anwesen zur Hofmark Wolfring. Ein Anwesen lag öd. Außerdem gab es ein Schulhaus und zwei Hirtenhäuser.[16][17]

1792 hatte Dürnsricht 9 ganze Höfe, 2 Halbhöfe mit einer Mühle, 8 Viertelhöfe mit 1 Taferne und einer Schmiede, 1 1/16 Hof. Zusätzlich gehörten 3 Anwesen zur Hofmark Wolfring.[18]

1808 gab es in Dürnsricht 20 Anwesen, eine Mühle, eine Taferne mit Schenkstatt und ein Hirtenhaus, zusätzlich 3 Anwesen und eine Schmiede, welche zur Hofmark Wolfring gehörten.[19][20]

Steuerdistrikte

1808 entstand die Obmannschaft Dürnsricht mit den Orten: Dürnsricht, Wolfring, Knölling, Wolfringmühle, Dürnsrichtmühle und Wolfringer Klause.[21] 1811 wurden die Steuerdistrikte gebildet. Der Steuerdistrikt Dürnsricht bestand aus den Ortschaften Dürnsricht, Knölling, Dürnsrichtmühle, Wolfringer Klause und der Waldung Kurnat. Er hatte 40 Häuser mit 331 Seelen. 200 Morgen Äcker, 70 Morgen Wiesen, 12 Morgen Holz, 2 Weiher, 13 Morgen öde Gründe und Wege. Sie hatten 5 Pferde, 86 Ochsen, 88 Kühe, 50 Stück Jungvieh, 60 Schafe und 50 Schweine.[22]

Gemeindebildung

1818 wurde die Gemeinde Dürnsricht gebildet. Die Gemeinde Dürnsricht bestand aus den Ortschaften Dürnsricht mit 48 Familien, Knölling mit 22 Familien und Dürnsrichtmühle mit 3 Familien.[23] 1828 gab es in Dürnsricht 28 Wohngebäude mit 38 Familien und 320 Einwohnern. Dürnsrichtmühle hatte zwei Wohngebäude mit zwei Familien und 10 Einwohnern. In Knölling gab es 21 Wohngebäude mit 28 Familien und 136 Einwohnern. In Weiherhaus gab es ein Wohngebäude mit 3 Einwohnern. Ab 1842 wurde es als Klause bezeichnet und ist heute erloschen. Alle Bewohner waren katholisch und gehörten zur Filialkirche Dürnsricht der Pfarrei Pittersberg. In Dürnsricht gab es eine Schule mit 20 Werktags- und 28 Sonntagsschülern.

1964 hatte Dürnsricht 80 Häuser und 713 Einwohner, Dürnsrichtmühle 1 Haus mit 6 Bewohnern und Kölling 45 Häuser mit 228 Einwohnern.[24] Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinden Dürnsricht und Wolfring zur Gemeinde Fensterbach vereinigt. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Högling in die Gemeinde Fensterbach eingegliedert. Der Ort Wohlfest wurde nach Auflösung der Gemeinde Frotzersricht am 1. Januar 1971 in die Gemeinde Fensterbach eingegliedert. Der Ort Freihöls wurde ebenso in die neue Gemeinde eingegliedert. Der Sitz der Gemeindeverwaltung ist Wolfring. Die Gemeinde Fensterbach hatte 2025 eine Gesamteinwohnerzahl von 2.367 Personen.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Fensterbach hat 12 Gemeindeteile.

Gemeindeteile:

Historische Altstraßen

Durch Dürnsricht führte eine alte Fernstraße. Sie führte einst von Amberg nach Hiltersdorf über Högling, Jeding, Wolfring, Knölling Dürnsricht, Kögl nach Schwarzenfeld.

Bilder von Dürnsricht

Sehenwürdigkeiten

  • Katholische Kirche St. Wolfgang, Ulrich und Martin in Dürnsricht: die Kirche in Dürnsricht war 1508 dem Hl. Ägid geweiht, 1526 St. Martin und danach St. Wolfgang, Ulrich und Martin. Dürnsricht und Wolfring gehörten zur Pfarrei Pittersberg. 1910 kam Dürnsricht zur Filialkirche Wolfring. Zwischen 1959 und 1961 wurde in Dürnsricht die St. Albertus Magnus Kirche errichtet. 1969 wurde sie zur Pfarrkirche der Pfarrei Dürnsricht-Wolfring. Die Kirche von Wolfring wurde nun Filialkirche und die alte gotische Kirche wurde zur Nebenkirche. Die denkmalgeschützte katholische Kirche des St. Wolfgang, Ulrich und Martin geht auf das 13 Jahrhundert zurück. Sie hat eine romanische Chorturmanlage. Ihr tonnengewölbtes Langhaus hat Stichkappen und einen eingezogenen Chorbereich. Ihr Turm trägt ein Pyramidendach. Ihr Eingang ist mit Pilasterrahmung und gesprengtem Giebel verziert. Um 1732 wurde ihr Langhaus erweitert und sie wurde barockisiert. Auch die Friedhofsummauerung, die Friedhofskapelle aus dem 18. Jahrhundert und das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges stehen unter Denkmalschutz. Denkmalnummer: D-3-76-125-1
  • Bodendenkmal: Die Umgebung der Kirche ist als Bodendenkmal registriert. Hier entdeckte man Hinweise auf einen Vorgängerbau aus älteren Bauphasen und archäologische Funde. Denkmalnummer: D-3-6538-0080
  • Der Schweppermann-Radweg verläuft durch Dürnsricht.

Gebäude/Einrichtungen/Firmen

Hausnummer Gebäude

Weblinks

  • Dürnsricht In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz

Literatur

Einzelnachweise

  1. Dürnsricht In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  2. Dürnsricht In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 47
  4. Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954, S. 79, 137
  5. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 71
  6. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 77
  7. StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
  8. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
  9. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 298
  10. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
  11. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 298
  12. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 368
  13. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
  14. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 368
  15. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
  16. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 368
  17. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
  18. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 299
  19. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 298
  20. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 368
  21. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408
  22. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 398
  23. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413
  24. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 419


Straßennamen in Fensterbach

In Dürnsricht:

In Freihöls:

In Högling:

In Jeding: Lindenstraße | Ortsstraße | Trischinger Weg  | Weiherhaus Weg

In Knölling:

In Wolfring:

In Wohlfest:

Ortsteile ohne Straßennamen: Dürnsrichtmühle | Hüttenhof | Ödfriedlhof | Weiherhaus am Fensterbach | Wolfringmühle

Ehemalige Straßennamen:

Wüstungen: