Wohlfest
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Wohlfest ist ein Ortsteil der Gemeinde Fensterbach im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Wolfring.
Lage
Wohlfest liegt westlich von Schwarzenfeld nördlich des Fensterbaches.
Historische Schreibweisen
1473 Wolffvesten, 1513 Woffest, 1596 Wolfest, 1606 Wolffest, 1721 Wolfest, 1770 Wolfäst
Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Siedlung nach dem Personennamen des Wolf(gang) ab.
Geschichte
Am 10. Juni 1315 verlieh König Ludwig Jordan von Murach Güter in Wohlfest und Kulz sowie die Vogtei Weidenthal und Pischdorf zu rechtem Erblehen.[1]
1444 wird Wohlfest im Zinsbuch des Amtes Nabburg mit Abgaben genannt.[2] 1473 gab es in Wohlfest 4 Anwesensbesitzer.[3]
1513 waren 2 Höfe, 2 Halbhöfe und 1 Lehen im Ort.[4] 1596 waren 2 ganze Höfe und 2 Güter in Wohlfest. [5]
1606 hatte der Ort 2 ganze Höfe und 2 Halbhöfe. Sie hatten 6 Pferde, 10 Ochsen, 16 Kühe, 11 Rinder, 2 Stiere, 6 Schweine, 4 Frischlinge, 25 Schafe und steuerten 14 Gulden 7 Kreuzer.[6][7]
1630 gehörten 2 Höfe zu Wohlfest zur Hofmark Guteneck, sie hatten 4 Pferde, 4 Ochsen, 5 Kühe, 8 Rinder, 2 Kälber, 2 Schweine, 2 Frischlinge und steuerten 7 Gulden 25 Kreuzer. [8] 1721 gab es 4 Höfe und ein Hirthaus und zwei ganze Höfe die zur Hofmark Guteneck gehörten, 1762 und 1792 ebenso.[9][10] [11]
1808 wurden die Steuerdistrikte gebildet. Zum Steuerdistrikt Deiselkühn gehörten die Ortschaften Deiselkühn, Irrenlohe und Wohlfest. Sie hatten 29 Häuser, 210 Seelen, 200 Morgen Äcker, 60 Morgen Wiesen, 10 Morgen Holz, 5 Weiher, 26 Morgen öde Gründe und Wege. 8 Pferde, 60 Ochsen, 62 Kühe, 100 Rinder, 100 Schafe, 47 Schweine.[12]
Ab 1811 wurde die Obmannschaft Frotzersricht gebildet mit den Ortschaften Deiselkühn, Irrenlohe, Wohlfest, Frotzersricht, Kögl und Weiherhaus. [13]
Nach dem Gemeindeedikt von 1818 gehörten zu Frotzersricht: Frotzersricht mit 10 Familien, Kögl mit 6 Familien, Weiherhaus 1 Familie, Deiselkühn 14 Familien, Irrenlohe 12 Familien und Wohlfest 7 Familien. Ingesamt 50 Familien.[14]
Die Landgemeinde Frotzersricht war 1842 unter landgerichtlicher Jurisdiktion: 56 Familien mit 348 Seelen; unter patrimonialgerichtlicher Verwaltung: 2 Familien mit 19 Seelen. Alle Bewohner waren katholisch. Die Gemeinde Frotzersricht gehörte zur Pfarrei Schwarzenfeld. Aus der Gemeinde besuchten 37 Werktags- und 35 Sonntagsschüler die Schule in Schwarzenfeld.[15]

Mit Wirkung vom 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Nabburg aufgelöst und seine Gemeinden in die neugebildeten Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf eingegliedert. Die Gemeinde Frotzersricht wurde am 01.01.1972 aufgelöst. Wohlfest kam zur Gemeinde Fensterbach. Frotzersricht, Buchtal, Deiselkühn, Irrenlohe, Kögl und Weiherhaus zum Markt Schwarzenfeld. [16]
Sehenwürdigkeiten
- Denkmalgeschützes Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert. Es ist ein zweigeschossiger und teils verputzter Satteldachbau aus Bruchsteinen- und Ziegelmauerwerk mit rundbogigem Steingewände.
- Denkmalnummer: D-3-76-125-14 Denkmäler der Gemeinde Fensterbach
- 1961 errichteten die Ortsbewohner eine kleine Kapelle. Den Innenraum schmückt eine Marienfigur. Im Turm häng eine neue Gloche.
Hausnamen und Häusernamen

Bei den Anwesen ist der Hausname und Häusername angegeben, der im Kataster um 1840 niedergeschrieben wurde.
Wohlfest In: BayernAtlas, Historische Karte
| Hausnummer | Gebäude |
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| 1 | “Beim Wastl“, „der ganze Wastlhof“ |
| 2 | “Beim Götzen“, „der ganze Götzenhof“ |
| 3 | “Beim Hirtenhaus“ |
| 4 | “Beim Singer“, „der halbe Singerhof“ |
| 4 1/2 | “Beim hintern Singer“, „das Singergütl“ |
| 5 | “Beim Bierler“, „der 7/8 Bierlerhof“ |
| 6 | “Beim Häubl“, „der halbe Häublhof“ |
Weblinks
Wohlfest In: Bavarikon, Ortsdatenbank
Literatur
- Johann Obermeier, Hermann Bronold: Festschrift Freiwillige Feuerwehr Frotzersricht. Feuerwehrchronik mit Heimatgeschichte. Hrsg.: FFW Frotzersricht, Amberg 1978, S. 97-122
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
Einzelnachweise
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 174
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 74
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ StA München, Nabburger Gerichtslit. 1
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 341
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 341
- ↑ Rita Maria Scharl, Türkensteuer 1606, Familienkundliche Beiträge, Heft 92, 2024, Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 352
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 341
- ↑ Rita Maria Scharl, Herdstattbeschreibung 1721, Familienkundliche Beiträge, Heft 85, 2021, Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz
- ↑ Rita Maria Scharl, Hauptbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762, Familienkundliche Beiträge, Heft 89, 2023, Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 397
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 407
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 420
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 435
In Dürnsricht:
In Freihöls:
In Högling:
In Jeding: Lindenstraße | Ortsstraße | Trischinger Weg | Weiherhaus Weg
In Knölling:
In Wolfring:
In Wohlfest:
Ortsteile ohne Straßennamen: Dürnsrichtmühle | Hüttenhof | Ödfriedlhof | Weiherhaus am Fensterbach | Wolfringmühle
Ehemalige Straßennamen:
Wüstungen: