Brückelsdorf
| Brückelsdorf | |
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Brückelsdorf war ein Ortsteil der Gemeinde Wackersdorf im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern.
Geographie
Brückelsdorf befand sich nördlich von Alt-Wackersdorf und wurde 1958-1961 auf Grund des Braunkohleabbaus abgebrochen.
Historische Schreibweisen
- 1317 Pukkelstorf
- 1333 Puckelstorf
- 1412 Pukkelstorff
- 1580 Brügkhlstorff
- 1650 Bricklstorff
Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich vom ahd. „dorf“ für Hof, Gehöft, Dorf ab. Das Bestimmungswort ist der bair.-mhd. Personenname Pükkil. Es ist eine Siedlung des Pukkil oder Pückel.[1]
Geschichte
1317 erscheint Brückelsdorf erstmalig in den Urkunden des Klosters Ensdorf als „Pukkelsdorf“. Am 22. September 1317 erhält das Kloster ein halbes Pfund Regensburger Pfennig an Abgaben. 1463 kommt ein Hof zu Brückelsdorf durch Schenkung an das Spital in Schwandorf. Auf diesen Hof hatte 1690 die Herrschaft Fronberg und das Spital Schwandorf gemeinschaftliche Grundholden.[2]
1506 besaß das Kloster Ensdorf noch einen Hof, ebenso 1554.[3] 1580 werden zwei Anwesen zu Brückelsdorf im Amt Hainsacker genannt auf denen Leonhard Hürschel und Wolff Schnelleding saßen.[4]
1622 kam die Hofmark Fronberg durch Kauf an Goswin von Spiering, Statthalter zu Neuburg. Herzog Wolfgang Wilhelm verlieh demselben 1636 zur lohnenden Anerkennung für seine wichtigen Dienste Kronstetten, Freihöls, Lindenlohe, Prissath und Brückelsdorf.[5] Es gab vier Höfe auf denen Balthasar Schlotter, Leonhard Steininger, Hans Örtl und Mathias Hüebl saßen.[6] 1650 werden drei Anwesen mit Abgaben zum Kastenamt Burglengenfeld genannt. Die Anwesen hatten Balthasar Schlotter, Leonhard Steininger und Georg Bierckhenseer inne.[7]
1681 leisteten Bewohner aus den Orten Fronberg, Kronstetten, Krondorf, Prissath, Neukirchen, Grafenricht, Freihöls, Lindenlohe, Glögglbach, Saltendorf a. d. Naab, Bubach a. d. Naab, Büchelkühn, Brückelsdorf, Münchshöf, Wackersdorf, Siegenhofen, Köblitz, Holzhaus, Premberg und Höflarn Abgaben zur Herrschaft Fronberg.[8]
1695 mussten die Bewohner aus den Orten Brückelsdorf, Kronstetten, Prissath, Lindenlohe, Freihöls und Bubach Abgaben an Zinsschmalz zur Hofmark Fronberg leisten.[9]
1702 wurde ein Verzeichnis erstellt, wer auf dem Fronberger Markt als Verkäufer und Käufer aus den Orten Lindenlohe, Freihöls, Kronstetten, Brückelsdorf, Münchshöf, Grafenricht und Prissath erschienen ist.[10]
1840 gab es 11 Anwesen und ein Hirtenhaus.[11] Im Bauabschnitt 1949 wurden durch die BBI im Siedlungsgebiet Brückelsdorf 29 Häuser in den Straßen Bahnhofstraße, Siedlungsstraße und Gartenstraße errichtet. In den nächsten Jahren wurden weitere Häuser gebaut. Nur ein Haus aus Alt-Brückelsdorf blieb stehen.[12]
Gemeindebildung
Brückelsdorf gehörte bei Bildung der Gemeinden 1818 noch zur Gutsherrschaft Fronberg und war deshalb eine eigene Gemeinde mit 13 Familien. Am 16. März 1830 wurde Brückelsdorf in die Gemeinde Wackersdorf eingegliedert.[13]
Historische Straßen
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6638 Schwandorf/Historische Karten
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6639 Wackersdorf/Historische Karten
Hausnamen und Häusernamen
Bei den Anwesen ist der Hausname und Häusername angegeben, der im Kataster um 1840 niedergeschrieben wurde.
| Hausnummer | Hausnamen | Häusernamen |
|---|---|---|
| 1 | “Beim Zilchen“ | “das ¼ Zilchengütl“ |
| 2 | “Beim Langen“ | “das Langengütl“ |
| 3 | “Beim Scherl“ | “das Scherlsöldengütl“ |
| 4 | “Beim Steiner“ | “das Steinergütl“ |
| 5 | “Beim Standecker“ | “das Standeckergütl“ |
| 6 | “Beim Knerer“ | “das Knererhäusel“ |
| 7 | “Beim Dobler“ | “das Doblerhäusl“ |
| 8 | “Beim Tagelöhner“ | “das Schatzenhäusel“ |
| 9 | “Beim Stengl“ | “das Geggerlhäusel“ |
| 10 | “Beim Maurer“ | “das Maurergerglhäusel“ |
| 11 | “Beim Zilch“ | “das Zilchenhäusel“ |
| 12 | Hirtenhaus |
Weblinks
- Brückelsdorf In: BayernAtlas
- Brückelsdorf In: Bavarikon, Ortsdatenbank
- Brückelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Brückelsdorf Karte des Deutschen Reiches, 1889
Literatur
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 96. Kastenamt Burglengenfeld mit Amt Kallmünz und Amt Hainsacker. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2025
- Joseph Pesserl: Chronik und Topographie der Stadt Schwandorf. Regensburg 1866, urn:nbn:de:bvb:355-rbh-918-7 (online verfügbar auf https://www.bavarikon.de/object/bav:SBR-MDZ-00000BSB11084632)
- Chronik der Oberpfalz, Chronik von Schwandorf Hubmann, 1865
- Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Wackersdorf 1974
- Wily Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2
Einzelnachweise
- ↑ Brückelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Chronik und Topographie von Schwandorf Pesserl, Joseph, 1866
- ↑ Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954, S. 76
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 96. Kastenamt Burglengenfeld mit Amt Kallmünz und Amt Hainsacker. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2025, S. 66
- ↑ Rita Maria Scharl: Die Chronik von Lindenlohe. 1000 Jahre Lindenlohe. Lindenlohe 1994
- ↑ Wily Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2, S. 119
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 96. Kastenamt Burglengenfeld mit Amt Kallmünz und Amt Hainsacker. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2025, S. 42
- ↑ Das Archiv der Freiherren von Spiering im Stadtarchiv Wegberg, 2002
- ↑ Das Archiv der Freiherren von Spiering im Stadtarchiv Wegberg, 2002
- ↑ Das Archiv der Freiherren von Spiering im Stadtarchiv Wegberg, 2002
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Wackersdorf 1974, S. 393-397
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Wackersdorf 1974, S. 402
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Wackersdorf 1974, S. 390-403
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