Berndt Trepesch

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Berndt Trepesch
Geburtsdatum:24. Februar 1952
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Berndt Trepesch (* 24. Februar 1952) ist ein Künstler und Pädagoge aus Amberg.

Leben

Berndt Trepesch wurde 1952 in Amberg geboren. Sein Onkel war der Landschafts- und Porträtmaler Josef Vietze.

1972 legte er sein Abitur am Gregor-Mendel-Gymnasium ab. Sein in den Jahren 1972 und 1973 begonnenes Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg setzte er nach seinem Zivildienst in den Jahren 1975 bis 1979 fort und legte das erste Staatsexamen ab. In den Jahren 1979 bis 1981 absolvierte er sein Referendariat und das zweite Staatsexamen. Trepesch war danach Lehrer am Herzog-Christian-August-Gymnasium. 1979 trat er der Gruppe Amberger Künstler bei. 1984 kaufte und sanierte er den Weiglhof in Speckmannshof. Trepesch ist verheiratet und hat zwei Söhne, die ebenfalls künstlerisch aktiv sind.[1][2]

Werke (Auswahl)

Die Werke von Trepesch umfassen eine Vielzahl an Malereien, Grafiken, Plastiken und Installationen.

Kunst gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf

Anti-WAA-Votivtafel
Franz von Assisi im Franziskus-Marterl

Trepesch engagierte sich auch künstlerisch gegen den Bau der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA). Er malte die Anti-WAA-Votivtafel, die 1984 bei einer Bittprozession zur Schwandorfer Kreuzbergkirche übertragen und in der dortigen Gnadenkapelle aufgehängt wurde.[3] Die Votivtafel zeigt den Lichtblitz einer Atombombe bei dem die Schutzmantelmadonna vor dem Atomzeichen auf der atomaren Wolke zu sehen ist. Ferner sieht man von Amberg kommend die Stadt Schwandorf mit dem Kreuzberg und der Kreuzbergkirche. 1984 schuf Trepesch das Bild für das Franziskus-Marterl im Taxöldener Forst, das zum sonntäglichen Treffpunkt für viele WAA-Gegner wurde. Er malte den Heiligen Franz von Assisi wie er zu den Vögeln spricht (Vogelpredigt).[4] Am Kastanienbaum sind ein Blaukehlchen, ein Kleiber und ein Grünspecht zu sehen. Ein Mauersegler fliegt umher. Am Boden ist eine Bachstelze, ein Eisvogel und zwei tote Vögel. Müll und ein leerer Kanister liegen am Boden herum. Im Hintergrund sind ein See, Hochspannungsmasten und das Kohlekraftwerk Schwandorf aus dem schmutzige braune Rauchwolken kommen. Eine weitere Anti-WAA-Votivtafel malte Trepesch für die Wallfahrtskirche Maria Hilf (Amberg).[5]

„Ein Boot – oder die Hoffnung fahren lassen“ (Amberger Skulpturenweg)

„Ein Boot – oder die Hoffnung fahren lassen“

Hauptartikel: Ein Boot – oder die Hoffnung fahren lassen

Für den Amberger Skulpturenweg 2010 schnitzte Trepesch aus Pappelholz „Ein Boot – oder die Hoffnung fahren lassen“[6]. Es soll ein Symbol sein für das Leben wie in der Romantik (siehe Caspar David Friedrich).[2]

Ausstellungen (Auswahl)

Trepesch beteiligt sich bis heute an fast allen Jahresausstellungen der Gruppe Amberger Künstler.[7][8] Weitere wichtige Ausstellungen waren für ihn u. a. in Wiesenfelden vom Bund Naturschutz, im Freilandmuseum in Perschen, im Oberpfälzer Künstlerhaus in Fronberg und 2011 im Museumsquartier Tirschenreuth.[9]

Literatur

  • Hohl, Hüttner, Trepesch: Malerei, Grafik, Plastik, Installationen; Oberpfälzer Künstlerhaus 1999. Schwandorf 1999.
  • Berndt Trepesch: Malerei, Plastik, Installationen. Kebbel-Villa, Schwandorf 21.3.–29.4.1999.
  • Friedrich Brandl: Der Künstler Berndt Trepesch. in: Lichtung 12, 1999 Nr. 3, S. 22–25.[10]
  • Gruppe Amberger Künstler 1999. Hrsg.: Gruppe Amberger Künstler, Amberg 1999, S. 56-59

Einzelnachweise

  1. Amberger Künstler Berndt Trepesch feiert 60. Geburtstag – Gespräch über Ausstellung im Zeughaus ...: Begeisterung geht schnell über in Knochenarbeit in: Onetz vom 20. Februar 2012
  2. 2,0 2,1 AMBERGER SKULPTURENWEG. Hrsg.: Kulturamt Amberg, 2020, S. 42-43 (online verfügbar auf https://amberg.de/fileadmin/Kultur_Kunst/Skulpturenweg_Heft.pdf)
  3. Alois Döring: Franziskus in Wackersdorf: Christliche Symbolik im politischen Widerstand. Religiöse Riten und Formen in ökologischen und friedensethischen Protestbewegungen. S. 435–449. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hrsg.): Symbole – Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Waxmann Verlag 1997, S. 435–449, ISBN 978-3-89325-550-4
  4. Schüler haben Franziskus-Marterl restauriert – Pfarrer Salzl erklärt das Franziskus-Bild Oberpfalz TV vom 18. April 2018
  5. "375 Jahre Wallfahrt auf den Mariahilfberg" in: Amberger Zeitung vom 27. Juni 2009
  6. Die Hoffnung fahren lassen bezieht sich auf die romantische Sehnsucht nach dem Transzendenten und die Auseinandersetzung mit Themen wie Vergänglichkeit, Tod und Jenseits und ist eine Metapher für das Loslassen von weltlichen Bindungen und das Hinwenden zu spirituellen oder metaphysischen Erfahrungen.
  7. Achim Hüttner: „Gruppe Amberger Künstler“ (GAK): Eine kleine Entwicklungsgeschichte. (online verfügbar auf https://oberpfaelzerkulturbund.de/wp-content/uploads/2016/07/FS38_S_235_236_b.pdf), in: 38. Bayerischer Nordgautag. 1034 - Amberg 975 Jahre - 2009. 2009, S. 235-236
  8. Die Kraft der Kunst – Ausstellung in der Alten Feuerwache Amberg glänzt mit besonderer Vielfalt in: Mittelbayerische Zeitung vom 2. Dezember 2024
  9. Amberger Künstler Berndt Trepesch feiert 60. Geburtstag – Gespräch über Ausstellung im Zeughaus ...: Begeisterung geht schnell über in Knochenarbeit in: Onetz vom 20. Februar 2012
  10. Neuerscheinungen zur Geschichte und Landeskunde der Oberpfalz 1999, zusammengestellt von der Universitätsbibliothek Regensburg
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