Sturm Lore

Lore war der Name eines Sturmes, der im Januar 1994 in ganz Mitteleuropa wütete. Besonders betroffen war unter anderem die Gemeinde Freudenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach.
Großwetterlage
Das Sturmtief Lore zog am 27. und 28. Januar 1994 über Deutschland und Mitteleuropa hinweg.[1] Lore entwickelte sich regional zu einem Orkan mit Spitzengeschwindigkeiten von über 120 km/h. Der Sturm entwurzelte in den bayerischen Wäldern zahlreiche Bäume, deckte Dächer ab und beschädigte Gebäude. In ganz Deutschland forderte das Unwetter sechs Todesopfer und verursachte Sachschäden in Höhe von umgerechnet rund 360 Millionen Euro.[2]
Auswirkungen in der Gemeinde Freudenberg

Am Morgen des Freitags, 28. Januar 1994, trafen schwere Sturmböen von Westen her auf die Höhenzüge des Naabgebirges. Möglicherweise entwickelte sich auf dem Gebiet der Gemeinde Freudenberg ein Tornado. Gegen 4.30 Uhr kam es zu schweren Verwüstungen, die ihren Anfang im Ortszentrum von Freudenberg nahmen und sich in einer etwa 100 Meter breiten Schneise rund vier Kilometer Richtung Osten bis nach Schleißdorf zogen. Beschädigt wurden unter anderem das Sägewerk Schrott in Freudenberg, die Brauerei Märkl, das Sportheim des SV Freudenberg, das Anwesen der Bäckerei Schrott in Wutschdorf, der Pfarrhof und die Pfarrkirche St. Martin Wutschdorf, die historische Molzmühle in Wutschdorf, mehrere Wohnhäuser in Freudenberg, Wutschdorf und Bauernhöfe in Schleißdorf und Ellersdorf. Im Kirchenwald zwischen Wutschdorf und Schleißdorf waren mehrere Hektar von Windbruch betroffen. Der Strom fiel für mehrere Stunden aus und die Dörfer im Oberland waren über die Straßen nicht mehr zu erreichen. Es dauerte bis 8 Uhr, bis die Feuerwehr Freudenberg-Wutschdorf die umgestürzten Bäume von den Fahrbahnen beseitigt hatte.[3]
Einzelnachweise
- ↑ Einfach nur ein Sturm oder Auswirkung des Klimawandels, Risknet.de vom 19. Januar 2007 [1]
- ↑ Die schlimmsten Orkane in Deutschland, RP-online.de vom 19. Januar 2018
- ↑ "Sturm hinterließ in der Gemeinde Freudenberg eine Schneise der Verwüstung: Kaum ein Haus blieb heil", Amberger Zeitung vom 29. Januar 1994, Seite 26