Schleißdorf

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Koordinaten: 49° 28' 37.84" N, 12° 1' 25.37" E

Schleißdorf
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PLZ/Ort:92272 Freudenberg
Höchstgeschwindigkeit:30
Belag:Asphalt
Verkehrsbedeutung:Straße an und in Wohngebieten
Datei:Wikidata-Archi38.svgQ121307382 ODB_S00033583
Datei:Openstreetmap logo.svg Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-09-09T14:15:31+02:00.

Schleißdorf ist der Name eines Ortsteils von Freudenberg.

Namensherkunft

Die Herkunft des Namens Schleißdorf ist unklar. Die Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft führt Schleißdorf als Beispiel für einen Ort auf, der auf die Kiefer verweist[1]. Demnach bezieht sich der vordere Teil des Ortsamens auf das sogenannte „Schleißen“. Beim Schleißen entstehen dünn gespaltene Holzspanstreifen aus harzreichem Kiefernholz (Kienspäne). Diese Erklärung greift aber zu kurz, weil sie sich lediglich auf die neuzeitliche, verschriftlichte Form des Namens bezieht. Im Dialekt wird Schleißdorf als Schlausdorf ausgesprochen, was eher auf einen slawischen Vornamen als Ursprung verweist. "Schlaus" kann als Kurz- oder Koseform des slawischen Vornamens Stanislaus (oder Stanisław) betrachtet werden.[3] In historischen Urkunden ist Schleißdorf als Schläsdorf, Slaesdorf, Slaisdorf, Slansdorf, Slesdorf, Sleßstraß, Slestorf und Sleßtorf belegt.

Lage

Schleißdorf liegt im Oberland in der Gemeinde Freudenberg. Der Ort befindet sich auf einem Hochplateau innerhalb des Naabgebirges zwischen Siegelberg und Friedrichsberg, das auch als Quellgebiet des Grimmerbaches dient. Am unteren Ende des Dorfes vereinen sich drei kleinere Zuflüsse zum Grimmerbach.

Geschichte

Schleißdorf war Bestandteil der Herrschaft Freudenberg. Der Ort wurde 1367 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Als der letzte Freudenberger Adelsherr, Hans II. von Freudenberg, die Herrschaft Freudenberg 1594 an den Amberger Kurfürsten verkaufte, sind für Schleißdorf zwei Höfe, sechs Güter und ein Haus vermerkt - also neun Anwesen. Im Jahr 2025 gab es in Schleißdorf 19 Wohnhäuser. Georg Leingärtner schreibt in seiner "Geschichte der Herrschaft Freudenberg", dass nicht alle Bauern von Schleißdorf Untertanen der Adelsherren von Freudenberg gewesen seien. Einige seien "pfälzische Waidtpauern" gewesen, die innerhalb der Freudenberger Grenzen "Wuhn und Waid" (Viehweide) suchten.[3] Schleißdorf gehörte bis Ende des 19. Jahrhunderts zur Pfarrei Rottendorf und wurde dann erst zur Pfarrei Wutschdorf umgepfarrt.

Maiandacht vor der Dorfkapelle in Schleißdorf im Jahr 2014.
Maiandacht vor der Dorfkapelle in Schleißdorf im Jahr 2014.

Gebäude/Einrichtungen/Firmen

Hausnummer Gebäude

Ohne Hausnummer ist die Dorfkapelle in Schleißdorf, die in den Jahren 1902 und 1903 errichtet wurde und der Heiligen Maria geweiht ist. Die Kapelle trägt einen kupferverkleideten Glockenturm mit vier Schalllöchern und einer Glocke. Im Innenraum stehen links und rechts eines Mittelganges Sitzbänke und ein Altar mit Tabernakel und Lourdes-Statue. Die Seitenwände sind mit Kreuzwegbildern ausgestattet. Die Kapelle wurde von der Dorfgemeinschaft in Eigenleistung errichtet, erste Pläne sind bereits für das Jahr 1877 belegt. Erst 1902 gelang es, das Vorhaben umzusetzen. Damals reichten 13 Anwesenbesitzer den Bauplan bei der Gemeinde Wutschdorf ein. Der Bauplan ist im Staatsarchiv Amberg archiviert.

Die Glocke wurde täglich zu den üblichen Läutzeiten am Morgen, mittags und abends von den Dorfbewohnern per Hand geläutet. 1981 wurde eine elektrische Steuerung eingebaut. Per Hand wird die Glocke nur noch bei Sterbefällen geläutet. Bis Ende der 1990er-Jahre wurde in der österlichen Bußzeit einmal pro Woche ein Kreuzweg gebetet, sowie im Marienmonat Mai einmal pro Woche eine Maiandacht. Die Rolle der Vorbeter übernahmen dabei stets die Kinder. Die regelmäßigen Andachten finden nicht mehr statt. Allerdings kümmert sich die Dorfgemeinschaft weiterhin um die Pflege des Sakralbaus. Die Kapelle steht unter Denkmalschutz.

Einzelnachweise

  1. [1][2]
  2. Staatsarchiv Amberg, Urkunde 1590/1
  3. Leingärtner Georg: Geschichte der Herrschaft Freudenberg, Verlag Lassleben, Kallmünz, 1980, Seite 142
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