Stadtbefestigung (Amberg)

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Stadtbefestigung
Adresse:92224 Amberg
BLfD-ID:D-3-61-000-541
Q98671551   City_walls_of_Amberg

Die Stadtbefestigung ist die wichtigste Befestigung der Stadt Amberg. Sie ist knapp drei Kilometer lang und wurde von insgesamt 97 Türmen gesichert. Die Türme dienten als Beobachtungsposten, Verteidigungsanlagen und Lagerorte.[1]

Geschichte

Als befestigter Markt war Amberg bereits 1144 belegt. Reste der ersten Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert wurden 1994 in der Unteren Nabburger Straße entdeckt. Der Umriss dieser Wehranlage zeichnet sich mit annähernd quadratischem Grundriss auf dem Stadtplan ab: Zeughausstraße, Paulanergasse und Spitalgraben verlaufen vor, Schiffbrückgasse, Kanzleigäßchen, Hafnergäßchen und Franziskanergasse hinter dem 1926 bzw. schon im 15. Jahrhundert eingefüllten Stadtgraben. Das starke Anwachsen der Stadt veranlasste Ludwig den Bayern zum Bau eines neuen Mauerrings. Vermutlich begann der Bau am 2. Mai 1326. Man baute zunächst die Stadttore, welche die wichtigsten Verkehrsachsen festlegten. Zur Finanzierung überließ Ludwig den Bürgern bedeutende, bis dahin landesherrliche Einkünfte. Die nachfolgenden Landesherren behielten diese Finanzierungspraktik unter Vorbehalt der Mitsprache bei. Der bis in das 15. Jahrhundert währenden Bautätigkeit folgten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Vorbefestigung und Verstärkung des Berings. Unter Kurfürst Maximilian von Bayern wurde Amberg zu einer der am stärksten befestigten Städte Süddeutschlands ausgebaut. Nach den Eroberungen von 1703 und 1745 erfogte eine Ausbesserung und partielle Aufstockung. Seit 1788 erfolgte eine Umgestaltung der Vorbefestigung zu Parkanlagen, zu verändernden Eingriffen kam es im 19. Jahrhundert. Um 1900 kam es zu einer Schleifung zwischen Neutor und Wingershofer Tor zum Bau der Ringstraße. 1977/78 wurde die Stadtmauer restauriert.[1][2]

Beschreibung

Die ovalförmige Anlage, bestehend aus hoher Ringmauer mit Rund- und Vierkanttürmen in regelmäßigen Abständen, Zwinger, Toren und Wassergraben, ist gut erhalten und zählt zu den großartigsten Beispielen mittelalterlicher Stadtbewehrung.

  • Von den 97 Türmen und den fünf Toren, die ein Chronist des 16. Jahrhunderts überlieferte, steht noch ein großer Teil. Das Teilstück zwischen St. Georg und dem Vilstor im Nordwesten ist besonders gut, streckenweise sogar mit Wehrgang erhalten, ebenso der östliche Mauerzug zwischen Ziegeltor und Nabburger Tor mit im 18. Jahrhundert durchgeführten Ausbesserungen in Quaderwerk. Besonders bewehrt die Ein- und Austrittsstellen der Vils: Im Süden der Schloss und Zeughaus verbindende, dreibogige Wassertorbau aus dem 14. Jahrhundert mit Resten eines Turmes, bez. 1588, mit Steinmetzzeichen des Werkmeisters Hans Hauch aus Trier (zwei Bögen spiegeln sich im Wasser, deshalb Bezeichnung als „Stadtbrille“). Der Mittelbogen innen und außen mit beidseitig vorgezogenen Streichwehren verstärkt.
  • Von den vier erhaltenen Toren – alle mit Stadt- und Kurpfalzwappen ausgestattet – am eindrucksvollsten das Nabburger Tor im Südosten. Spitzbogige Durchfahrt, flankiert von Halbrundtürmen, 14. Jahrhundert, mit polygonalen Aufsätzen von 1587 (mit Steinmetzzeichen und Initialen des Stadtmeisters Georg Haßfurter, der wohl als Bauleiter anzusehen ist), gleichzeitig der mittlere Überbau.
  • Wingershofer Tor im Süden, bez. 1579 und 1580, niedriger Torturm über zweigeschossigem Querbau mit Innenhof und Wehrgang. Gliederung durch Bänderrustika und Maulscharten; kreuzgratgewölbte Durchfahrt mit Rosettenschlussstein.
  • Vilstor, viergeschossiger Torturm, 14. Jh., mit Vorwerk, bez. 1574 mit Steinmetzzeichen des Stadtmeisters Georg Haßfurter. Am Turm stadtseitig Biforium mit Maßwerk, von Stichkappentonne überwölbte Durchfahrt mit Spitzbogenöffnungen; Vorwerk rustiziert, innen dreiseitiger Wehrgang.
  • Ziegeltor im Nordosten, Turm im Unterbau gotisch, rustizierter Aufbau mit Maulscharten um 1580, flankiert von halbrunden Batterietürmen mit Schießluken des 18. Jahrhundert; von Stichkappentonne überwölbte Durchfahrt mit Spitz- bzw. Segmentbogenöffnung.
  • Das mittelalterliche Georgentor wurde 1630, das anschließend weiter südlich errichtete Neutor 1870 abgebrochen.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Ambergs steinerne Geschichte: Seit 1326 prägt die Amberger Stadtmauer das Stadtbild. Was einst Schutz bedeutete, ist heute Wahrzeichen - und erzählt von 700 Jahren Geschichte zwischen Angst, Aufbruch und Identität. In: AMBERG Magazin, Sommer 2026. Hrsg.: Stadt Amberg, Kommunikation & Marketing, Amberg, S. 13-17 (online verfügbar auf https://www.flipbookpdf.net/web/site/17881508c7a1c287d3a456d1673c45a8c32432cf202605.pdf.html)
  2. ↑ 2,0 2,1 AMBERG / Stadtbefestigung. (online verfügbar auf https://de.dehio.org/bauwerk/amberg-stadtbefestigung), in: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern V: Regensburg und die Oberpfalz. 2. durchgesehene und ergänzte Auflage. Deutscher Kunstverlag, 2008, ISBN 978-3-422-03118-0