Vils

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Vils
Oberpfälzische Vils - von der Quelle bis zur Mündung
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Länge:78.4 km
Q314699   Vils_(Naab)  Vils (Naab)

Die Vils ist ein Fluss, welcher in Kleinschönbrunn entspringt und nach 87 Kilometern in Kallmünz in die Naab mündet.

Verlauf

Die Vils entspringt auf einer wasserstauenden Schicht an der Basis der der Kalkschichten des Oberen Juras. Bei der Quelle handelt es sich um eine sogenannte Schichtquelle. Sie liegt in Kleinschönbrunnin der Gemeinde Freihung im Landkreis Amberg-Sulzbach. Auf ihrem 87 km langen Lauf bis zur Mündung wechselt die Vils mehrfach ihre Fließrichtung. Zu Beginn fließt sie nach Norden, biegt dann bei Freihung nach Westen, um dann ab Vilseck eine südliche bis südöstliche Richtung einzuschlagen. Dabei durchfließt sie den Markt Hahnbach und die Stadt Amberg. Bei Vilshofen erreicht sie den östlichsten Punkt. In Schmidmühlen nimmt sie die Lauterach auf und mündet schließlich bei Kallmünz in die Naab.[1][2]

Auf ihrem Weg durchfließt die Vils drei Naturräume, nämlich die Vilsecker Mulde mit ihren kreidezeitlichen Ablagerungen, das Hahnbacher Becken mit Gesteinen aus der Oberen Trias und schließlich die Jurakalke der Frankenalb südlich von Amberg.[1]

Der heutige Verlauf der Vils entstand erst während der Eiszeiten aus drei anderen Flüssen. Im Bereich der Vilsecker Mulde war die Vils nach Osten orientiert und floss ursprünglich in die Haidenaab. Durch einen rückschreitenden Bach entstand der Durchbruch bei Gumpenhof und der Flussverlauf wurde nach Süden ins Hahnbacher Becken umgeleitet. Ein zweiter Vorläufer der Vils kam aus der Gegend um Röckenricht nordwestlich von Sulzbach-Rosenberg. Dieser durchfloss das Hahnbacher Becken in südöstlicher Richtung, rechts am Mariahilfberg vorbei und weiter über die Freihölser Senke zur Naab. Der heutige Unterlauf der Vils war früher ein Nebenfluss der Lauterach. Das Köferinger- und Mühlwalder Tal am Nordostrand des Hirschwalds sind Überreste des heute trockengefallenen Oberlaufs dieses Lauterachzuflusses. Erst nachdem sich der Vilsvorläufer aus dem Hahnbacher Becken einen neuen Durchbruch westlich des Mariahilfbergs geschaffen hatte und der „nördliche Lauterachzufluss“ angezapft wurde, vereinigten sich beide Flusssysteme zur heutigen Vils.[1]

Namensherkunft

"Weiß und glänzend" könnte als Namensgeber für die Vils (hier bei Vilshofen) gedient haben.

Woher stammt wohl der Ausdruck Vils? Geschichtsforscher Prof. Ernst Schwarz favorisiert den indogermanischen Ausdruck bhel – das Wort wird "fel" ausgesprochen und bedeutet "glänzend weiß". Aus fel wurde Vils! Bei dem meist ruhigen Wasserlauf der Vils scheint diese Deutung als Namensgeber plausibel.

Geschichte

Ab Schönbrunn durchfloss die Vils die Kurfürstlich Bayerische Oberpfalz, bei Freihung Pfalz-Sulzbach, in Vilseck das Herrschaftsgebiet des Bistums Bamberg, dann wieder die Kurfürstlich Bayerische Oberpfalz, ab Vilshofen die Junge Pfalz. Bei Schmidmühlen streift sie das Hohenburger Gebiet, das dem Hochstift Regensburg gehört.

Die Vils versorgt/versorgte zahlreiche Mühlen, Sägewerke und Eisenhämmer mit Wasserkraft. Sie ist ein Teilstück der Bayerische Eisenstraße. So dient sie im Mittelalter als Schifffahrtsweg für Lastkähne, die Eisen nach Regensburg transportieren und auf der Rückfahrt mit Salz beladen sind. Dabei werden die Schiffe von Pferden gezogen (getreidelt), ein Pfad dafür verläuft neben der Vils.

Im Jahr 1826 wurde die Schifffahrt eingestellt.

Ein immerwährendes Problem für Mensch und Tier war von jeher die Überquerung eines Flusses. Dazu diente eine Furt (eine seichte Stelle im Wasser) oder eine Brücke, die aufwändig errichtet werden musste. Aber auch eine Furt hatte Nachteile, nämlich für die Lastkähne. Besonders nach trockenen Sommermonaten drohten die Schiffe hier auf Grund zu laufen. Aus einem Beschwerdebrief der Stadt Amberg (1521) heißt es hierzu: "Zu Etzdorff ain furt zu haben, unser scheffart gantz unleydlich und zu grossen nachtail ist" – gemeint ist eine ehemalige Furt bei Ettsdorf.

Ein weiteres Problem waren die Gefahren wiederkehrender Hochwasser, wie die im Vilstal im Jahre 1909.

Die Vils mündet bei Kallmünz in die Naab. (2023)

Literatur

Weblinks

Quellenangaben

Heimatbuch "Vilshofen in der Oberpfalz, ein Dorf und seine Geschichte" von Albert Kräuter