Altstraßen im Bereich der TK 25 7036 Riedenburg
Uraltes Kulturland
Das untere Altmühltal zwischen Riedenburg und Kelheim gehört mit zu den am frühesten von Menschen begangenen Regionen Europas. Menschliche Spuren reichen bis in die Altsteinzeit zurück. Die hohe Anzahl der Eintragungen auf der Denkmalkarte verweisen auch die intensiven kulturgeschichtlichen Spuren der Menschen in diesem Raum. Südwestlich von Riedenburg passierte der römische Limes. Die Wegespuren des digitalen Geländemodells weisen dabei überwiegend von Südwesten nach Nordosten.[1]
Burgen und Klöster: Wichtige Wegstationen
Der Raum Riedenberg ist rundum von großen Forstgebieten umgeben: Der Köschinger Forst, der Hienheimer Forst, der Paintner Forst und der Tangrinteler Forst. Sie sind Relikte der frühmittelalterlichen Königsforste und bis heute dünner besiedelt als ihre Umgebung, die im Mittelalter Klöstern zur Urbarmachung und Besiedlung überlassen wurden. Klöster waren, wie Burgen, wichtige Wegstationen und Sicherungspunkte einer Herrschaft. Dabei bestanden enge Beziehungen des örtlichen Adels mit Regensburg, dem dortigen Burggrafenamt und den örtlichen Klöstern.[2]
Das Burggrafenamt
Die Burggrafschaft war ein erbliches Reichslehen und ihr Inhaber der mächtigste Stellvertreter des Kaisers im Raum Regensburg. Das Burggrafenamt ist im zweiten Drittel des 10. Jahrhunderts eingerichtet worden. Papo I., der mögliche Stammvater der Paponen, ist um 975/80 als Burggraf erstmals in den Quellen fassbar. Er soll der Legende nach Vater von insgesamt 37 Kindern gewesen sein, 30 Söhne und sieben Töchter. Durch eine geschickte Heiratspolitik waren die Paponen direkt und indirekt mit Königs- und Kaiserhäusern sowie mit bedeutenden Grafengeschlechtern verwandt.
Geleitrechte im Umland von Regensburg
Die Paponen waren auch im Umland von Regensburg begütert und ihr Besitz war weit gestreut. Mages vermutet, dass die Einflusssphäre der Paponen bereits im 10. Jahrhundert weit über die Stadtgrenzen von Regensburg hinausreichte. Dem Donautal und ihren Zuläufen folgend reichte ihr Einfluss im Norden ins Tal der Schwarzen Laber und im Süden bis Lindhart bei Mallersdorf in Tal der Kleinen Laber. Eine Verdichtung der Herrschaftsrechte sieht Mages dabei besonders im Raum Riedenburg.
Eine wichtige Rolle scheinen hier wohl auch für die Geleitrechte gespielt zu haben: Sie waren damit für die Gewährleistung der Sicherheit auf den Straßen von und nach Regensburg zuständig. In diesem Zusammenhang waren sie, wieder nach Mages, auch für das Altmühl- und Schambachtal bis zur Wissinger Laber und die Höhen des Jura von Bedeutung. Burgen entlang der Flussläufe wie Rabenstein, Dachenstein, Rosenburg, Eggersberg, Wildenstein und Altmannstein steckten das Herrschaftsgebiet ab und sicherten dabei die Verkehrsrouten.[3]
Klöster und Burgen um Regensburg
Wichtigen Einfluss sicherten sich die Burggrafen auch durch die Ausübung des Vogteirechts über die Besitzungen einer Reihe von Regensburger Klöstern: St. Emmeram, Prüfening, Prüll und St. Jakob. Außerhalb der Stadt auch in ihren Stiftungen Walderbach und Altmühlmünster. Hier zeigt sich ihr Expansionsdrang in Richtung Westen ins Altmühltal und nach Norden ins Regental. Die Klöster waren neben den Burgen zur Sicherung der Herrschaft von großer Bedeutung. Zwar sind keine gesicherten historische Informationen über die Entstehungszeit der genannten Burgen bekannt, doch können Erbauer und Bauzeit über die Analyse baulicher Überreste, ihrer topographischen Lage im Altwegenetz in Kombination mit schriftlichen Quellen ermittelt werden.
Die Burggrafen von Riedenburg und die Paponen
Die Präsenz der Burggrafen von Regensburg ist neben dem unteren Altmühltal auch für das Regental gesichert. Kaiser Friedrich I. Barbarossa stärkte um 1160 die Burggrafen gegen die aufstrebenden Wittelsbacher in diesem Raum Die Ehe des Burggrafen Ottos II. mit einer Wittelsbacherin provozierte allerdings beim Aussterben der Linie entsprechende Erbansprüche. Barbarossa zog um 1185 die Burggrafschaft ein und verlieh sie einem königlichen Beamten.
Die Adelssippe der Paponen spielte noch bis ins 12. Jahrhundert eine herrschaftstragende Rolle in und um Regensburg. Eine Seitenlinie der Burggrafen von Regensburg nannte sich um die Mitte des 12. Jahrhunderts ausdrücklich nach Riedenburg. Mages sieht die Burggrafen von Regensburg-Riedenburg in familiärer und herrschaftlicher Verbindung zu den Abensbergern und Altmannsteinern. Allerdings ist die Quellenlage hierzu sehr dürftig und geben Raum für Vermutungen.[3]
Die Burggrafen als Minnesänger: Der Rietenburger
Die Manessesche Liederhandschrift aus der Zeit um 1300 weist sowohl den Burggrafen von Regensburg als auch den Burggrafen von Riedenburg als Minnesänger aus. Doch ein sicherer Beleg für die Erstnennung der Grafen und des Ortsnamens von Riedenburg steht aus. Häufig wird das Jahr 1111 genannt, deren Überlieferung aber erst in einer Abschrift des 16. Jahrhunderts vorliegt. Ca. 1120 – 1140 wird ein „Otto de Ritenburch“ in einer Prüfeninger Tradition als Spitzenzeuge erwähnt, die Erwähnung weiterer Riedenburger folgt in den nächsten Jahrzehnten, sie tragen ausdrücklich den Grafentitel („comes“). Ihr Name belegt bereits die Existenz einer Burg. Der „Rietenburger“ gehört zu den ältesten deutschen Minnesängern. Der nur mit dem Titel genannte Minnesänger könnte der Sohn des Regensburger Burggrafen Heinrich III., Heinrich IV. sein (1174 – 1184) oder dessen jüngerer Stiefbruder Otto III. (1154 – 1185). In seinen Liedern zeigt sich schon deutlich der Einfluss der provenzalischen Troubadours, deren Kunst der Burggraf vermutlich in staufischen Diensten kennengelernt hat.
Die Darstellung des „Rietenburgers“ im Codex Manesse
Der Burggraf in seiner Darstellung sitzt auf einer Bank, die eine Hand auf den Griff eines großen Schwertes gestützt – ein Hinweis auf die in seinem Burggrafenamt ausgeübte Gerichtsgewalt. Über der Darstellung des Burggrafen mit einem entrollten Schriftband finden sich zwei Wappen. Der Schild zeigt in Gold einen roten Schrägbalken, belegt mit drei silbernen Rosen. Daneben ein skizzierter Helm, auf der blauen Helmdecke eine rote Rose mit rotem Butzen, grünen Kelchblättern und grünem Stiel. Das sonst nicht überlieferte Wappen könnte einen Hinweis auf die Rosenburg oberhalb Riedenburg (s. unten) darstellen, die sich im Besitz des „Rietenburgers“ befunden haben könnte. Die drei silbernen Rosen könnten zudem auf die drei Burgen im Umgriff Riedenburgs verweisen [4]
Der Burggraf von Regensburg im Codex Manesse
Ebenso wie der Burggraf von Riedenburg wird auch der Burggraf von Regensburg nur mit dem Titel genannt. Es könnte sich um Heinrich III. (bezeugt 1126 – 1177) handeln, den Vater des oben genannten Heinrich IV. Er ist der erste namentlich bekannte bayerische Minnesänger. Seine Lieder gehören zu den ältesten erhaltenen Resten des deutschen Minnesangs. Die Miniatur zeigt ihn in Ausübung seines Amtes. Er war nicht nur militärischer Befehlshaber der Burg, sondern ihm unterstand auch die Gerichtsbarkeit. Er sitzt auf einer Bank und hält Gericht über einen bärtigen alten Mann, der sich auf einen Stock stützt. Über der Darstellung findet sich das Regensburger Stadtwappen: In Rot zwei aufgerichtete gekreuzte silberne Schlüssel. Die Schlüssel bilden auch das Zimier auf dem goldenen Topfhelm daneben. [5]
„Burgennest“ um Riedenburg
Die Gegend um Riedenburg gilt geradezu als „Burgennest“. Da sich aber im direkten Umgriff von Riedenburg drei Burgen befinden ist es fraglich, welche der Ansiedlungen den Namen gab bzw. wo die Anfänge des Ortes zu suchen sind: In der Burg Tachenstein, in der Rosenburg oder in der Feste Rabenstein/Rabenfels. Burgen wie Schloss Prunn und die Rosenburg über Riedenburg prägen noch heute das Landschaftsbild, während von den anderen nur noch geringe Spuren zu erkennen sind. Festungen wie Deising, Deising-Hohe Wacht, Altmühlmünster, Obereggersberg, Harlanden, Tachenstein und Rabenfels waren von strategischer Bedeutung und dienten nach Mages zur Sicherung der Verkehrswege, insbesondere durch das Altmühltal.
Die einzelnen Burgen und Adelssitze im Raum Riedenburg-Dietfurt-Altmannstein dürften ins Hochmittelalter zurückgehen, vielleicht auch noch in frühere Zeit. Aus ihnen entwickelten sich später Hofmarken.
Eng mit den Paponen scheinen die Sippe der Magonen verwandt gewesen zu sein. Ein Maganus von Schamhaupten erscheint im Jahre 1097 als Zeuge einer Münchsmünsterer Tradition.[3]
Die Burgen Rabenstein, Dachenstein und Rosenburg
Westlich von Riedenburg an einem steilen Berghang unterhalb der Rosenburg liegt die Rabenstein (auch Rabenfels genannt). Sie ist die älteste der drei Burgen. Sie wurde vermutlich vom Burggrafen von Riedenburg gegründet und gilt als die eigentliche „Riedenburg“. Apian bezeichnet die kleine Burganlage mit rechteckigem Bering bereits um 1560 als „alt und verfallen“.
Die Burg Dachenstein (auch Tachenstein) ist ebenfalls eine kleinere Burganlage auf einem Höhenrücken nördlich von Riedenburg und wurde wohl zum Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. Ein Abschnittgraben trennt den Ausläufer des Berges vom Massiv. Ende des 19. Jahrhunderts stand nur noch ein quadratischer Bergfried von ca. 16 m Höhe und 7 m im Quadrat.
Die Rosenburg ist von den drei Burgen noch am besten erhalten. Die ausgedehnte Anlage steht auf einem Bergvorsprung westlich von Riedenburg und geht im Kern wohl auf die Frühzeit des 13. Jahrhunderts zurück. Die Überreste des Bergfrieds stammen gleichfalls aus dieser Zeit. Diese Befestigung umzieht den äußeren Rand des Höhenrückens in fast kreisförmiger Anlage und ist vom Massiv des Hinterlandes durch einen breiten Abschnittsgraben getrennt. Vom Wohnbau der mittelalterlichen Anlage hat sich nichts erhalten. Beim Wechsel vom 15. zum 16. Jahrhundert scheint die Befestigung der Burg bedeutend verstärkt worden sein und in den Jahren 1556 – 1558 erfolgte der Neubau der Wohngebäude, die im Inneren weiter umgestaltet, bis 1905 als Amtsgerichtsgebäude dienten.
Der Besitzwechsel an die Wittelsbacher, die verschiedenen Verpfändungen des Amtes Riedenburg und die Landesteilungen brachten auch für die drei Burgen neue Besitzer. [6]
Im Besitz der Wittelsbacher
Mit dem Aussterben der Familie der Burggrafen von Regensburg-Riedenburg ging der Besitz an die Wittelsbacher als Herzöge von Bayern über. Wenige Jahrzehnte später erfolgte um 1231/34 im ältesten Herzogsurbar (=Güterverzeichnis) unter dem Amt Riedenburg eine Zusammenstellung der von den Grafen von Riedenburg übernommenen Besitzungen und Einkünfte. Im Urbar von ca. 1285 sind seit 1231/34 weitere Besitzungen dazugekommen. Zum Amt Riedenburg gehören nun auch eine Reihe von Siedlungen in der Umgebung von Dietfurt (das später als eigenes Amt geführt wird) sowie um Kinding).[3]
„Ladestatt“ bei Riedenburg und „Überfuhr“ bei Mariaort
Im Urbar von 1285 wird unter Riedenburg ausdrücklich eine „Ladestatt bei Riedenburg“ als abgabepflichtig erwähnt. Ein Hinweis auf Schiffsverkehr auf der Altmühl. Die Einkünfte daraus stehen dann im Urbar von 1326 ausdrücklich dem Pfarrer von Riedenburg zu. Zu erwähnen ist hier auch die Tatsache, dass die Einnahmen aus einem abgabepflichtigen Naabübergang bei Mariaort, (die Überfuhr erfolgte hier ausdrücklich mit einem Einbaum!) dem Amt Riedenburg zustanden.[7]
Im Umfeld der Burggrafen von Regensburg tauchen die Herren von Stein auf, die nicht Hilpoltstein zuzuordnen sind, sondern Altmannstein. In ihrem Umkreis treten auch Personen auf, die sich nach Eggersberg nennen. In Konkurrenz zu den Herren von Stein und Abensberg waren die Wittelsbacher, die beide bestrebt waren, ihre Landesherrschaft in autonomen Territorien auszubauen. Die Herzöge waren letztlich am erfolgreichsten in der Eindämmung der Expansionsbestrebungen ihrer Konkurrenten. Ausgehend vom oft weit gestreuten und nicht zusammenhängenden Allodialbesitz arbeiteten alle Herrschaftsträger an der Verdichtung ihrer Herrschaftsrechte und der Expansion ihrer Einflusssphäre. Ziel war es, einen ausgedehnten, ländlich-agrarisch geprägten Raum herrschaftlich zu durchdringen und die uneingeschränkte Landesherrschaft in einem geschlossenen Territorium zu erlangen.
Nachdem am Ende des 12. Jahrhunderts ist das Erbe der Burggrafen von Regensburg-Riedenburg an die Wittelsbacher als Herzöge von Bayern übergegangen. Vor Ort waren diese auf die Unterstützung durch ihre Ministerialen (=Untergebenen) angewiesen, die auf den Burgen der Gegend ihren Sitz hatten.[3]
Das Amt Riedenburg unter den Wittelsbachern
Nachdem Riedenburg als herzogliches Amt um 1231/34 im ältesten Herzogsurbar historisch fassbar wird, fiel der Raum Riedenburg bei der ersten wittelsbachischen Landesteilung an Herzog Ludwig II. Altmannstein bildete dabei einen eigenen Besitzkomplex, der 1291 an Herzog Ludwig II. von Oberbayern kam.
Bei der wittelsbachischen Landesteilung von 1329 wurde Riedenburg mit dem dazugehörigen Amt dem Herzogtum Oberbayern zugeteilt. Im 14. und 15. Jahrhundert war das Amt Riedenburg, zeitweise zusammen mit Eggersberg, Rabenstein und Tachenstein, verpfändet.[3]
Um die Mitte des 15. Jahrhunderts scheint die Zeit der Verpfändungen geendet zu haben. Herzogliche Pfleger und Richter waren fortan für Verwaltung und Gericht in Riedenburg zuständig.
Markt, Handel und Zoll
Wie es üblich war, ist sicher bereits zu Zeiten der Burggrafen Handel betrieben worden. Mit einem Marquart „mercator de Rietenburg“ ist 1223 ein Händler namentlich genannt. Im ältesten Herzogsurbar um 1231/34 wird Riedenburg erstmals als Markt genannt. Zwischendurch kurz auch als Stadt bezeichnet, erscheint der Ort in der Folge wiederum nur als Marktort. Im ältesten Freiheitsbrief von 1373 erhielt Riedenburg die niedere Gerichtsbarkeit zugesprochen und gehörte zum Ingolstädter Stadtrechtskreis. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ist Riedenburg auch als landesherrliche Zollstätte belegt.[3]
Hofmarken und Sitze im Pfleggericht Riedenburg
Im Pfleggericht Riedenburg sind folgende Sitze genannt: Aicholding, Altmühlmünster, Baiersdorf, Eggersberg, Flügelsberg, Harlanden, Hexenagger, Maierhofen, Mendorf, Neuenhinzhausen, Neuenkehrsdorf, Pondorf, Prunn, Sandersdorf, Schamhaupten, Steinsdorf, Tachenstein, Wildenstein, Zandt, Grashausen, Hagenhill, Offendorf, Altenburg, Gimpertshausen, Hainsberg und Mitteldorf.
Im 18. Jahrhundert war das Territorium in die Pfleggereicht Riedenburg, Altmannstein und Dietfurt aufgeteilt, sie wurden bei der Reorganistation von 1803 zum Landgericht Riedenburg zusammengefasst, das von 1808 – 1810 zum Altmühlkreis gehörte, dann zum Regenkreis (1810 – 1837) und schließlich zur Oberpfalz (ab 1838). Mit der Neugliederung der Landkreise im Zuge der Landkreisreform in Bayern 1972 – 1978 erfolgte die Aufteilung des ehemaligen Landkreises Riedenburg unter die Landkreise Kelheim (Niederbayern), Eichstätt (Oberbayern) und Neumarkt (Oberpfalz) so dass die ehemaligen Gemeinden des Landkreises nun auf drei Regierungsbezirke aufgeteilt sind. Eine Erhebung zur Stadt erfolgte für Riedenburg erst am 6. August 1952.[8]
Altwegetrassen um Riedenburg nach Auer
Neben Anton Dollacker und Herbert Rädle hat sich auch der niederbayerische Altwegeforscher Johann Auer mit Altwegen um Riedenburg, Dietfurt und Hemau beschäftigt. Er kam zu folgenden Altwegetrassen:
- Kelheim – Altmühltal – Riedenburg – Harlanden – Schelmental – Altmühlmünster (= Abkürzung der Gundlfinger Schleife) – Meihern – Mühlbach – Dietfurt.
- Landshut – Irnsing (Donauübergang) – Laimerstadt – Echendorf – Buch – Riedenburg – Velburg. (Variante: Irnsing – Tettenwang – Schambachtal – Riedenburg).
- Pförring – Tettenwang – Schambachtal – Riedenburg – Haidhof – St. Agatha-Kapelle – Altmühlübergang bei Gundlfing (Holzbrücke) – Perletzhofen – Albertshofen – (Fortsetzung: Thonlohe – Parsberg/Velburg?)
- Deising – Südlich Perletzhofen – Südwestlich Otterzhofen. Einmündung in die Trasse Bettbrunn – Hemau.
- Dietfurt – Ödhof – Aichkirchen – Painten (sog. Glasweg) – weiter über Deuerling nach Regensburg.
- West-Ost-Route wohl über Kipfenberg – Winden – Pondorf – Neuses – Thann – Hochweg – Riedenburg - Überquerung der Altmühl – Emmerthal – Kirchlein Maria-Hilf – Baiersdorf (zwei Stränge, die sich vereinen) – Keilsdorf – Kleinwalddorf – Irlbrunn – Viehhausen – Regensburg (Variante über Prunn und Keilsdorf).
- Raum Ingolstadt – Bettbrunn – Steinsdorf – Waldung Kesselberg - Schamhaupten – Thannhauser Berg – Thannhausen – Than - Hochweg – Riedenburg.
- Alternativtrassen: Thann – Schlittweg – Schelmental – Altmühltal bzw. Laubhof – Hohe Wacht (frühmittelalterliche Wallanlage) – Deising – Burg Flügelsberg als Nachfolge der „Hohen Wacht“.
- Riedenburg – Jachenhausen – Hemau (alternativ: Riedenburg – Aicholding – westlich Dieterzhofen – Jachenhausen).
- Riedenburg – Abzweigung vor Harlanden – Haidhof – Kirche St. Agatha – Altmühlübergang bei Gundlfing – Otterzhofen – Hemau. </ref> Johann Auer: Altwege zwischen Abens, Donau und Isar. Kallmünz 1999 (=Regensburger Beiträge zur Regionalgeographie und Raumplanung; 5) </ref>
Altwegetrassen um Riedenburg nach Mages
Laut Mages wurden seit dem Hochmittelalter Trassen immer wieder verlegt oder neu angelegt, so dass eine genaue zeitliche Nutzung nur schwer möglich ist. Breite Geleise- und Hohlwegfächer sprechen in diesem Raum für einen regen Verkehr. Als wichtige alte Verkehrsknoten werden an der Altmühl die Räume Prunn-Riedenburg, Sandersdorf, Gundlfing-Perletzhofen, Deising-Meihern und Dietfurt erkennbar. Auch in Forchheim, Bettbrunn, Dollnhofen-Thannhausen, Thann, Jachenhausen und Otterzhofen kreuzten sich Altstraßen. Emma Mages zieht folgendes Fazit: „In der neueren Zeit bestanden wichtige Landstraßenverbindungen von Riedenburg nach Kelheim und Dietfurt durch das Schambachtal über Altmannstein nach Viehhausen oder Sandersdorf mit Anschluss an die sogenannte „Nürnberger Landstraße“ von Landshut über Neustadt a.d. Donau nach Nürnberg. Diese wichtige alte Straße, die heutige B 299, berührt von der Donau kommend die Orte Forchheim, Mindelstetten, Tettenagger, Sandersdorf, Schamhaupten und Pondorf.“[9]
Altstraßen um Riedenburg nach Dollacker
Anton Dollacker verzeichnet unter den Nummern 88, 89 und 91 drei Altwege, die aus dem Raum Riedenburg/unteres Altmühltal in die Oberpfalz führen.[10]
Weblinks
- Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 7036: Riedenburg
- Karte der Hohlwege im Bereich der TK 25 Blatt 7036: Riedenburg
- Karte der Steige im Bereich der TK 25 Blatt 7036: Riedenburg
- Karte der Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 7036: Riedenburg
- Visualisierung der Altstraßen aus den Historischen Karten der TK 25 Blatt 7036: Riedenburg
Einzelnachweise
- ↑ Riedenburg, in: Friedrich Hermann Hofmann und Felix Mader: Beilngries II: Amtsgereicht Riedenburg. Nachdruck. München 1982, S. 113 - 130 (=Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg; 13)
- ↑ Hans Dachs: Der Umfang der kolonisatorischen Erschließung der Oberpfalz bis zum Ausgang der Agilolfingerzeit. urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1547-3, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Band 86. Hrsg.: Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1936, urn:nbn:de:bvb:355-rbh-2742-1, S. 159-178
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Riedenburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2021, ISBN 978-3-7696-6563-5, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00154504-1, S. 109-116
- ↑ Der Burggraf von Rietenburg (Tafel 42), in: Codex Manesse: Die Miniaturen der Großen Heidelberger Liederhandschrift. Hrsg. und erläutert von Ingo F. Walter. 1. Auflage. Frankfurt/M. 1988, S. 84 - 85)
- ↑ Der Burggraf von Regensburg (Tafel 108), in: Codex Manesse: Die Miniaturen der Großen Heidelberger Liederhandschrift. Hrsg. und erläutert von Ingo F. Walter. 1. Auflage. Frankfurt/M. 1988, S. 220 - 221
- ↑ Schamhaupten, in: Friedrich Hermann Hofmann und Felix Mader: Beilngries II: Amtsgericht Riedenburg. Nachdruck. München 1982, S. 124 - 130 (=Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg; 13)
- ↑ Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Riedenburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2021, ISBN 978-3-7696-6563-5, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00154504-1, S. 66 – 68, sowie Karte S. 64
- ↑ Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Riedenburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2021, ISBN 978-3-7696-6563-5, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00154504-1, S. 230 - 300
- ↑ Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Riedenburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2021, ISBN 978-3-7696-6563-5, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00154504-1, S. 5-8
- ↑ Anton Dollacker: Altstraßen der mittleren Oberpfalz. urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1575-7, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Band 88. Hrsg.: Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1938, urn:nbn:de:bvb:355-rbh-2740-1, S. 167-186