Hans Dachs

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Prof. Dr. Hans Dachs (* 30. Januar 1886 in Erding, † 25. April 1966 in Regensburg)[1] war als Altphilologe und Historiker sowie als Lehrer und Dozent tätig. 1962 wurde er mit dem Nordgaupreis der Stadt Amberg für Heimatpflege ausgezeichnet.

Leben und Wirken

Hans Dachs wurde als Sohn einer Erdinger Bauernfamilie geboren. Das Gymnasium besuchte er zunächst in Schäftlarn und die letzten drei Jahre in Freising. Anschließend absolvierte er ein Studium der Philologie[2] und Altertumswissenschaft. Seine erste Anstellung führte ihn – nach seiner Hauslehrertätigkeit beim Grafen von Hutten-Czapski in Monte Carlo und Rom[1] – als Lehrer an das Gymnasium der Englischen Fräulein nach Regensburg, bis er 1920 an das Alte Gymnasium wechselte. Neben seiner Tätigkeit als Pädagoge widmete Dachs sich der Geschichtsforschung, sodass er in Regensburg dem Historischen Verein beitrat. Besonders beschäftigte er sich mit dem Studium des Übergangs von der Antike zum frühen Mittelalter, sodass er 1926 zum Professor für Geschichte an die Regensburger Hochschule berufen wurde. Während seiner Zeit als Professor an der Hochschule in Regensburg setzte Dachs einen Schwerpunkt auf die Erforschung der Lokalgeschichte der Stadt. So wies er nach, dass aus der einstigen römischen Siedlung zunächst das agilolfingische Herzogsgut und später das deutsche Königsgut entstand, was der Dop'schen Kontinuitätslehre folgte. Auch betätigte sich Dachs als Ortsnamenforscher. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeit wurde Dachs zum Mitglied der Kommission für bayerische Landesgeschichte ernannt und fungierte für mehrere Jahre als Ehrenvorsitzender des Historischen Vereins Regensburg.[2]

Im November 1933 unterzeichnete er das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat. Nach der Frauendemonstration seiner Ehefrau Johanna Kurz gegen den Kruzifix-Erlass, den Julius Pauly anordnete, wurde Dachs als Vorstand des Historischen Vereins abgesetzt und zum geschäftsführenden Vorstand degradiert.

Zur Anerkennung seiner langjährigen Beschäftigung mit der Regionalgeschichte Regensburgs und der Oberpfalz wurde Dachs 1962 mit dem Nordgaupreis für Heimatpflege ausgezeichnet. Zudem erhielt er die Albertus-Magnus-Medaille der Stadt Regensburg.[1]

Werke (Auswahl)

  • Regensburg. Geschichte und Denkmäler, Regensburg 1952.
  • Der Umfang der kolonisatorischen Erschließung der Oberpfalz bis zum Ausgang der Agilolfingerzeit. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1936.
  • Die Entstehung der Stadt Hemau auf dem Tangrintel. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1940.[2]
  • Zur Ortsnamenkunde des Bezirkes Erding: Ein Beitrag zur altbairischen Siedlungsgeschichte, Teil 1. In: Der Inn-Isengau, Heft 8, Südostbayerische Heimatstudien. Watzling 1942.
  • Das Werden einer Stadt. Schwank, Erding 1961.[1]

Literatur

  • Hochschulprofessor Dr. Hans Dachs 80 Jahre alt. In: Die Oberpfalz 66, S. 29.[2]
  • Willi Keßel: In memoriam Hans Dachs. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 106, 1966, S. 7–22.
  • Andreas Kraus: Der bayerische Historiker Hans Dachs. In: Der Zwiebelturm. Band 21, 1966, S. 25–29.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Wikipedia: Hans Dachs, abgerufen am 22. April 2026
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 OKB Personen Datenbank, abgerufen am 22. April 2026