Seelenweiber

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Seelenweiber wurden ambulante Krankenpflegerinnen genannt.

Situation in Amberg

In Amberg gab es sie bereits im 16. und 17. Jahrhundert und sie wohnten gemeinsam im sogenannten Seelhaus in der langen Gasse unweit des Vilstores. Sie waren von der Stadt mit Krankenpflege beauftragt und fungierten daneben noch als Totenfrauen und Leichenbitterinnen. Im Jahre 1816 nennen Chronist Schenkl noch vier dieser Seelenweiber. Für ihre Tätigkeit erhielten sie neben freier Kost bis zu einem Gulden und 30 Kreuzern, bei Begräbnissen zusätzlich 30 bis 50 Kreuzer. Jede Frau durfte davon die Hälfte behalten, den Rest legte man in eine Sparbüchse. Diese wurde zu gewinnen Zeiten geöffnet und ihr Inhalt unter den Frauen verteilt.[1]

Einzelnachweise

  1. Die »Seelenweiber«. In: Amberger Geschicht'n. Hrsg.: Stefan Helml, April 1984, S. 59