Richard Schertl

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Richard Schertl
Geburtsdatum:1919

Richard Schertl (* 1919) war Gründer des Unternehmens Eisen Schertl in Hirschau.

Leben

Richard Schertl wurde 1919 in Würzburg geboren. Am 4. Mai 1940 heiratete er Karolina Herrneder. Mit ihr zusammen fungierte er 1939 als Hirschauer Prinzenpaar. Später engagierte er sich bei den TuS-Fußballern als Abteilungsleiter.[1]

Wirken

Hirschau Keramik

1933 trat er eine Stelle in einer Würzburger Porzellangroßhandlung an. Nach seiner Lehrzeit fand er in Colditz eine Anstellung in der Verwaltung einer Steingutfabrik. Als 18-jähriger las er in der „Keramischen Rundschau“, dass die Hirschau Keramik GmbH einen Expedienten in leitender Funktion sucht. Schertl bekam die Stelle. Am 1. April 1938 holte ihn Alois Lukscha, Geschäftsführer der Hirschau Keramik, vom Amberger Bahnhof ab. Schertl bezog Quartier bei Albert Epp in der Postgasse 4. Nachdem Lukscha zu Kriegsbeginn am 1. September 1939 eingezogen wurde, übernahm Schertl als „Ersatzdirektor“ die Firmenleitung. Am 20. Oktober 1944 musste auch er zum Militär.[1]

Eisen Schertl

Hauptartikel: Eisen Schertl

Nach dem Kriegsende fiel Richard Schertl auf, dass es in Hirschau keine Schrauben und Nägel zu kaufen gab. Deshalb eröffnete er im September 1948 im Anwesen Weinberger in der Hauptstraße 32 einen Laden für „Stahlwaren und Haushaltswaren“. Zu den ersten angebotenen Waren gehörten zehn Emailtiegel, zehn Teigschüsseln, 20 Milchtöpfe, zehn Essenträger und fünf Nachttöpfe aus der Amberger Firma Baumann. Seiner Keramikvergangenheit war es geschuldet, dass es auch fünf Waschbecken und zehn Nachttöpfe in chamois, fünf Kammschalen, fünf Kaffeekannen und 80 Tassen gab. Ab 1949 gab es erste Werkzeuge und 3.000 Nägel in 12,5 kg Holzkisten. 1954 erfolgte der erste Umzug ins Herrneder-Haus, in dem seine Schwiegereltern seit 1922 ein Textilgeschäft betrieben hatten. In das Gebäude wurde eine Passage mit Schaufenstern eingebaut. 1980 übergab Richard Schertl das Unternehmen an seinen Sohn Harald Schertl.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Werner Schulz: „Stahl- und Haushaltswaren“ anstatt Steingut. In: POTTPOURRI, Februar 2024/März 2024. Hrsg.: Oberpfalz Medien GmbH, Weiden 2024, S. 4-5