Werner Schulz
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Werner Schulz am Dreikönigsfrühschoppen 2026 | |
| Geburtsdatum: | 28. August 1949 |
Werner Schulz (* 28. August 1949) ist ein Lehrer und Politiker (CSU) aus Hirschau.
Leben und Beruf
Werner Schulz wurde am 28. August 1949 in Hirschau als erstes von drei Geschwistern der Eheleute Karlheinz und Betty Schulz (geb. Linthaler) geboren. Im Jahr 1974 heiratete er seine Frau Theresia (Tochter von Willi Bösl und Betty Bösl). Aus der Ehe gingen die drei Töchter Nadja, Nikola und Natascha hervor. Ehefrau Theresia verstarb im Juli 2022.[1]
Schulz besuchte von 1955 bis 1960 die Volksschule Hirschau, trat dann an das Gregor-Mendel-Gymnasium in Amberg über, das er 1969 mit dem Abitur abschloss. Nach dem Abitur leistete er als Zeitsoldat zwei Jahre Wehrdienst bei der Bundeswehr. Nach 21 Monaten Dienstzeit wurde er zum Leutnant befördert wurde. Anschließend studierte er an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Regensburg. Dort legte er 1974 legte die I. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen mit Erfolg ab und trat im August 1974 in den Schuldienst ein. 1977 absolvierte er die II. Lehramtsprüfung mit Erfolg. Schon 1979 wurde ihm die kommissarische Leitung der Volksschule Raigering übertragen. Von 1980 bis 1988 war er Schulleiter an der Grundschule Ehenfeld, danach von 1988 bis 1990 Konrektor der Grund- und Mittelschule Schnaittenbach. Von 1990 bis 1992 war er Rektor der Grund- und Mittelschule Königstein und schließlich von 1992 bis 2015 Rektor der Grund- und Mittelschule Freudenberg. Ab der Einführung der Mittelschul-Verbünde im Jahr 2011 wurde Schulz zusätzlich die Aufgabe als Verbundkoordinator für den Mittelschulverbund „Unteres Vilstal“ übertragen, der die Schulen in Kümmersbruck, Ensdorf und Freudenberg umfasste.[2][3]

1979 wurde er zum Praktikumslehrer für die Universität Regensburg bestellt. Bis 2001 absolvierten über 100 Studenten und Studentinnen bei ihm ihre schulpädagogischen bzw. fachdidaktischen Praktika.
Musik und Theater
Am 13. Oktober 1963 gewann Schulz im Duett mit Heiner Schuster als „Hirschauer Boum“ den 1. Preis als beste Gesangsgruppe beim 3. Bayerischen Kindersingen in Hirschau, das von Annette Thoma und Wastl Fanderl organisiert bzw. moderiert wurde. In Folge durften die beiden Archiv-Aufnahmen für den Bayerischen Rundfunk machen und wurden u.a. zum „Kiem-Pauli-Gedächtnissingen“ eingeladen.[4]
Auch in der Theatergruppe des Gregor-Mendel-Gymnasiums war Schulz aktiv. Er trat erfolgreich als Mr. Scrooge in Charles Dickens’ A Christmas Carol und als Scapin in Scapins Streiche von Molière auf.
Politik
In Hirschau
Von 1969 bis 1973 war Schulz stellvertretender Ortsvorsitzender der Jungen Union in Hirschau, im Jahre 1972 trat er der CSU bei. Von 1979 bis 1993 war er Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes in Hirschau, anschließend noch bis 1994 stellvertretender Ortsvorsitzender. Von 1984 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat im Jahr 2008 war Schulz Sprecher der CSU-Fraktion im Hirschauer Stadtrat.[5]
Von 2005 bis 2008 war er im Aufsichtsrat der Freizeitpark Monte Kaolino GmbH.[6]
Im Landkreis Amberg-Sulzbach
Bereits seit 1981 war Schulz Mitglied der Vorstandschaft des CSU-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, bevor er im Jahr 1987 zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden und im Jahr 1993 zum Vorsitzenden des Kreisverbandes gewählt wurde. Dieses Amt füllte er bis 2001 aus. In seine Amtszeit fiel die Gründung der Kreisverbände der Senioren-Union und der Mittelstands-Union, sowie die Wiedergründung des CSU-Ortsverbandes Birgland.[7]
Von 1990 bis 2002 gehörte er zwei Wahlperioden lang dem Kreistag im Landkreis Amberg-Sulzbach an, in der zweiten Wahlperiode war er stellvertretender Landrat (1996 bis 2002).
Überregionales Engagement
Von 1993 bis 2001 war Schulz Mitglied der Vorstandschaft des CSU-Bezirksverbandes Oberpfalz. 1994 war er Mitglied der Bundesversammlung bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten. Bei der Landtagswahl in Bayern 1994 kandidierte er als Listenkandidat.[8] Von 1998 bis 2002 war Schulz stellvertretender Bezirksvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung.
Engagement nach der Wiedervereinigung in Sachsen
Nach der Wiedervereinigung setzte sich Schulz entgegen dem Willen der CSU-Führung für die Schaffung von CSU-Strukturen in Sachsen, vorwiegend im Vogtland, ein. Er war für die Gründung einer Reihe von CSU-Verbänden bis hin zum CSU-Regionalverband Vogtland verantwortlich und war Mitbegründer des am 10. Juli 1990 gegründeten CSU-Landesverbandes Sachsen. Von 1990 bis 1994 war er beratendes Mitglied des dortigen Landesvorstandes. Als Folge aus seinem Engagement wurde er noch über das Jahr 2000 als Redner nach Sachsen eingeladen. So hielt er am 3. Oktober 2003 die Festrede zum Tag der Deutschen Einheit in Zwota. Aus Schulz Engagement entstand auch die Partnerschaft des Musikzugs Hirschau mit der Gemeinde Zwota.[9][10][11]
Wirken
Von 1984 bis 1992 war Schulz Schöffe am Landgericht Amberg.
Seit 2006 ist er Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation Africa-Luz Deutschland.[12]
Pfarrei Hirschau
Sein Engagement begann Werner Schulz mit dem Eintritt in die Schola der Pfarrei und dem Lektorendienst. Später leitete Schulz eine Jugendgruppe der Katholischen Jungen Gemeinde. Ab 1966 war er Pfarrjugendleiter. In dieser Funktion gab er die KJG-Zeitschrift „Kontakt“ heraus und legte damit auch den Grundstein seiner journalistischer Tätigkeit. 1967 wurde Werner Schulz zum Dekanatsjugendleiter gewählt.[6]
Von 2019 bis 2024 war er aktives Mitglied in der Kirchenverwaltung der Pfarrei Mariä Himmelfahrt.[6]
Katholisches Bildungswerk
Von 1975 bis 2015 wurde Schulz als Referent des Katholischen Bildungswerks im ganzen Bistum zu verschiedenen Fachvorträgen nachgefragt, ganz besonders zum Thema „Schulfähigkeit“.
TuS Hirschau
Während und nach seiner Zeit als aktiver Fußballer (1958 bis 1974), in der er mehr als 300 Spiele bestritt, war er von 1965 bis 1969 Betreuer der C-Jugend und von 1969 bis 1979 Jugendleiter der Abteilung Fußball. Vier Jahre füllte er das Amt des Gesamtjugendleiter aus. Für die Abteilung Schwimmen des TuS Hirschau war er ab 1983 im Vorstand.[6]
Förderkreis Altenhilfe
Am 3. November 1984 lud Schulz zur Gründung des Förderkreises Altenhilfe, seit 2005 dient er ihm als Vorsitzender. Ziel war die Schaffung eines Alten- und Pflegeheimes in Hirschau, es konnte 1991 eingeweiht werden.
Bürgerinitiative „Das Kreuz muss bleiben“
Im Jahr 1995 gründete Schulz die Bürgerinitiative „Das Kreuz muss bleiben“. Höhepunkt des Protests gegen dieses Urteil war die Kundgebung auf dem Marktplatz in Amberg, mit rund 5.000 Teilnehmern.[6]
Freier Mitarbeiter für Tageszeitungen
Seit 1980 fungiert er als freier Mitarbeiter für die Amberger Zeitung, die Mittelbayerische Zeitung sowie die Oberpfalz Medien. Unter dem Kürzel „u“ übernimmt er die Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit für mehr als 80 Organisationen und Vereine.[6] Außerdem veröffentlicht er in der Zeitschrift POTTPOURRI seit 2007 Abhandlungen über historische und aktuelle Gegebenheiten und Persönlichkeiten in den Kaolinstädten Hirschau und Schnaittenbach.
Engagement beim Musikzug der Stadt Hirschau
Seit 1990 moderiert Schulz alljährlich die Osterkonzerte des Musikzugs, seit 2024 auch die erstmals veranstalteten Weihnachtskonzerte.
Imkerverein
Seit 1980 ist Schulz als Schriftführer Vorstandsmitglied des Imkervereins Hirschau. Von 1980 bis 1999 war er aktiver Imker.
Auszeichnungen
- 2003: Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des CSU-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach
- 2005: Verleihung der Silberne Ehrennadel des Deutschen Imkerbundes
- 14. Januar 2007: Bundesverdienstkreuz am Bande für seine besonderen Verdienste um das Gemeinwohl und sein langjähriger Einsatz in der Kommunalpolitik[13][6]
- 2013: Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des CSU-Ortsverbandes Hirschau
- 2017: Auszeichnung mit „Verdienstmedaille in Gold“ der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände
- 2018: Verdienstmedaille in Gold der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände[14]
- 2024: Ehrenmitglied des Musikzug Hirschau[15]
- 2. Oktober 2024: Goldenen Bürgermedaille der Stadt Hirschau
Einzelnachweise
- ↑ Traueranzeigen von Theresia Schulz | Trauer.Onetz, in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 26. Juli 2022, abgerufen am 25. Februar 2026
- ↑ http://www.kastl.net/hosep991.htm#Werner
- ↑ Werner Schulz über seine Rolle als Verbundkoordinator im Schulverbund Unteres Vilstal - ...: "Es wird keine einsamen Entscheidungen geben", vom 5. August 2010, abgerufen am 20. Juni 2022
- ↑ Vor 60 Jahren: „Hirschauer Boum“ gewinnen Bayerisches Kinder- und Jugendsingen, vom 12. Oktober 2023, abgerufen am 12. Oktober 2023
- ↑ http://www.oberpfalznetz.de/suche/0-100-P2-Tquery-S,1,0.html?f_qstring=Werner+Schulz&f_keywords=&f_location=&f_time=2008&f_rubric=&f_qstring_submit=1
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 Fritz Dietl: Verleihung der Goldenen Bürgermedaille an Werner Schulz und Rudi Wild, abgerufen am 2. Januar 2025
- ↑ Bezirksverband Oberpfalz - Amberg-Sulzbach. Hanns-Seidel-Stiftung e.V., abgerufen am 14. Juni 2022
- ↑ Beschluß des Bayerischen Landtags. Bayerischer Landtag, vom 24. Februar 1994, abgerufen am 6. Juli 2023
- ↑ Hirschauer Musikzug gastiert in Gemeinde Zwota: Beziehungen vertieft, vom 15. Juli 2008, abgerufen am 21. Juni 2022
- ↑ Helga Kamm: Als die Hirschauer CSU den Osten aufmischte, vom 7. Oktober 2020, abgerufen am 21. Juni 2022
- ↑ Helga Kamm: Als die Hirschauer CSU den Osten aufmischte, abgerufen am 21. Juni 2022
- ↑ Wir über uns, abgerufen am 22. Juni 2022
- ↑ Werner Schulz: CSU-Ortsverband ehrt Heidi Flierl und Werner Schulz, in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 10. Juni 2024, abgerufen am 22. Oktober 2024
- ↑ Werner Schulz: Werner Schulz seit über 20 Jahren Moderator des Musikzug-Osterkonzerts in Hirschau.. Der neue Tag - Oberpfälzischer Kurier, Druck- und Verlagshaus GmbH, vom 13. April 2018
- ↑ Sabine Kredler: Musikzug der Stadt Hirschau ernennt Werner Schulz zum Ehrenmitglied, vom 3. September 2024, abgerufen am 6. März 2026