Pirkensee (Maxhütte-Haidhof)
Koordinaten: 49° 9' 47.45" N, 12° 4' 42.78" E
| Pirkensee | |
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Pirkensee 2012 | |
| PLZ/Ort: | 93142 Pirkensee |
Pirkensee ist ein Ortsteil der Stadt Maxhütte-Haidhof im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern.
Geographie
Pirkensee liegt 2,5 Kilometer südwestlich von Maxhütte-Haidhof.

Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Siedlung ab, die an einem See errichtet wurde, deren Ufer mit Birken bestanden waren.[1]
Geschichte
Im 13. Jahrhundert wird „Hartweich von Pirchensee“ in den Traditionen und Urkunden des Klosters St. Paul in Regensburg genannt.[2] 1326 erscheint „Hertel von Pirchense“ als Grundherr auf Pirkensee.[3] 1342 wird „Hartweig von Pirchensee“ genannt und 1351 „Hertl von Pirkhensee“. 1378 wird Friedreich der Pirkensäer als Richter genannt.
1425 erhält Peter Kanut von Pirkensee vom Herzog Ernst einige Höfe und Güter zu Regenstauf, den Hof Mühlberg im Amt Regenstauf und das Oberforstmeisteramt Ponholz als Lehen. 1469 Machte er eine Stiftung nach St. Mang in Stadtamhof.[4]
1632 war das Alte Schloss ein zweigeschossiger Bau mit einem Satteldach und einem schlanken angebauten Turm. Das Schloss und ein Teil der Häuser wurden durch Brandschatzung im 30jährigen Krieg in Schutt und Asche gelegt.[5]
1731 erbaute Hans Caspar Bernhard von Franken das neue Schloss mit der Schlosskapelle St. Anna. Das Schloss ist eine nach Norden offene Dreiflügelanlage mit vier Ecktürmen.[6]
Die Hofmarksbeschreibung von 1780 führt das schöne, große Schloss und den weitschichtigen Garten auf.[7]
1788 lautet die Amtsbeschreibung: hier ist ein zierlich gebautes Schloss, eine Schlosskirche, zur Pfarrei Leonberg gehörig, eine herrschaftliche Nagelschmidstatt, ein Ziegel- und Kalkofen, 21 Untertanen, einer zu Richterskeller, 2 zu Meßnerskreut, 2 zu Aichelberg, der Einödhof zu Grub, die Lendenweihermühle, der Karzl- und Geißenthalerhof bei Hagenau, zwei Höfe in Hagenau, einer zu Bonholz, der Einödhof Ellnau, der Geißenthalerhof bei Bubach, ein Hof zu Albertshofen im Amt Hohenburg.[8]
1825 enthielt das Schloss eine Küche, einen kleinen Hofraum, Wohnung für den Hofbauern, Kellergewölbe, zwei Ochsen- und mehrere Kuh- und Schweinestallungen, Stadl, Heuboden oberhalb der Einfahrt, das Branntweinhäusel, die Pferdestallung, Wagenschupfe mit Heuboden, die Zuckerfabrik, Waschküche und Hühnerstube. Der Lehenwert betrug 10.434 Gulden 27 Kreuzer 6 Heller.[9]
1840 gab es zwei Weber, einen Nagelschied, einen Bäcker und Krämer, einen Schmied, einen Bader und einen Wirt mit realer Tafern-, Metzger- und Bäckergerechtigkeit.[10]
1880 wurde das erste Schulhaus errichtet. 1926 erbauten man das zweite Schulhaus, welches 1961 erweitert wurde. 1960 wurde eine neue Kirche errichtet.[11]
1900 wurde eine Dachziegelfabrik in Pirkensee erbaut und beschäftigte 300 Arbeiter. Es war ein Zweigwerk der Tonwarenfabrik Schwandorf. 1928 wurde sie verkauft und abgebrochen.[12]
Am 7. Oktober 1999 brannte das Schloss Pirkensee. 160 Feuerwehrmänner bekämpften den Brand. Anschließend wurde das Schloss wieder aufgebaut. Am 13. Mai 2002 konnten die neuen Zwiebeltürme wieder aufgesetzt werden.[13]
Steuerdistrikte
1818 entstand die Gemeinde Pirkensee im Landkreis Burglengenfeld.
Gemeindebildung
1958 hatte die Gemeinde Pirkensee 1199 Einwohner in 156 Wohngebäuden mit einer Fläche von 409,61 Hektar. Die Kinder gingen in Pirkensee zur Schule. Die Gemeinde Pirkensee bestand aus dem Dorf mit Schloss mit 772 Einwohner in 108 Wohngebäuden, Birkenhöhe mit 173 Einwohner in 31 Wohngebäuden, Ziegelhütte 168 Einwohner in 12 Wohngebäuden, Almenhöhe 31 Einwohner in 4 Häusern und Almenhof mit 7 Einwohner in 1 Wohngebäude.[14] Am 1. Januar 1972 wurde Pirkensee in die Stadt Maxhütte-Haidhof eingegliedert.
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1871 | 1925 | 1950 | 1970 | 1987 | 2017 | 2025 |
| Einwohner | 290 | 601 | 772 | 796 | 684 | 1400 | 1385 |
Besitzer auf Schloss Pirkensee
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Sehenswürdigkeiten
- Schloss Pirkensee
- Kirche Christ König

- Schlosskapelle: In der Schlosskapelle befindet sich ein Altarbild und ein Deckengemälde. Es ist eine Stuckdekoration im frühen Rokokostil der Erbauungszeit. In der Mitte der Decke befindet sich ein prächtiges Gemälde mit Maria und dem Kind umgeben von Josef, Zacharias, Anna, Elisabeth und Joachim. Der Choraltar hat Engelchen mit Baldachin. Das Ölgemälde am Altarblatt zeigt die thronende Madonna, vor der ein bärtiger Mönch in weißer Kutte kniet. Der Tabernakel in Muschelrokoko dürfte aus der Zeit um 1760 stammen. Rechts vom Altar ist der Grabstein des Karl Wilhelm, Graf von Echart eingemauert, welcher am 5. November 1828 verstarb. Des Weiteren finden sich im Rokokostil geschnitzte Stuhlwangen und der Beichtstuhl, sowie zwei lebensgroße Stuckfiguren zu beiden Seiten des Altars und ein geschnitzter Rokoko-Tabernakelaufsatz. Die Kapelle bis 1960 als Pfarrkirche.[17][18]
- Dreifaltigkeitssäule: Es ist ein viereckiges Postament mit Allianzwappen, darüber Figurengruppe der heiligen Dreifaltigkeit mit Inschriftenband und Kreuz mit Taubenbekrönung aus Kalkstein. Er baut 1737.[19]
- Kapelle „Maria Lourdes“
- Kriegergedächtniskapelle
- Sebastian-Kapelle
Historische Straßen
Hausnamen und Häusernamen
Bei den Anwesen ist der Hausname angegeben, der im Kataster um 1840 niedergeschrieben wurde.
| Hausnummer | Hofbesitzer | Hausnamen | |
|---|---|---|---|
| 1 | Eugenie Gräfin Du Moulin | “Gutsbesitzerin“ | |
| 2 | Mathias Huber | “Beim Huber“ | |
| 3 | Gottfried Obermeier | “Beim Obermeier“ | |
| 4 | Johann Schäfer | “Beim Weberhannes“ | |
| 5 | Franz Köninger | “Beim Kröninger“ | |
| 6 | Georg Wittmann | “Beim Wagner“ | |
| 7 | Baptist Keil | “Beim Nagelschmied“ | |
| 8 | Josef Roggenhofer | “Beim Weber“ | |
| 9 | Georg Niklas | “Beim Webergirgl“ | |
| 10 | Josef Niklas | “Beim Weberlienl“ | |
| 11 | Georg Dechant | “Beim Dechant“ | |
| 12 | Wolfgang Schwarzenberger | “Beim Schwarzenberger“ | |
| 13 | Georg Kuhn | “Beim Kuhn“ | |
| 14 | Paul Schiegerl | “Beim Schiegerl“ | |
| 15 | Johann Kröninger | “Beim Maurer“ | |
| 16 | Andreas Trittmann | “Beim Bader“ | |
| 17 | Michael Baßl | “Beim Schullehrer“ | |
| 18 | Georg Roggenhofer | “Beim Roggenhofer“ | |
| 19 | Anna Weiß | “Beim Weißen“ | |
| 20 | Josef Gütl | “Beim Gütl“ | |
| 21 | Michael Fink | “Beim Behnbauer“ | |
| 22 | Adam Seidl | “Beim Acherl“ | |
| 23 | Georg Pilz | “Beim Dietlbauern“ | |
| 24 | Anton Günter | “Beim Günter“ | |
| 25 | Georg Fridrich | “Beim Wirt“ | |
| 26 | Johann Lobentanzer | “Beim Lobentanzer“ | |
| 27 | Johann Forster | “Beim Schuster“ | |
| 28 | Johann Stegerer | “Beim Stegerer“ | |
| 29 | Johann Seidl | “Beim Gleißl“ | |
| 30 | Georg Fridrich | “Beim Schmied“ | |
| 31 | Martin Sußbauer | “Beim Kreil“ | |
| 32 | Johann Brücklmeier | “Beim Friedltharnau“ | |
| 33 | Andreas Hofbauer | “Beim Ackerbauern“ | |
| 34 | Gemeinde | “Beim Hirtenhaus“[20] |
Weblinks
- Pirkensee In: BayernAtlas
- Pirkensee In: Bavarikon, Ortsdatenbank
- Pirkensee In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern, Blatt: 42, Burglengenfeld, ca. 1830-1840
- 195 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
- Monumenta Boica 1852 In: Google Play
- Pirkensee In: Geoindex, Gemarkung Pirkensee
- Pirkensee In: BBKULT.NET, Bavaria Bohemia Online
- Dreifaltigkeitssäule In: Liste der Baudenkmäler in Maxhütte--Haidhof
Literatur
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 96. Kastenamt Burglengenfeld mit Amt Kallmünz und Amt Hainsacker. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, P&P Printmanagement, Trabelsdorf, 2025
- Willy Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Meiller’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2
- Carl Aug. Boehaimb, Die Besitzer von 51 ehemaligen Pfalzneuburgischen Hofmarken im kgl. Regierungsbezirke von Oberpfalz und Regensburg urn:nbn:de:bvb:355-ubr02367-0214-2
- Festschriften der Vereine des Ortes
Einzelnachweise
- ↑ Pirkensee In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Pirkensee In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Monumenta Boica, 1852, S. 543 In: Google Play
- ↑ 100 Jahre FFW Maxhütte-Pirkensee, 1973
- ↑ Festschrift des Heimat- und Volkstrachtenvereins Pirkensee, 1997
- ↑ Die Geschichte von Pirkensee und dessen Schloss, 2017
- ↑ Festschrift für das 60-jährige Gründungsffest des Heimat- und Volkstrachtenvereiens Pirkensee e.V., 1997
- ↑ Carl Aug. Boehaimb, Die Besitzer von 51 ehemaligen Pfalzneuburgischen Hofmarken im kgl. Regierungsbezirke von Oberpfalz und Regensburg
- ↑ 100 Jahre FFW Maxhütte-Pirkensee, 1973
- ↑ 100 Jahre FFW Maxhütte-Pirkensee, 1973
- ↑ Festschrift des Heimat- und Volkstrachtenvereins Pirkensee, 1997
- ↑ 100 Jahre FFW Maxhütte-Pirkensee, 1973
- ↑ Festschrift, 150 Jahre FFW Pirkensee, 2023
- ↑ Willy Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Meiller’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2
- ↑ Carl Aug. Boehaimb, Die Besitzer von 51 ehemaligen Pfalzneuburgischen Hofmarken im kgl. Regierungsbezirke von Oberpfalz und Regensburg
- ↑ Die Geschichte von Pirkensee und dessen Schloss, 2017
- ↑ 100 Jahre FFW Maxhütte-Pirkensee, 1973
- ↑ Festschrift des Heimat- und Volkstrachtenvereins Pirkensee, 1997
- ↑ Dreifaltigkeitssäule In: Liste der Baudenkmäler in Maxhütte—Haidhof
- ↑ 100 Jahre FFW Maxhütte-Pirkensee, 1973