Lindenbrünnerl

Aus OberpfalzWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Koordinaten: 49° 26' 52.53" N, 11° 52' 29.41" E

Lindenbrünnerl
Adresse:Lindenallee
92224 Amberg
Q140605782   Lindenbr%C3%BCnnerl

Das Lindenbrünnerl ist eine in der Lindenallee im Amberg gelegene Quelle.

Geschichte

Der Amberger Chronist Johann Kaspar von Wiltmaister berichtet in seiner Chronik von der ältesten Versorgungseinrichtung, die sich aus diesem Brunnen speist. Das kurfürstliche Schloss und das Regierungsviertel wurden ab 1501 vom Lindenbrünnerl aus mit Wasser versorgt. Zunächst waren die Leitungen aus Kiefernholz gefertigt, 1576 wurden sie durch Rohre aus Blei ersetzt, die ohne größere Schäden mehr als 300 Jahre hielten.[1][2]

Anton Dollacker berichtet 1935:[3]

Am Fuß des Mariahilfberges, wo von der Jahnstraße der zur Bergkirche hinaufführende Aleeweg abzweigt, entspringt links an diesem beim Beginn der Lindenallee eine starke Quelle, die in einer Brunnstube gefaßt, jetzt noch etliche Brunnen in der Altstadt mit Wasser versorgt und nur ihren Überlauf oberirdisch abgibt; sie heißt jetzt allgemein „Lindenbrünnerl“.

Früher aber traten etwas weiter unterhalb des heutigen Lindenbrünnerls in der Jahnstraße noch zwei weitere Quellen zutage und zwar eine mitten in dieser Straße beim Haus Nr. 18 und die andere gegenüber am Straßenrand zwischen den Häusern Nr. 27 und Nr. 29.

Erstere war gleichfalls in einer Brunnstube gefasst und von dieser in die Stadt geleitet, wogegen letztere nur einfach gefasst war und mittels einer Rohrleitung einen laufenden Brunnen auf der anderen Seite der Straße beim Haus Nr. 16 speiste, der so manchen Wanderer erquickte.

Zwischen ihnen stand eine alte Linde, weshalb beide zusammen - hauptsächlich aber der Brunnen beim Haus Nr. 16 - seinerzeit als das eigentliche „Lindenbrünnerl“ galten.

Diese beiden Quellen wurden 1893, als die ganze Stadt eine neue Wasserleitung bekam, für den Trinkwasserbezug entbehrlich und deshalb 1908 zum Spülen des Straßenkanals hergerichtet, sodass seitdem der laufende Brunnen und mit ihm leider auch die alte Linde verschwunden ist.

...

Die zwischen den Häusern Nr. 27 und Nr. 29 jetzt unsichtbar entspringende Quelle versiegt in trockenen Jahren ganz und fließt in nassen Jahren sehr stark, was das mehrbesagte Brünnl beim Haus Nr. 16 immer anzeigte, so lange es bestand.

Auf Grund gemachter Erfahrungen befürchtete das Volk im ersteren Fall Mißwachs im laufenden Jahre und im zweiten Fall solchen für das nächste Jahr, weshalb diese Quelle früher auch „Hungerbrunnen“ oder „Teuerbrünnl“ genannt wurde.

Jetzt, wo sie nicht mehr zum Vorschein kommt, befürchtet man unbegründeter Weise das Gleiche bei Schwankungen des Überlaufs der obersten Quelle am Alleeweg.

Sage

Einer Sage zufolge hätten an der Stelle des heutigen Lindenbrünnerls einst drei von ihren Liebhabern verlassene Mädchen sich ihr Herzeleid geklagt und so viel zusammengeweint, dass aus ihren Tränen das Lindenbrünnerl entstand.[3]

Trivia

Das Lindenbrünnerl ist der Ausgangspunkt des Wasserwanderwegs.

Einzelnachweise

  1. Wasserwanderweg. Vom Lindenbrünnerl zum alten Pumpwerk. S. 6
  2. Lindenbrünnerl bekommt neuen grünen Mantel, in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 4. März 2021, abgerufen am 21. März 2026
  3. 3,0 3,1 Anton Dollacker: Amberger Büchl, 4. Heft. Alte Amberger Geschichten und Sagen. 1935, S. 9 (online verfügbar auf https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dollacker_Amberger_Geschichten_u._Sagen.pdf)