Hirschauer Zeitung

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Die Hirschauer Zeitung erschien in den 1930er Jahren täglich (außer an Sonn- und Feiertagen) als lokales Zusatzblatt zum Amberger Anzeiger. In der Einleitung der Verlags- und Schriftleitung heißt es, man werde über alles, was auf der Welt passiert, und über die große Politik berichten, da „selbst den abseits lebenden Landbewohner weitestgehend die Wirtschaft und Politik des Landes und des Reiches interessiert“. Man wolle die Hirschauer Zeitung zu einem „gern gesehenen Boten für Stadt und Land ausbauen.“ Eine Ausgabe umfasste sieben bis neun Seiten, unterteilt in Ereignisse aus dem Weltgeschehen, aus Deutschland, Bayern, der Oberpfalz und schließlich aus Hirschau und Umgebung.[1]

Geschichte

Die Hirschauer Zeitung erschien erstmals am 23. Januar 1926. Schrift- und Verlagsleiter war Georg Zimmermann. Die Verlagsexpedition befand sich im Haus von Heinrich Bösl in der Hauptstraße 13 a. Gedruckt wurde die Zeitung in der Amberger Druckerei Heinrich Schütz. Die Zusammenarbeit mit der Druckerei Schütz war nur von kurzer Dauer. Am 1. März 1926 wurde der Vertrag mit dieser wieder gelöst: „Die Buchdruckerei Schütz hat vom ersten Tag des Erscheinens an niemals voll und ganz die Hirschauer Zeitung geliefert.“ Die Zeitung wurde nun in der Amberger Druckerei H. Buchner hergestellt. Bei ihr war man sich sicher, dass sie die vertraglichen Pflichten erfüllt. In der Ausgabe vom 1. Mai 1926 wurde bekannt gegeben, dass die Verlagsrechte mit sofortiger Wirkung von Georg Zimmermann an den Verlag des Amberger Anzeigers übergingen. Zimmermann war weiter als Agent für das Blatt tätig. Inserate und Lokalnachrichten sollten nun entweder an den Verlag mit dem Vermerk „für Hirschauer Zeitung“ gesandt oder bei Herrn Mödl bei Kaufmann Mader in der Hauptstraße abgegeben werden. Der genaue Zeitpunkt, wann die letzte Ausgabe der Hirschauer Zeitung erschienen ist, lässt sich nicht ermitteln. Die Produktion des Amberger Anzeigers wurde 1929 eingestellt.[1]

Amtsblatt des Hirschauer Stadtrates

Der damalige Bürgermeister Ernst Riß und die Stadträte machten die Hirschauer Zeitung zum „Amtsblatt des Hirschauer Stadtrates“. Im Blatt war zu lesen, „daß sämtliche Bekanntmachungen des Stadtrates Hirschau, sowie die übrigen amtlichen Bekanntmachungen ausschließlich in der Hirschauer Zeitung veröffentlicht werden, also auch auf den Straßen u. Plätzen ein Ausläuten nicht mehr stattfindet.“ Das Übersehen einer Bekanntmachung durch Nichtlesen des Publikationsorgans schütze auf Grund mehrfacher Reichsgerichtsentscheidungen nicht vor den Folgen.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Werner Schulz: Vor 100 Jahre gab es in Hirschau eine eigene Zeitung. In: POTTPOURRI, April/Mai 2026. Hrsg.: Oberpfalz Medien GmbH, Weiden 2026, S. 12-13