Ehemalige Synagoge Sulzbach

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Koordinaten: 49° 30' 15.72" N, 11° 44' 22.68" E

Ehemalige Synagoge Sulzbach
Adresse:Synagogenstraße 9
92237 Sulzbach-Rosenberg
Q2375339   Synagogue_(Sulzbach-Rosenberg)  Synagoge (Sulzbach-Rosenberg)  7561694-4

Die ehemalige Synagoge Sulzbach-Rosenberg ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk in der Altstadt von Sulzbach-Rosenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach. Sie wurde nach dem Stadtbrand von 1822 neu errichtet und am 31. August 1827 eingeweiht. Das Gebäude gilt als einer der bedeutendsten Synagogenbauten in Bayern. Nach einer grundlegenden Sanierung dient es seit 2013 als Erinnerungs- und Begegnungsstätte.

Geschichte

Die jüdische Gemeinde von Sulzbach erlebte ihre Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert. Ab 1669 förderte Pfalzgraf Christian August die Ansiedlung einer hebräischen Druckerei in der Stadt. Mit dem Zuzug der Wiener Familie Fraenkel im Jahr 1673 begann eine fast 200 Jahre dauernde Epoche des hebräischen Buchdrucks in Sulzbach. In dieser Zeit erschienen zahlreiche Talmudausgaben, Mischnaiot, Machsorim, Chumoschim und Siddurim sowie die bekannten Sulzbacher Kalender.

Die heutige Synagoge wurde nach dem Stadtbrand 1822 neu gebaut und 1827 eingeweiht. Sie galt lange als eine der schönsten in Bayern. Ab den 1920er Jahren konnten jedoch keine Gottesdienste mehr stattfinden, da die notwendige Anzahl männlicher Gemeindemitglieder fehlte. Nach der Auflösung der jüdischen Gemeinde 1936 erwarb die Stadt das Gebäude für das Heimatmuseum und bewahrte es so vor der Zerstörung in der Reichsprogromnacht 1938.

Nach 1945 ging die Synagoge zunächst an die Jewish Restitution Successor Organization über und wurde 1950 an Privat verkauft. Ab 1954 erfolgten größere Umbauten zur Nutzung als Wohn- und Lagerhaus. Trotz dieser Veränderungen blieb ein erheblicher Teil der historischen Bausubstanz erhalten.

2008 kaufte die Stadt Sulzbach-Rosenberg das Gebäude zurück. Zwischen 2009 und 2013 wurde es umfassend saniert. Dabei wurden der historische Innenraum mit seiner Kuppel und die Fassaden mit Mäanderfriesen und Ecklisenen wiederhergestellt.

Nutzung heute

Seit der Wiedereröffnung am 31. Januar 2013 wird die ehemalige Synagoge als städtische Erinnerungs- und Begegnungsstätte genutzt. Im Erdgeschoss informiert eine Ausstellung über die Baugeschichte der Synagoge und über zentrale Elemente des jüdischen Gebetshauses. Auf der Frauenempore ist die Geschichte des jüdischen Buchdrucks in Sulzbach dokumentiert.

Zu den besonderen Details gehören die farbige Raumgestaltung nach der Fassung von 1827, die exemplarische Wiederherstellung der letzten Raumfassung von 1869 sowie Darstellungen von Bima und Toraschrein. An der Außenwand wurde der traditionelle Hochzeitsstein freigelegt, der beim rituellen Zerschmettern von Gläsern bei Hochzeiten diente.

Literatur

Weblinks