Burgruine Haus Murach

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Burgruine Haus Murach
Burgruine Haus Murach
BLfD-ID:D-3-76-151-36
Q1262210  Haus Murach
Niedermurach, Haus Murach, Karte 1569

Die Burgruine Haus Murach (auch Burg Obermurach) ist ein sehenswertes Ausflugsziel in Obermurach bei Oberviechtach (Landkreis Schwandorf) in der Oberpfalz.

Lage

Die mittelalterliche Burgruine befindet sich rund zwei Kilometer südwestlich von Oberviechtach. Heute lädt die Burgruine Murach dazu ein, auf den Spuren ihrer über 900-jährigen Geschichte zu wandeln. Sie liegt sich auf einem bewaldeten Bergkegel in Obermurach auf rund 580 Meter Höhe. Besucher können die beeindruckenden Überreste der einstigen Festung erkunden und dabei den weiten Blick über die Landschaft des Oberpfälzer Waldes genießen. Im Turm befindet sich ein Fernglas für die Besucher.

Aus der Geschichte

Hoch über dem Murachtal erhebt sich die Ruine der Burg Murach – ein eindrucksvolles Zeugnis einer bewegten Vergangenheit. Die einst mächtige Festung wurde erstmals im Jahr 1110 urkundlich erwähnt und zählt zu den ältesten Burganlagen der Region. Errichtet wurde sie von den Grafen von Sulzbach auf einer strategisch günstigen Bergkuppe. Nach dem Aussterben ihrer männlichen Linie gelangte die Burg durch Heirat an die Grafen von Ortenburg. Im 13. Jahrhundert fiel sie nach Erbstreitigkeiten an Herzog Ludwig von Oberbayern aus dem Hause Wittelsbach, der Burg und Amt Murach mit seinen Dienstleuten besetzen ließ. Eine wichtige Rolle spielte Murach auch in der Geschichte Bayerns: Durch den Hausvertrag von Pavia im Jahr 1329 kam die Burg zusammen mit großen Teilen des Nordgaus an die pfälzische Linie der Wittelsbacher. Erst 1628 kehrte das Gebiet unter Kurfürst Maximilian I. wieder zur bayerischen Linie zurück. Wie wehrhaft die Anlage war, zeigte sich während der Hussitenkriege (1419–1436). Trotz mehrerer Angriffe konnte die Burg nie eingenommen werden und widerstand allen Belagerungen.

Mit den bayerischen Gebiets- und Verwaltungsreformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlor Murach jedoch ihre politische Bedeutung. Das Amt und das Pfleggericht wurden 1803 nach Neunburg vorm Wald verlegt, die Burg an einen Privatmann verkauft. In den folgenden Jahrzehnten diente die Anlage als Steinbruch – viele ihrer Mauern wurden abgetragen und für andere Bauvorhaben verwendet. Gleichzeitig beschleunigten Wind und Wetter den Verfall. 1844 erkannte man den historischen Wert der Ruine wieder. Der Staat kaufte die Anlage zurück und leitete erste Maßnahmen zu ihrer Sicherung ein.

Burgruine Haus Murach

Das markanteste Bauwerk der Ruine ist der 20 Meter hohe Bergfried, der als Aussichtsturm genutzt wird und einen fantastischen Weitblick über den Oberpfälzer Wald bietet. Der Turm ist frei zugänglich [1].

Bilder Burgruine Haus Murach

Schlüssel für Burganlage und Turm

Den Schlüssel zum Öffnen des Eingangstores und zur Besteigung des Turms erhält man beim Burgwart an der Straße von Oberviechtach nach Niedermurach kommend. Hier verläuft auch der Bayerisch-Böhmische Freundschaftsradweg. Der Schlüssel befindet sich in einem kleinen Holzkästchen am Treppenaufgang des Hauses. Vor dem Haus befindet sich ein Schild mit Hinweis "Burgwart".
Burgwart Manfred Senft, Obermurach 58, Telefon: 09671/91234
Eintritt Erwachsene 1 Euro (ins Sparschwein beim Burgwart werfen)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, 2. Auflage, S. 47