Aussichtsturm auf dem Rauhen Kulm
Koordinaten: 49° 49' 43.41" N, 11° 50' 58.76" E
| Aussichtsturm auf dem Rauhen Kulm | |
|---|---|
Luftaufnahme des Aussichtsturms | |
| Höhe: | 25 m |
Der Aussichtsturm auf dem Rauhen Kulm ist ein Aussichtsturm auf dem Gemeindegebiet von Neustadt am Kulm auf dem Basaltkegel Rauher Kulm. Er ist Eigentum der Stadt Neustadt am Kulm.
Beschreibung
Der Aussichtsturm hat eine Höhe von 25 m und ein Gewicht von 85 Tonnen. Die Aussichtsplattform kann über 110 Stufen erreicht werden.[1]
Geschichte
Im Laufe der Geschichte standen auf dem Gipfel des Rauhen Kulms verschiedene Aussichtstürme. Bereits im Jahr 1807 errichtete Nicolaus Apel einen hölzernen Aussichtsturm. Darin befand sich über einem Saal eine bewegliche vergoldete Sonne, weshalb der Turm auch Sonnentempel genannt wurde. Apels Turm bestand bis ins Jahr 1895, als die baufällig gewordene Konstruktion durch einen neuen Turm ersetzt wurde. Dieser zweite Turm wurde 1937 durch einen dritten, sechs Meter höheren, Turm ersetzt. Aufgrund von Witterungseinflüssen musste diese Plattform bereits 1962 durch eine neue ersetzt werden; fortan thronte eine 25 Meter hohe Stahlkonstruktion mit Lärchenholzverkleidung über der Stadt Neustadt am Kulm.[2]
Am 30. Juni 1984 gegen 20:30 Uhr brannte dieser vierte Turm nach Brandstiftung innerhalb einer halben Stunde ab; der Brandstifter konnte Stand 2004 nicht ermittelt werden. Schon wenige Tage nach dem Unglück beschlossen die Neustädter Stadträte den Wiederaufbau. Um weitere finanzielle Unterstützungen möglich zu machen, wurde bereits vier Wochen später der Förderverein Rauher Kulm e. V. mit 117 Mitgliedern gegründet. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Karl Pühl gelang es dem Verein in den folgenden Jahren, durch zahlreiche Aktionen Geld für einen neuen Aussichtsturm zusammenzutragen. Ende 1987 konnten die Brandreste abtransportiert werden und der Bau des neuen Turmes beginnen. Die Einweihung fand am 1. Juli 1988 statt. Zu den Gesamtkosten in Höhe von rund 850.000 D-Mark und der damit verbundenen Tilgung eines Darlehens der Stadt Neustadt am Kulm trug der Förderverein in den Jahren 1987 bis 1999 insgesamt 170.000 Mark bei.[3]
Aussicht
Der Turm bietet Aussicht auf Berge und Höhenzüge reihum: nach Norden zum Fichtelgebirge mit Ochsenkopf (23 km), Schneeberg (Fichtelgebirge) (25 km) und Kösseine (20 km), nach Nordosten zu den Höhen des Steinwalds, in östliche Richtungen bis zu Höhen des Oberpfälzer Waldes mit Dyleň (49 km) und Fahrenberg (41 km), nach Südosten zu Parkstein (19 km) und zum Naabgebirge mit dem Buchberg (37 km), im Südwesten und Westen zu den Höhen der Fränkischen Alb mit Ossinger (30 km), Preunersfelder Rangen (30 km) und Hohenmirsberger Platte (30 km) sowie im Nordwesten bis zum Bleßberg (91 km) im Thüringer Schiefergebirge. Sichtbare Ortschaften der Umgebung sind Kemnath im Nordosten, Kastl im Osten, Filchendorf im Südosten, Eschenbach im Süden sowie Neustadt am Kulm mit Mockersdorf im Westen.
Einzelnachweise
- ↑ Infoblatt „Infos für Kulmbesucher“, erhältlich im Aussichtsturm
- ↑ Früher Tourismus am Rauhen Kulm, in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 20. Mai 2019, abgerufen am 30. April 2026
- ↑ Bernhard Piegsa: Vor 40 Jahren: Feuer vernichtet Aussichtsturm auf dem Rauhen Kulm, in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 14. August 2024, abgerufen am 30. April 2026