Altstraßen im Bereich der TK 25 6542 Untergrafenried

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Alter Grenzübergang nach Böhmen

Die TK Untergrafenried 6542 umfasst nur einen kleinen des deutschen Staatsgebietes um den ehemaligen Grenzort Untergrafenried und den Grenzübergang Höll. Obergrafenried lag bereits jenseits der Grenze. Die Karte ist in unmittelbarem Zusammenhang der TK 6541 Treffelstein zu sehen, quasi als deren östliche Ergänzung bis zum Grenzverlauf.[1] Dieser Kartenausschnitt ist deshalb von besonderer Bedeutung, da er den Altwegeverlauf am alten Grenzübergang bei Höll dokumentiert, der bereits in hussitischer Zeit als Übergang nach Bayern genutzt worden ist. In unmittelbarer Nähe dazu findet sich der Ort Hiltersried, wo am 21. September 1433 am Hussittenbierl eine entscheidende Schlacht zwischen dem Heer des Pfalzgraf Johann und den Böhmen stattgefunden hat.

Eine alte Handelsstraße seit der Steinzeit

Höll ist inzwischen ein Ortsteil von Waldmünchen und liegt an der Staatsstraße 2146 und an der Böhmischen Schwarzach. Das breite Tal bot von alters her die Möglichkeit einer Handelsstraße. Eine dieser Handelsstraßen führte von Schwarzhofen über Treffelstein, Untergrafenried, Schäferei, Höll und Haselbach nach Böhmen. Anton Dollacker vermutet, dass dieser Weg bereits in der Stein- und Bronzezeit existierte. Tatsächlich gibt es Hinweise auf eine spätpaläolitische und mesolithische Freilandstation westlich Höll.[2]

Durch den Eisernen Vorhang wurde die alte Verbindung nach Böhmen zwischen 1945 und 1989 unterbrochen und 1990 wieder feierlich eröffnet.

Zahlreiche Hammerwerke an der Schwarzach

An der Böhmischen Schwarzach und deren Nebenflüssen standen zahlreiche Hammerwerke, Glasschleifen und Polierwerke. Allein in Höll gab es drei Hammerwerke, wovon ein Hammer bereits in den Akten der „Großen Hammereinigung von 1387 genannt wird. Das Eisen dafür stammte ursprünglich aus Amberg. [3] Am Nordrand von Untergrafenried verläuft die tschechische Grenze. Der eigentliche Hauptort ist das inzwischen wüst gelegene Grafenried, zur Unterscheidung auch Obergrafenried genannt. Die bei Dollacker als Nr. 59 genannte Altstraße aus dem Raum Schwarzhofen, die nach Untergrafenried führte, hatte eine weitere Altwegetrasse zum Ziel: Sie kam aus Rötz und führte über Schönthal, Ast, Untergrafenried, Obergrafenried und lief weiter über nach Ronsperg nach Pilsen. .[4]

Zum Verlauf der einzelnen Trassen siehe auch TK 6541: Treffelstein.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ulrich List: Regensburger Beiträge zur Regionalgeographie und Raumplanung, Band 11 - Teil 1: Textband. Untersuchungen zum Transportwesen und den Transportwegen des Systems der „Goldenen Straße“ zwischen dem mittelfränkischen und dem böhmischen Becken. Kallmünz 2006, ISBN 978-3-7847-6311-8, S. 159-169
  2. Anton Dollacker: Altstraßen der mittleren Oberpfalz. urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1575-7, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Band 88. Hrsg.: Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1938, urn:nbn:de:bvb:355-rbh-2740-1, S. 167-186
  3. Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 56: Waldmünchen. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1991, ISBN 3-7696-9917-3
  4. Veronika Hofinger: Die alte Salzstraße von Regensburg nach Böhmen – Verlauf, wirtschaftliche Bedeutung. Der Abschnitt von Rötz bis Pilsen, in: Regensburger Beiträge zur Regionalgeographie und Raumplanung Bd. 8 (2002), S. 119 - 128