Altstraßen im Bereich der TK 25 6236 Eschenbach i.d.OPf.
Das „neue“ Bistum Bamberg und sein Besitz
Im Jahre 1007 gründete Heinrich II. das Bistum Bamberg. Der Kaiser stattete „seine“ neue Diözese mit umfangreichen Gebieten aus. Auch aus dem Bereich der nördlichen und östlichen Oberpfalz erhielt das junge Bistum reiche Schenkungen, vor allem aus dem ehemaligen Besitz der Grafen von Schweinfurt. Sie waren nach der „Schweinfurter Fehde“ von 1003 beim Kaiser in Ungnade gefallen. Der größte Teil des Gebietes zwischen Creußen und Kemnath scheint zu Zeiten Heinrichs II. (1002 – 1024) noch überwiegend aus Wald bestanden zu haben. Am 6. Juli 1008 schenkte Heinrich II. ebenfalls aus dem Besitz des besiegten Markgrafen Heinrich von Schweinfurt Besitz an Bamberg in der Umgebung von Velden, Auerbach und Kemnath. Dazu sollte auch die Gegend um Eschenbach gehört haben.
Es handelt sich hier um ein großes, geschlossenes Gebiet, das außer dem Umfang des späteren Bezirksamtes Eschenbach auch Gebiete im heutigen Mittelfranken und Teile der späteren Bezirksämter Kemnath und Sulzbach umfasste.
Spätere bambergische Salbücher des 14. Jahrhunderts weisen Velden und Auerbach ausdrücklich als bambergische Ämter aus. Der Veldener Forst scheint damals gerodet worden zu sein. Doch bereits im 11. Jahrhundert war das Gebiet bambergisch gewesen.
Besitz der Klöster Michelfeld, Speinshart und Ensdorf
Von großer Bedeutung für das Gebiet um Eschenbach war die Gründung der Klöster Michelfeld und Speinshart am Anfang des 12. Jahrhunderts. Sie besaßen schließlich im Raum Eschenbach umfänglichen Grundbesitz. Später kam auch noch Besitz des Klosters Ensdorf hinzu. Die Grafen von Hopfenohe-Burglengenfeld-Pettendorf Ein mächtiges Geschlecht im Raum Eschenbach waren die Grafen von Hopfenohe-Burglengenfeld-Pettendorf. Der Stammsitz Hopfenohe ist im heutigen Truppenübungsplatz Grafenwöhr abgegangen. Die Grafen hatten viele bambergische Lehen in ihrem Besitz. Als Friedrich von Hopfenohe im Jahre 1119 starb, erbten seine Schwiegersöhne den umfangreichen Besitz und er wurde zwischen den Wittelsbachern und den Leuchtenbergern aufgeteilt.
Otto I. von Wittelsbach
Pfalzgraf Otto I. aus dem aufstrebenden Geschlecht der Grafen von Scheyern (später Wittelsbach) gelang durch die Heirat mit Heilika, der Tochter Friedrichs und deren Erbe der „Sprung“ über die Donau. Burglengenfeld wurde schließlich zum Zentrum des wittelsbachischen Besitzes im Nordgau und entwickelte sich über Jahrhunderte zum Sitz eines Vitztumsamtes, dem alle herzoglichen Ämter in der Oberpfalz unterstanden, nachdem die Wittelsbacher im Jahre 1180 mit dem erblichen Amt eines bayerischen Herzoges versehen worden waren.
Reicher Klosterbesitz um Eschenbach
Otto gründete außerdem 1121 im Vilstal südlich von Amberg das Kloster Ensdorf, das zum Hauskloster wurde und wo er mit seiner Gattin bis heute begraben liegt. Aus dem ehemaligen Besitz der Hopfenoher wurde auch Ensdorf mit Gütern zu Eschenbach und dem Dorf Troschenreuth großzügig ausgestattet. Von auswärtigen Klöstern war hier noch das Kloster Waldsassen mit Ernstfeld begütert. An das Prämonstratenserkloster Speinshart, das 1145 von Adelvolc von Reifenberg gegründet worden war, kam Besitz in Biberbach, Stegen und Kirchenthumbach. Speinshart erfreute sich des besonderen Schutzes des Kaisers, besonders des Hohenstaufenkaisers Friedrich I.
Adel um Eschenbach im 12. und 13. Jahrhundert
Um 1150 wurde Eschenbach erstmals als Markt erwähnt. Das Patronat St. Laurentius der Pfarrkirche weist allerdings auf eine Gründung vor der ersten Jahrtausendwende hin. Im 12. und 13. Jahrhundert findet sich im Raum Eschenbach zahlreicher Ministerialadel belegt, doch in Eschenbach erscheinen vor allem die Leuchtenberger und die Wittelsbacher begütert gewesen zu sein. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts werden um Eschenbach als Territorialherren die Hohenstaufen (bzw. Bamberg), die Wittelsbacher, die Leuchtenberger, die Hirschberger sowie die Klöster Michelfeld, Speinshart und Ensdorf genannt.
Die Staufer
König Konradin verpfändete im Jahre 1266 einen Teil seiner bambergischen Güter an die Herzoge Ludwig und Heinrich von Bayern, die nach dem unglücklichen Tod Konradins im Jahre 1268 dessen Erbe antraten. Die Hohenstaufen hatten sich zwischen Nürnberg und Eger aus ehemaligem Reichsgut und bambergischen Lehen ein gewaltiges Herrschaftsgebiet geschaffen. Zwar forderte König Rudolf alle seit 1245 geschehenen Verpfändungen des Reichsgutes zurück, die bambergischen Lehen gingen jedoch endgültig an die Wittelsbacher Herzöge. Unter den bambergischen Lehen war auch Eschenbach. Bis heute gehören Eschenbach und Auerbach zum Bistum Bamberg.
Der Hausvertrag von Pavia
Als im Jahre 1329 Kaiser Ludwig der Bayer seine Erblande mit den Söhnen seines verstorbenen Bruders Rudolf teilte, kamen der Markt Pressath, die Burg Thurndorf und die Märkte Eschenbach und Auerbach an die pfälzische Linie. Kurfürst Rudolf hatte im Jahre 1344 unter anderen Orten auch Eschenbach, Thurndorf, Hartenstein und Auerbach seiner Gemahlin Margarethe von Sizilien als Morgengabe zugewiesen.
Stadtrecht für Eschenbach im Jahre 1358
Kaiser Karl IV., der bestrebt war, das Gebiet zwischen Eger und Nürnberg in seine Hand zu bekommen und für kurze Zeit das Territorium „Neuböhmen“ schuf, förderte viele Orte an der „Goldenen Straße“ von Nürnberg nach Prag und verlieh Eschenbach im Jahre 1358 das Stadtrecht. Thurndorf hatte einige Jahre zuvor, im Jahre 1355, von Karl die Marktgerechtigkeit erhalten. Im Kampf des Pfalzgrafen Rupprecht mit König Wenzel gewann dieser Eschenbach im Jahre 1400 wieder für die Pfalz zurück. Das gesamte Gebiet wurde jetzt mit der Oberpfalz, die bereits im Jahre 1390 wieder an die Kurpfalz gekommen war. vereinigt. Mit zahlreichen Verpfändungen, auch von Eschenbach, waren mehrere Besitzwechsel verbunden. Eschenbach wurde schließlich Sitz eines Pflegamts und gehörte zum Rentamt Amberg des Kurfürstentums Bayern. Der Raum um Eschenbach teilte in der Folgezeit das Schicksal der übrigen Kurzoberpfalz, wie etwa die Ereignisse des Landshuter Erbfolgekriegs von 1504, des Bauernkriegs von 1525 sowie die Religionswirren der Reformation und der Gegenreformation bis hin zum 30jährigen Krieg von 1618 bis 1648. Im Jahre 1628 wurde schließlich die Oberpfalz wieder bayrisch – und katholisch.
Neuere Geschichte
Bis 1972 war Eschenbach Kreisstadt mit dem Sitz eines Landratsamtes. Eine große Fläche des Landkreises nahm der Truppenübungsplatz Grafenwöhr ein. Bei der Gemeindegebietsreform wurde der ehemalige Landkreis aufgeteilt: Teile des ehemaligen Landkreises gehören heute zum Landkreis Nürnberger Land in Mittelfranken (Neuhaus an der Pegnitz), zum Landkreis Amberg-Sulzbach (Stadt Auerbach), der überwiegend Teil kam zum Landkreis Neustadt/WN.
Rege Eisenindustrie bereits im 14. Jahrhundert
Bereits im 14. Jahrhundert belegen zahlreiche Hämmer (Bibrach, Gänlas, Metzenhof, Pressath, Ranna) eine rege Eisenindustrie. Allerdings brachte der 30jährige Krieg für viele Eisenhämmer das Ende.
Zahlreiche Hammerherren hatten aus religiösen Gründen im Zuge der Rekatholisierung das Land verlassen. Die Kriegswirren brachten weitere Zerstörung und Bevölkerungsverluste. Der wirtschaftliche Niedergang der Oberpfalz, einst eine blühende Region und Eisenlieferant für ganz Europa, war eingeläutet.[1]
Verkehrswege um Eschenbach
Eschenbach liegt an der Bundestraße 470, der Staatsstraße 2122 und 2168 und der Kreisstraße NEW1. Die Bundesstraße 470 ist insgesamt 175 km lang. Sie beginnt an der Grenze zu Baden-Württemberg in Burgbernheim und endet in Weiden i. d. Oberpfalz. Die Anfänge dieser Straße liegen in Napoleonischer Zeit. Sie läuft von der Anschlussstelle Bad Windsheim der Autobahn A 7 über Neustadt/Aisch, Höchstadt/Aisch und Adelsdorf weiter nach Forchheim und durch die Fränkische Schweiz über Erbendorf (Ortsumgehung) bis zur Autobahnauffahrt Weiden-West, wo sie endet.
Altwege um Eschenbach
Der Altwegeforscher Anton Dollacker weist mit seinen Trassen Nr. 27 und Nr. 98 zwar zwei Altstraßen auf, die in Richtung Norden führen, schließlich an Eschenbach aber östlich bzw. westlich vorbeiführen.
Allein die Trasse Nr. 27, die von Hahnbach über Schlicht in den Markt Kirchenthumbach führt, berührt den Bereich der TK 6236 Eschenbach. Nach Dollacker beginnt die Trasse am Ziegeltor in Amberg und hat nach der Passage von Kirchenthumbach schließlich Creußen und weiter die Stadt Bayreuth zum Ziel.
Die Trasse ist nach Dollacker in den 1930er Jahren mit der „Bayreuther Staatsstraße“ identisch. Seit dem 1. Juni 1938 ist die Straße zwischen Grünwald und Kirchenthumbach mit der Vergrößerung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr dem öffentlichen Verkehr entzogen.
Die östlich Eschenbachs passierende Trasse Nr. 98 kommt aus Hersbruck bzw. aus Nürnberg und führt nach Grafenwöhr. Dass der Raum Eschenbach nicht von einer Altstraße mit überregionaler Bedeutung berührt gewesen sein soll, ist allerdings höchst unwahrscheinlich. Möglicherweise hat die Existenz des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr (gegründet 1910, vergrößert 1938) weitere Forschungen Dollackers unterbunden.
Schließlich scheint die südlich von Eschenbach von Dollacker nur vermutete Trasse Nr. 103, die von Auerbach nach Neustadt/WN führt, mit teilweiser Benennung als „Magdeburger Straße“, „Eisenstraße“ und „Saustraß“ eine Wegeverbindung von überregionaler Bedeutung gewesen zu sein.[2]
Weblinks
- Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 6236: Eschenbach i.d.OPf.
- Karte der Hohlwege im Bereich der TK 25 Blatt 6236: Eschenbach i.d.OPf.
- Karte der Steige im Bereich der TK 25 Blatt 6236: Eschenbach i.d.OPf.
- Karte der Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 6236: Eschenbach i.d.OPf.
- Visualisierung der Altstraßen aus den Historischen Karten der TK 25 Blatt 6236: Eschenbach i.d.OPf.
Einzelnachweise
- ↑ Georg Hager: Bezirksamt Eschenbach. München 1909 (=Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg; 11), S. 1 – 12; S. 41 – 48)
- ↑ Anton Dollacker: Altstraßen der mittleren Oberpfalz. urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1575-7, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Band 88. Hrsg.: Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1938, urn:nbn:de:bvb:355-rbh-2740-1, S. 167-186