Vogelturm

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Vogelturm
Adresse:Marktplatz 23
92249 Vilseck
BLfD-ID:D-3-71-156-52
Q41406404   Vogelturm_(Vilseck)

Der Vogelturm ist eines der Vilsecker Stadttore und das Wahrzeichen Vilsecks.

Namensherkunft

Der heute geläufige Name „Vogelturm“ geht zurück auf Bartholomäus Vogel, der von 1809 bis 1883 lebte und von 1843 bis ungefähr 1885 auf dem Turm als Nachtwächter arbeitete.[1]

Beschreibung

Der Vogelturm ist 20 Meter hoch. Die Südwestseite ziert ein Steinwappen des Hochstifts Bamberg. Auf der Nordostseite mauerte man 1905 das ursprünglich am Untertor angebrachte Wappen des Fürstbischofs von Bamberg und Kurfürsten von Mainz Lothar Franz von Schönborn ein.

Geschichte

Der Vogelturm wurde 1466 als Torturm in die Stadtmauer eingebaut. Grund für den Bau war, dass nach der Anlage des Stadtweihers 1430 das alte Vilstor nicht mehr von außen erreichbar und somit überflüssig geworden war. Es wurde ja auch schon 1436 zugemauert. Die Straße, die aus dem Bambergischen von Auerbach herkam, musste deshalb umgeleitet werden. Sie führte nun in einem Bogen um den Stadtweiher herum und durch den Vogelturm in die Stadt hinein. Auch Herrschaften, Kaufleute und Reisende, die aus westlicher Richtung über Schlicht kamen, gelangten nur durch den Vogelturm ins Stadtinnere. Selbst das alte Obertor (Schwarze Tor) hatte durch den neugeschaffenen Zugang zur Stadt längst an Bedeutung verloren und wurde im 17. Jahrhundert aufgelassen. Der Name „Obertor“ ging damit zunächst auf das neue Tor, den heutigen Vogelturm, über. Der Vogelturm war ursprünglich mit einer Zugbrücke ausgestattet. 1568 wurde der Vogelturm um einen Vorbau erweitert. In diesem Vorbau befand sich die Türmer-Wohnung, in der als letzter Nachtwächter Matthias Winter lebte. Eine zweite Wohnung im Turm selbst mit Blick auf den Marktplatz bewohnten drei Generationen der Familie Ziegler. Eine einschneidende Veränderung brachte der große Brand von 1907, der eine Lücke zwischen dem Turm und den abgebrannten Häusern hinterließ, die nicht mehr geschlossen wurde. Seitdem steht das Wahrzeichen der Stadt an der Nordseite frei, und es fehlt dem Marktplatz der räumliche Abschluss zur Vorstadt hin. Andererseits entstand eine größere Durchfahrt für den Verkehr. Bis in die 1990er-Jahre fuhren die Autos, die aus westlicher Richtung kamen, sogar durch das Vogeltor hinein in die Stadt. Als dies schließlich verboten wurde, herrschte in Vilseck zunächst große Aufregung – die sich jedoch nach einiger Zeit wieder legte. Heute ist die Vogelturm-Durchfahrt nur noch Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Von 1993 bis 1995 wurde das Gebäude aufwändig saniert und ausgebaut. Am 30. Juni 2000 öffnete das Türmermuseum Vilseck im Vogelturm seine Pforten.[1]

Literatur

Einzelnachweise