Steinkreis Die Alten, Bürgerpark Sulzbach-Rosenberg
| Steinkreis Die Alten, Bürgerpark Sulzbach-Rosenberg | |
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Steinkreis "Die Alten" im Bürgerpark Sulzbach-Rosenberg | |
| Adresse: | Weiherstraße 19F 92237 Sulzbach-Rosenberg |
Der Steinkreis „Die Alten“ ist ein Kunstwerk im Bürgerpark Sulzbach-Rosenberg. Die Installation besteht aus 23 naturbelassenen Dolomit-Findlingen und wurde im Jahr 2009 von Evi Steiner-Böhm auf Bitten des Bürgerparkvereins konzipiert und gestaltet. Die künstlerische Ausarbeitung sowie die Umsetzung erfolgten vollständig kostenfrei als ehrenamtlicher Beitrag für die Stadt.
Entstehungsgeschichte und Vereinskontext
Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Bürgerparks im Jahr 2009 trat der Bürgerparkverein Sulzbach-Rosenberg mit dem Wunsch nach einem gestaltenden Element an die Künstlerin Evi Steiner-Böhm heran. Dieser sollte die Spenderinnen und Spender für den Bürgerpark ehren. Der Verein war ursprünglich gegründet worden, um die Sanierung des ehemaligen Stadtbades und des angrenzenden Stadtweihers zu unterstützen. Durch ein Engagement von über 220.000 Euro an Eigenmitteln trug der Verein maßgeblich dazu bei, das einst verwahrloste Areal in eine viel besuchte Auenlandschaft und Erholungsoase zu verwandeln.
Bei einem Besuch auf dem Wunderhof zeigte sich der Vereinsvorstand besonders beeindruckt von einem dort befindlichen Steinkreis aus Jurastein-Findlingen. Auf dieser Grundlage entwickelte Steiner-Böhm ein eigens auf den Bürgerpark zugeschnittenes Konzept. Um die Maßnahme für den Verein frei von Materialkosten zu halten, wurden 23 große Dolomit-Findlinge ausgewählt, die der städtische Bauhof zuvor bei Straßenbauarbeiten in der Nähe von Edelsfeld geborgen hatte. Die Aufstellung erfolgte im Jahr 2009 unentgeltlich durch den Bauhof.
Zahlenarchitektur und Symbolik
Die Anordnung des Ensembles basiert auf einer durchdachten, mathematisch-symbolischen Zahlenarchitektur:
- Der Halbkreis der Ahnen („Die Alten“): Die 20 großen Steine bilden einen schützenden Halbkreis mit einem Durchmesser von exakt zehn Metern. Die zehn linken Steine repräsentieren dabei die männliche Ahnenseite, die zehn rechten Steine die weibliche. In der Zahlenlehre steht die Zahl 10 für die Vollendung eines Abschnitts und den Neubeginn auf einer höheren Ebene.
- Die Folgegeneration (Zentrum): Drei flachere Steine im Vordergrund bilden eine kleine Gruppe, die für eine junge Familie (Vater, Mutter, Kind) steht. Sie findet – symbolisch wie physisch – Schutz und Rückhalt durch die im Rücken stehenden Ahnen. Zugleich laden diese drei Steine Parkbesucher als Sitzgelegenheit ein.
- Quersumme 5: Die Gesamtzahl von 23 Steinen ergibt in der Quersumme die Zahl 5 (2 + 3 = 5), welche in der klassischen Proportionslehre metaphorisch für den Menschen steht und einen Wendepunkt zur nächsten Entwicklungsstufe symbolisiert.
Das gesamte Ensemble ist so ausgerichtet, dass der Blick der Steine auf den Bürgerpark fällt – auf jenes Areal, das durch bürgerschaftliches Engagement zu neuem Leben erweckt wurde.
Dynamik, Interaktion und Wandel im Raum
Da vor Ort bewusst auf ein erläuterndes Hinweisschild verzichtet wurde, bleibt das Kunstwerk im öffentlichen Raum offen für freie Interpretationen. Im Laufe der Jahre haben sowohl die Witterung (Frost und Sonne) als auch die Parkbesucher das Bild verändert.
Durch witterungsbedingte Abplatzungen entstehen immer wieder kleinere Steinfragmente. Diese werden von Passanten regelmäßig aufgegriffen und im Vordergrund zu den Steinen der vorderen Reihe gelegt. Dadurch verändert sich die ursprüngliche visuelle Zahlenarchitektur fortlaufend – ein Prozess, der das Kunstwerk dynamisch hält und zeigt, wie der Ort von der Bevölkerung aktiv angeeignet und geformt wird.
Materialverbindung im Parkgefüge
An einem der Steine des Ensembles ist eine kleine Stahlplakette mit der gelaserten Aufschrift „Die Alten“ angebracht. Das dafür verwendete Material – regionaler Maxhüttenstahl – stellt eine dezente optische Verbindung zu einer rund 50 Meter entfernt stehenden Dankes-Stele her, die der Bürgerparkverein 2009 für alle Unterstützer der Parkneugestaltung errichtet hat. Durch den bewussten räumlichen Abstand bleibt der Steinkreis als eigenständiges Raumkunstwerk im Park bestehen.
Galerie
Quellen
- Angaben der Künstlerin zu ihrer Arbeit
- Pressebericht zur Einweihung des Steinkreises und der Stele
"Viel Leben in der Erlbachaue, zwei symbolträchtige Denkmäler enthüllt", Sulzbach-Rosenberger Zeitung, 29.09.2009