Stadionmodell Oberklausen

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Koordinaten: 49° 34' 2.86" N, 11° 34' 28.01" E

Stadionmodell Oberklausen
BLfD-ID:D-3-71-128-30
Q41404607   Modell_des_Deutschen_Stadion

Das Stadionmodell Oberklausen war eine Versuchstribünenanlage für das Deutsche Stadion, welches auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg entstehen sollte. Von dem ehemaligen Stadionmodell sind lediglich Betonfundamente übrig, die unter Denkmalschutz stehen.

Ort

Die Reste des Stadionmodells Oberklausen befinden sich am Hang oberhalb der Bushaltestelle von Oberklausen am Südhang des 509 m hohen Stockbühls. Der Stockbühl wird wegen des Stadionmodells auch „Stadionberg“ genannt.[1]

Zielsetzung

Das Stadionmodell Oberklausen sollte ein 1:1-Modell aus Holz und Beton von einem Zehntel des auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg geplanten Deutschen Stadions werden. Das Stadion sollte bei einer Länge von 540 Metern, einer Breite von 225 Metern und einer Fassadenhöhe von 82 Metern etwa 450.000 Zuschauern Platz bieten und damit die größte Sportarena der Welt werden. Ziel war es, Neigungswinkel und ästhetische Wirkung sowie die Akustik des geplanten Baus zu erproben.[1]

Vorbereitungen

Um den für den massiven Rohstoffbedarf des Bauvorhabens zu decken wurde sogar Holz aus dem Bayrischen Wald mit drei zur Verfügung gestellten Schmalspurlokomotiven ins Hirschbachtal transportiert. Da der kurze Weg vom Bahnhof in Neukirchen für Langholztransporte zu eng war, mussten die Stämme über Hersbruck und Neuhaus an der Pegnitz nach Oberklausen gebracht werden. Die 4.000 bis 5.000 m³ Holz wurden vor Ort in einem selbst errichteten Sägewerk am Acker vor dem Loss´schen Anwesen gesägt.[2]

Der Schotter, der für den Bau benötigt wurde, stammte hauptsächlich von Firmen aus dem Pegnitztal. Unter anderem bekam der Hirschbach ein neues Bett, die Talstraße wurde verlegt und mehrere Fischweiher wurden zugeschüttet.[2]

Der Bau

An dem Modell wurde fast zwei Jahre lang Tag und Nacht gebaut. Die Arbeiter wurden dabei von SS-Wachen beaufsichtigt. Etwa 400 Arbeiter waren damals mit dem Bau beschäftigt, welcher der Bevölkerung mehr Geld einbrachte, denn die Arbeiter kamen größtenteils aus der Gemeinde Hirschbach und der näheren Umgebung, sowie dem Vilstal. Auch aus dem Nürnberger Raum kam eine kleine Gruppe Spezialisten hinzu, um den Bau zu unterstützen. Aufgrund der großen Menge an zu be- und verarbeitendem Holz gab es kaum einen Zimmermeister aus der Umgebung, der mit seinen Leuten nicht am Bau des Stadionmodells beteiligt war.[2]

Hitlers Besuch am 21. März 1938 am Stadionmodell Oberklausen

Am 21. März 1938 kamen Hitler und sein Architekt persönlich nach Oberklausen, um die Baustelle zu besichtigen und die Hör- und Sichtverhälnisse zu testen. Um dies zu überprüfen führten Baustellenarbeiter gymnastische Übungen auf dem Rasen vor. Zu ihrer Verwunderung waren die Verhältnisse sogar besser als angenommen. Den Plan, besondere Brillen oder Ferngläser auszugeben, verwarf man auf Grund der Begeisterung Hitlers von der Sicht. Zu Kriegsbeginn wurde der Bau beendet, das geplante Modell wurde nie fertiggestellt. Dennoch wurde das Modell weiterhin Tag und Nacht bewacht. Nach der Zerstörung des Nachbardorfs Achtel wurde das Bauwerk auf Befehl der Amerikaner zum Abriss freigegeben.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Christian Feja: Größenwahn im Grünen. In: Edition Bayern, 07. Amberg-Sulzbacher Land. Regensburg 2011, ISBN 978-3-7917-2404-1, S. 27
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Stadionberg in Oberklausen, abgerufen am 18. August 2026