St Vitus Illschwang
| St Vitus Illschwang | |
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Simultankirche St. Vitus (St. Veit) in Illschwang | |
| Adresse: | Hauptstraße 4 92278 Illschwang |
| BLfD-ID: | D-3-71-131-5 |
| Wahrscheinlich fehlt die Wikidata-Verknüpfung: Q15853815 (St_Vitus_Illschwang) | |
St. Vitus (St. Veit) in Illschwang
Die Pfarrkirche St. Vitus (St. Veit) steht im Ortszentrum von Illschwang im Landkreis Amberg-Sulzbach. Sie zählt zu den bedeutendsten Simultankirchen der Oberpfalz und ist dem heiligen Vitus (St. Veit), einem der Vierzehn Nothelfer, geweiht. Seit 1653 wird sie gemeinsam von der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde genutzt.
Geschichte
Die ältesten Bauteile des Kirchturms stammen vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Aufgrund seiner Bauform wird angenommen, dass das Kloster Kastl an der Errichtung der Kirche beteiligt war. Im Jahr 1120 gelangte die Kirche in den Besitz des Klosters Reichenbach am Regen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Gotteshaus erheblich beschädigt. Um 1700 ließ das Kloster Reichenbach die Kirche nach Plänen des Baumeisters Wolfgang Dientzenhofer neu errichten. Der mittelalterliche Turm blieb erhalten, das Langhaus wurde erweitert und der Chor neu gestaltet. Mit der Einführung des Simultaneums im Herzogtum Pfalz-Sulzbach im Jahr 1652 wird die Kirche seit 1653 von beiden Konfessionen gemeinsam genutzt. Diese Besonderheit prägt das Gotteshaus bis heute.
Ausstattung
Ein großer Teil der heutigen Ausstattung gelangte nach der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts nach Illschwang. Der letzte Illschwanger Probst Edmund Dorfner erwarb zahlreiche Einrichtungsgegenstände aus aufgehobenen Klöstern, insbesondere aus Amberg. Dazu gehören Kirchenbänke, Seitenaltäre, Beichtstühle, Kirchentüren sowie liturgische Geräte. Der Taufstein stammt noch aus der Vorgängerkirche des 17. Jahrhunderts.
- Hochaltar
Der spätbarocke Hochaltar stammt aus dem Kloster Reichenbach. Das Altarbild mit dem gekreuzigten Christus schuf der Amberger Maler Ludwig Eugen Male. Darüber befindet sich eine Darstellung des Kirchenpatrons St. Vitus. Im Zuge der Innenrenovierung von 1992 entstand ein gemeinsamer Altarbereich mit Volksaltar und Ambo, der von beiden Kirchengemeinden getragen wird.
- Seitenaltäre
Die beiden Seitenaltäre stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das linke Altarblatt zeigt den „Englischen Gruß“, das rechte ist dem heiligen Vitus gewidmet.
- Weitere Ausstattung
Die reich geschnitzten Kirchenbänke, Kirchentüren und der Beichtstuhl unter der Empore stammen aus der Zeit des Frührokoko. Ein weiterer Beichtstuhl im Empirestil zählt zu den seltenen Beispielen dieser Epoche in der Oberpfalz. Die Orgel wurde 1878 eingebaut. Aufgrund der Simultannutzung verzichtete man bewusst auf eindeutig katholische Bildmotive.
Wand- und Deckengemälde
Die Ausmalung der Kirche entstand in den 1920er Jahren durch den Amberger Kirchenmaler Josef Weber. Die Deckenfresken zeigen die Schöpfung, die Auferstehung Christi und das Pfingstwunder. Weitere Malereien an Stichkappen, Chorbögen und der Empore greifen biblische Themen sowie Motive aus der Geschichte Illschwangs auf, darunter die Osterhöhle, das Kloster Reichenbach, das Kloster Kastl und die Teufelskanzel. Die Glasfenster wurden 1919 nach Entwürfen von Augustin Pacher aus München geschaffen. Sie zeigen Christus sowie verschiedene Heilige, darunter Vitus, Walburga und Willibald.
Simultankirche
Eine Besonderheit der Kirche sind ihre zwei Sakristeien. Im ehemaligen Chorturm befindet sich die katholische Sakristei, südlich des Altarraums die evangelische. Diese räumliche Trennung geht auf die seit dem 17. Jahrhundert bestehende Simultannutzung zurück.
Außenbereich
An der Nordseite des Kirchturms befindet sich eine 1885 errichtete Lourdesgrotte aus Tuffstein, die eine ältere Ölberggruppe ersetzte. Südlich der Kirche erinnert ein 1954 neu gestaltetes Kriegerdenkmal mit einem Bronzekruzifix des Bildhauers Peter Moser an die Gefallenen der beiden Weltkriege. Die Kirche ist von einem historischen Kirchhof umgeben. Bis ins 19. Jahrhundert fanden Bestattungen unmittelbar an der Kirche statt. Heute werden dort nur noch in Ausnahmefällen Bestattungen vorgenommen.
Galerie
Literatur
Franz Wehrl: Simultankirche St. Vitus. Eichstätt 2003. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Denkmalliste Bayern.