St. Johannes Evangelist Oberbibrach
Koordinaten: 49° 48' 24.84" N, 11° 46' 22.80" E
| St. Johannes Evangelist Oberbibrach | |
|---|---|
St. Johannes Evangelist in Oberbibrach | |
| benannt nach: | |
| Adresse: | Vorbacher Straße 1 95519 Vorbach-Oberbibrach |
| BLfD-ID: | D-3-74-163-2 |
Die Expositurkirche St. Johannes Evangelist steht in Oberbibrach, einem Ortsteil der Gemeinde Vorbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Die im 18. Jahrhundert errichtete Kirche gilt als bedeutender Rokokobau der nördlichen Oberpfalz und gehört zur Klosterpfarrei Speinshart.
Geschichte
An der Stelle der heutigen Kirche stand zuvor ein kleiner spätmittelalterlicher Kirchenbau. Dieser war vermutlich als Schlosskirche der Burg Oberbibrach genutzt worden. Von dem Vorgängerbau sind ein gotischer Taufstein und ein Wappenstein der Herren von Bibra mit der Jahreszahl 1291 erhalten geblieben.
1760 baten Bürger aus Oberbibrach den Speinsharter Abt Dominikus I. von Lieblein um den Neubau der inzwischen baufälligen Kirche. Im folgenden Jahr wurde der Abbruch des alten Kirchenbaus genehmigt. Am 26. März 1761 begann der Abbruch.
Der Neubau entstand nach Plänen des Speinsharter Chorherren Hugo Strauß, der in Prag Architektur studiert hatte. Die Ausführung des Rohbaus übernahm Adam Preisinger aus Oberbibrach. Die Innenausstattung wurde von dem Stuckateur Ulrich Lambeck und dem Maler Michael Wild gestaltet und bis 1767 fertiggestellt.
Am 23. Oktober 1771 wurde die Kirche durch den Regensburger Weihbischof Ernest von Bernklau geweiht. Der Kirchturm wurde erst 1781 errichtet.
Bauwerk
Die Kirche ist als Saalkirche mit Walmdach und eingezogenem rechteckigem Chor ausgeführt. Über dem Chor steht ein Chorturm mit einer mehrfach gestuften Zwiebelhaube.
Das Äußere ist vergleichsweise schlicht gestaltet. Im Inneren zeigt sich dagegen eine reiche Ausstattung aus der Zeit des Rokoko und des späten Barock.
Ausstattung
Der Hochaltar zeigt den Evangelisten Johannes auf der Insel Patmos. Die Deckenfresken von Michael Wild greifen Motive aus der Offenbarung des Johannes auf.
Zur Ausstattung gehören außerdem zwei Seitenaltäre, eine Rokokokanzel und spätbarocke Kirchenbänke. Die Kanzel wurde 1767 von dem Stuckateur und Bildhauer Ulrich Lambeck aus Schlicht bei Vilseck geschaffen. Sie ist mit typischen Rocailleornamenten geschmückt.
Aus der älteren Kirche stammt der gotische Taufstein. Hinter dem Hochaltar befindet sich außerdem ein Wappenstein mit Helm und drei aufwärts schwimmenden Fischen, der die Jahreszahl 1291 trägt.
Friedhof
Zur Kirche gehört ein historischer Friedhof, der von einer Mauer aus Bruchstein- und Quadermauerwerk eingefasst wird. Auf dem Friedhof befinden sich unter anderem ein Friedhofskreuz sowie ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege.
Die Friedhofskapelle besitzt einen Zeltdachbau über einem unregelmäßigen Grundriss. Sie wurde vermutlich im 18. Jahrhundert aus Bruchstein errichtet.
Da der historische Friedhof nicht mehr genügend Platz bot, wurde 1972 ein neuer Friedhof mit einer Leichenhalle angelegt. Die Planung übernahm der Architekt Georg Stange aus Eschenbach. Die neue Friedhofsanlage wurde am 18. November 1973 geweiht.
Glocken
Die Kirche besitzt vier Glocken. Die kleinste Glocke wurde 1954 von der damaligen Pfarrhaushälterin Anna Schmidt gestiftet. Sie trägt die Inschrift „Heiligstes Herz Jesu, erbarme dich unser“.
Galerie
Quellen
- St. Johannes Evangelist (Oberbibrach) – Wikipedia
- Klosterpfarrei Speinshart – Kirchen
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Bayerischer Denkmal-Atlas, Baudenkmal D-3-74-163-2