St. Anna Vorbach

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Koordinaten: 49° 49' 17.51" N, 11° 44' 35.81" E

St. Anna Vorbach
Filialkirche St. Anna in Vorbach
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benannt nach:Anna (Heilige)
Adresse:Kirchplatz 1
95519 Vorbach
BLfD-ID:D-3-74-163-1
Q41241274  St. Anna (Vorbach)

Die Filialkirche St. Anna ist eine römisch-katholische Kirche in Vorbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Sie gehört zur Klosterpfarrei Speinshart und steht auf einem erhöhten Felssporn. Archäologische Befunde und Funde im Bereich der Katholischen Kirche St. Anna in Vorbach, darunter die Spuren von Vorgängerbauten bzw. älteren Bauphasen werden unter der Nummer D-3-6136-0012 als Bodendenkmal geführt.

Baugeschichte

Die erste Kirche in Vorbach entstand vermutlich um 1200. Erhaltene Teile des ursprünglichen romanischen Saalbaus befinden sich im östlichen Teil des Langhauses. Im 14. oder 15. Jahrhundert wurde der romanische Eingang zugemauert und durch einen leicht spitzbogigen Eingang ersetzt.

Im 16. Jahrhundert erfassten die Reformation und der spätere Calvinismus auch Vorbach. Dabei ging die mittelalterliche Innenausstattung der Kirche verloren. 1626 wurde die Bevölkerung im Zuge der Gegenreformation wieder katholisch; Vorbach wurde erneut eine Filiale der Pfarrei Mockersdorf.

Nach längeren Klagen über den Zustand des Kirchengebäudes ist eine Erneuerung für 1709 belegt. Eine Inschrift am Medaillon hinter dem Altar weist auf einen Erweiterungsbau von 1748 hin. Damals wurde die Kirche barock umgestaltet, das Langhaus nach Westen verlängert und ein dreiseitiger Chorabschluss geschaffen. Außerdem erhielt das Gebäude einen Dachreiter mit Zwiebelhaube.

1921 wurde Vorbach der neu gegründeten Expositur Oberbibrach zugeordnet. Seit 1964 wird die Kirche unmittelbar vom Kloster Speinshart betreut.

Erweiterung und Generalsanierung

In den Jahren 1980 bis 1982 wurde die Kirche erneut nach Westen erweitert. Die Pläne stammten vom Architekten Hans Bundscherer aus Eschenbach in der Oberpfalz. Das Langhaus wurde um 6,4 Meter verlängert; der neue Bauteil springt gegenüber dem älteren Mauerwerk vor. Bei den Arbeiten wurden im Mittelgang des ältesten Kirchenteils zwei in den Fels gehauene und mit Backsteinen überwölbte Gruftgräber entdeckt. Aufgrund eines Testaments wird vermutet, dass es sich um die Grabstätte des früheren Hofmarkbesitzers Johann Adam Gradl handeln könnte. Das alte Pfarrhaus wurde abgebrochen und an seiner Stelle ein Vorplatz angelegt.

Eine weitere umfassende Sanierung begann 2013. Bei den Voruntersuchungen zeigten sich Risse im Mauerwerk, Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit, Beeinträchtigungen der Deckengemälde sowie ein erheblicher Holzwurmbefall am Dach- und Glockenstuhl. Auch statische Probleme machten umfangreichere Arbeiten erforderlich.

Die Sanierung wurde deshalb in zwei Bauabschnitte unterteilt. Zunächst wurden die Außenhülle gesichert, der Dachstuhl erneuert, das Dach mit Biberschwanzziegeln neu gedeckt und die Außenflächen saniert. Im zweiten Abschnitt folgten die Wiederherstellung der Raumschale und die Restaurierung der historischen Kunstausstattung. Darüber hinaus wurden die Elektroinstallation erneuert und eine moderne Sitzheizung eingebaut, die die bisherige Fußbodenheizung ersetzte. Die Orgel wurde gereinigt und neu gestimmt.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 800.000 Euro. Der Abschluss der Generalsanierung wurde im Juli 2026 mit einem Festtag gefeiert.

Bau und Ausstattung

Die Kirche ist eine Saalkirche mit Walmdach und dreiseitig geschlossenem Chor. Der Dachreiter besitzt eine Zwiebelhaube. Nach den Erweiterungen von 1748 und 1980/82 ist das Gebäude 23,4 Meter lang und sieben beziehungsweise 8,2 Meter breit.

Der Hauptaltar wird dem Rokoko, der Seitenaltar einer früheren Barockzeit zugeordnet. Die Altäre wurden um 1707 vom Kemnather Schreiner Ignaz Schricker neu gerichtet und vom Maler Martin Wild neu gefasst. Wild schuf damals auch ein neues Altarblatt. Der heutige Hauptaltar entstand um 1760; die Künstler sind nicht bekannt.

Die stuckierte Spiegeldecke wurde vermutlich um 1733 eingebaut, nachdem die frühere Holzdecke möglicherweise durch einen Wasserschaden beschädigt worden war. Die Künstler der Stuckaturen und der Deckenmalereien sind nicht gesichert. Die Fresken im Langhaus und im Chor werden mit Vorbehalt Martin Wild zugeschrieben.

Die Kanzel stammt aus dem Rokoko. Die Kreuzwegbilder wurden 1796 von Margarete Gradlin gestiftet, der Witwe des 1789 verstorbenen Hofmarkbesitzers Johann Adam Gradlin. Bei der Innenrenovierung 1987 wurden unter anderem die Altäre und die Kanzel restauriert sowie die barocke Fassung der Marienfigur auf dem Seitenaltar wiederhergestellt.

Orgel

Eine erste Orgel wurde vor 1800 angeschafft. 1903 erhielt die Kirche ein neues Instrument, das 1960 durch ein Harmonium ersetzt wurde. Die heutige Orgel wurde 1987 von der Orgelbaufirma Thomas Jann gefertigt und am 14. Juli desselben Jahres von Pater Wolfgang Bangert eingeweiht. Sie besitzt zehn Register, zwei Manuale und ein Pedal sowie 534 Pfeifen.

Quellen