St.-Anna-Kapelle (Nasnitz)
| St.-Anna-Kapelle | |
|---|---|
| BLfD-ID: | D-3-71-113-97 |
Die St.-Anna-Kapelle in Nasnitz befindet sich an der Straße in Richtung Penzenreuth. Die Kapelle bietet Platz für 40 bis 50 Personen.
Geschichte
Am 4. Januar 1865 wurde erstmals ein Bauplan für die Errichtung einer Kapelle in Nasnitz gefertigt. Joseph Kormann, „dermalen frei resignierter Pfarrer und Administrator der Priesterseminarstiftung zu Neunkirchen am Brand“ wollte das Kirchlein ursprünglich ganz aus Sandsteinquadern und unverputzt errichten lassen. Dach und Türmchen sollten mit Schiefer gedeckt und unter dem Dachansatz ringsherum kleine Rundbögen angebracht werden. Die Fenster und die Eingangstüre sollten romanische Rundbogen erhalten. Die Königliche Baubehörde Kemnath lehnte aber den Bauplan von Joseph Kormann ab und zeichnete am 2. März 1865 einen neuen Entwurf, der dann später auch verwirklicht wurde. Die Zeichnung unterschied sich darin, dass die Außenwände, welche aus Bruchsteinen bestehen, nunmehr verputzt und angestrichen wurden, die Fenster und die Eingangstüre im gotischen Spitzbogen-Stil und über dem Portal drei lange Glasfenster vorgesehen waren. Auf jegliche Verzierungen der Außenwände wurde verzichtet. Der Altarraum wurde schmäler und niedriger als das Kirchenschiff gestaltet und räumlich etwas abgetrennt. Joseph Kormann wollte sich aber mit dem Vorschlag der Baubehörde nicht zufrieden geben und schrieb deshalb am 28. März 1865 an das Königliche Bezirksamt, mit der Bitte, die Außenwände mit rein behauenen Sandsteinquadern erbauen zu lassen, weil bei einem Verputz mit Anstrich voraussichtlich öfter Reparaturen stattfinden müssen. Seiner Bitte wurde aber nicht entsprochen. So kam es dann im Sommer 1865 zum Bau der Kapelle nach dem Vorschlag der Baubehörde Kemnath.[1]
Ein Jahr später, 1866, fand die feierliche Weihe statt. Erbaut wurde sie von Pfarrer Joseph Kormann. Im Jahr 2020 wurde die Kapelle einer umfangreichen Renovierung unterzogen. Im Zuge dieser Renovierung wurde auch eine neue Glocke angeschafft, die der Hl. Corona geweiht wurde. Diese Glocke symbolisiert nicht nur den religiösen Aspekt der Kapelle, sondern auch das Leben und die Hoffnung der Menschen, die in dieser kleinen, aber bedeutenden Kapelle zusammenkommen.[2]

Ausstattung
Kirchenbänke
In der Baugenehmigung vom 2. März 1865 wurde auch die Form der Wangen für das Gestühl genau vorgegeben; ein Schreiner aus Auerbach fertigte danach die Kirchenbänke.[1]
Fenster im Altarraum
Die beiden Glasfenster im Altarraum zeigen eine Herz-Jesu-Darstellung (Ostfenster) und ein Marienbild auf der gegenüberliegenden Seite.[1]
Tafel für die Kriegsopfer
An der Ostseite der Innenwand hängt eine Holztafel zur Erinnerung an die Nasnitzer Kriegsopfer. Sie wurde von Anton Berger aus Lobensteig gefertigt und 1958 bei der Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Nasnitz angebracht.[1]
Glocken
Im Erbauungsjahr 1865 wurde eine 85 Pfund schwere Glocke im Türmchen angebracht. Insgesamt 87 Wohltäter hatten sie gestiftet. Am 31. Januar 1918 schrieb - lt. Pfarrer Franz Wolfring - eine unbekannte Person in das Manuskript „Die Kapelle zu Nasnitz“ von Pfarrer Joseph Kormann, folgenden Text: „Durch Verfügung der Heeresleitung muss dieselbe am 30. Januar 1918 abgenommen und eingeliefert werden. Eine traurige Erinnerung für die Nachwelt an den Weltkrieg 1914-18, wodurch die Glocke ... als Gegenstand zum Kriegsdienst und zum Menschenmorden bestimmt wird.“ Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg war zwar eine Glocke im Turm, es ist aber nicht bekannt, wer diese stiftete. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Geläut wieder vom Turm geholt. Zusammen mit einem Geläut, welches am Hause Kormann hing und einen Riss hatte, brachte man sie nach Michelfeld und lagerte sie an der St. Leonhardskirche zwischen, ehe man sie zum Schmelzen abtransportierte. Auf die Kapelle kam eine billige Kriegs-Ersatzglocke. Zwei junge Nasnitzer nahmen eine der Glocken in der Dunkelheit mit und versenkten sie in Nasnitz in einem kleinen Teich. Leider mussten sie aber zuhause feststellen, dass sie die falsche, nämlich die mit Riss vom Hause Kormann zurückgeholt hatten. Da sich der Wasserspiegel immer weiter senkte und die Glocke schon herausschaute, wurde sie in einer Fuhre Mist auf einen Acker gebracht, wo sie in einem Misthaufen auf das Kriegsende wartete. Danach hatte man sie in einem nahegelegenen Gebäude untergestellt.[1]
Wanderwege
Auf dem Michelfelder Kapellenweg bildet die Jakobus-Kapelle die Station mit der Nummer 6.[3]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 St.-Anna-Kapelle in Nasnitz, vom 26. Mai 2025, abgerufen am 12. Juli 2026
- ↑ St. Anna Kapelle in Nasnitz, vom 6. März 2025, abgerufen am 12. Juli 2026
- ↑ Franken Pfalz e.V. – Michelfelder Kapellenweg, abgerufen am 11. Juli 2026