Schwandorfer Marionettentheater
Das Schwandorfer Marionettentheater wurde 2015 in der Kategorie „Kleinkunst" mit dem Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz ausgezeichnet.
Geschichte[1]
Das als ehemalige „Höflinger Marionettenbühne" bekannte Marionettentheater hat seine Anfänge im Kunst- und Werkunterricht. Nach der Fertigung von Holzpuppen unter der Leitung von Raimund Pöllmann kam der nächste Schritt: das Theaterstück. Die erste Aufführung entstand 1977 mit dem Titel „Der Krämerskorb“. Die Figuren werden weiterhin von Schülern gebastelt und geschnitzt. Im Laufe des folgenden Jahrzehnts werden unter anderem Werke von Hans Sachs, Sigfrid Färber und Andreas Gryphius auf der Marionettenbühne aufgeführt. Zur Eröffnung des Oberpfälzer Künstlerhauses wurde vom nun genannten Schwandorfer Marionettentheater „Die Zaubergeige“ von Franz Graf von Pocci aufgeführt. Aufgrund des anhaltenden Erfolgs werden in der kommenden Weihnachtssaison vier verschiedene Stücke aufgeführt. Auch Hörspiele von den Stücken wurden verkauft. Diese hat das Theater aufgenommen im eigenen Tonstudio. Bevor die Hörspiele mithilfe von digitalen Aufnahmen entstanden, wurden sie auf einem Tonbandgerät und später auf einem Kassettenrekorder aufgenommen. Schon der damalige Oberbürgermeister Hans Kraus lobte das Marionettentheater mit den Worten „entscheidende Bereicherung des Schwandorfer Kulturprogramms“ in den 1990ern. Die Werkstatt des Ehepaars Pöllmann wird nach und nach der zentrale Produktionsort. Hier werden Köpfe aus Lindenholz, zeitgenössische Kleidung für die Puppen und Bestandteile der Bühnenbilder gefertigt. In der Zeit von 1977 bis 2019 rund 600 Figuren, die zu über 60 Stücken gehören.
Der eigene Theaterbau begann 2018 zum 80. Geburtstag von Raimund Pöllmann. Im Juli 2019 wurde der Trägerverein „Marionettentheater Schwandorf“ gegründet, um einen ganzjährigen Spielbetrieb im eigenen Haus an der Fronberger Straße 33, neben der früheren Spielstätte, zu realisieren. Mit dieser Veränderung ging auch ein Generationswechsel einher. Der Sohn Michael Alexander Pöllmann ist ab dem Zeitpunkt der neue Leiter des Theaters. Dieser beschließt folgende Ziele: 1. ein ganzjähriges Zuhause für das Theater zu ermöglichen, 2. nachhaltig, ressourcenschonend sich überregional einen Namen zu verschaffen, 3. die Befreiung vom weihnachtlichen Erfolgsdruck, 4. das Theater zu professionalisieren und 5. einen kulturellen Anreiz für die Region zu schaffen.
Während der umbruchsreichen Corona-Jahre entwickelte das Theater eine neue transportierbare Bühnenskizze, inspiriert von anderen Bühnen wie der des „Salzburger Marionettentheaters“ und der „Augsburger Puppenkiste“. Daraus resultieren neue Spieloptionen für Fadenmarionetten, Tischmarionetten und Stabfiguren. Durch die Transportierbarkeit der neuen Bühne lassen sich auch Theaterstücke außerhalb der Oberpfalz aufführen. Einhergehend mit den Veränderungen um 2020, bemüht das Marionettentheater sich auch zunehmend stärker, mit anderen Ländern zu vernetzen.
Das Schwandorfer Marionettentheater eröffnete am 5. Mai 2023 seine eigene Veranstaltungsort an der Fronberger Straße 33 mit dem Stück Pinocchio.
Repertoire[2]
Das Schwandorfer Marionettentheater führt folgende Stücke auf:
Stücke für junges Publikum:
- Pinocchio
- Pupa Circi
- Hansel & Gretel
- Wiesenträume
- Leinen los!
- Die unglückliche Verzauberung
- Kasperl ermittelt 1 - Speckknödel mit Baldrian
- Rumpelstilzchen
- Kasperl ermittelt 2 - Großmutter, das Viruserl und die Zukunft
- Das tapfere Schneiderlein
- Eisenbarths Puppentheater
- Georg, das Schlossgespenst
- Kibukis Traumland
Stücke für älteres Publikum:
- Hoerburger
- Gaslicht
- Schönwerth
- Die Wirtin
- Alkmene
- Zigeuner-Boxen
Opern:
- Bastien & Bastienne
- Undine
Stücke für draußen:
- Oberpfalz Underdog
- Hinz & Kunz
Sonstiges:
- Open Puppet Stage
Einzelnachweise
- ↑ Vgl. o.A.: Geschichte. Online auf: Marionettentheater Schwandorf (URL: https://marionettentheater-schwandorf.de/repertoire, aufgerufen am 09.03.2026)
- ↑ Vgl. o.A.: Repertoire. Online auf: Marionettentheater Schwandorf (URL: https://marionettentheater-schwandorf.de/repertoire, aufgerufen am 06.03.2026)