Schrannenplatz 8

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Koordinaten: 49° 26' 44.36" N, 11° 51' 14.59" E

Schrannenplatz 8
Adresse:Schrannenplatz 8
92224 Amberg
BLfD-ID:D-3-61-000-339
Q137884106

Das Gebäude Schrannenplatz 8 in Amberg ist die ehemalige Kirche des Franziskanerklosters in Amberg. Heute beheimatet das Gebäude das Stadttheater Amberg.

Geschichte

Das Gebäude wurde ursprünglich als Kirche des Franziskanerklosters errichtet. 1464 wurde mit dem Bau des Chorteils der Kirche begonnen. Anschließend folgte das Langhaus, das 1482 fertig war. Die Kirche war ausgestattet mit einem hölzernen Tonnengewölbe, wie es eigentlich im holländischen Raum üblich war.[1] Im Dezember 1555 kam es zur ersten Säkularisation. Während der Reformation wurde die Klosteranlage bis 1624 als Pädagogium genutzt. 1626 kehrten die Franziskaner zurück und gestalteten ab 1667 die Kirche im Barockstil um. Die ursprünglich gotischen Fenster blieben nur im Chor bestehen, die im Langhaus bekamen ihr heutigen Aussehen verpasst: ein Rechteck mit einem darüber liegenden Kreisrund. 1802 wurde das Kloster erneut säkularisiert. Die Franziskaner wurden vertrieben, die Gebäude ausgeräumt. So kamen rund 1000 Bände der stattlichen Bibliothek nach München, 4000 Bücher wurden für drei Kreuzer das Stück verschleudert. Und 1000 der Bände landeten schließlich in Papiermühlen. Die wertvolle Orgel der Kirche wurde nach Seligenporten verkauft, die kunstvolle Uhr, die Frater Julius Daigl 1769 geschaffen hatte, erwarb die Stadt Weiden für ihr Rathaus. Am 4. Mai 1803 kaufte der Melber Thomas Bruckmüller für 25.000 Gulden das Kloster und das Almosenamt der Stadt den leeren Kirchenkörper. Der größte Teil dieses Kirchenkörpers wurde innerhalb von sechs Monaten zum Theater umgebaut. Seit der Eröffnung am 12. Oktober 1803 mit dem Stück „Die Dienstpflicht“ beheimatet das Gebäude das Stadttheater Amberg.[2][3]

Der ehemalige Chorraum der Kirche wurde zunächst als Markthalle genutzt. Seit 1920 wird der Gebäudeteil als Wirtshaus genutzt. Ursprünglich hieß es „Civilcasino“, denn hier hatte sich die vornehme, zivile Bürgergesellschaft der Stadt getroffen, um zu speisen. In den ersten Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges diente es dann als amerikanisches Offizierscasino. Seit 2005 belegt das Casino-Wirtshaus den Gebäudeteil.[4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Andreas Ascherl: Von St. Bernardin zum Stadttheater: Eine Reise durch Ambergs Geschichte, in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 10. September 2022, abgerufen am 25. Januar 2026
  2. Geschichte - Stadttheater Amberg, abgerufen am 26. Januar 2026
  3. Amberg. Entspannt genießen in der Oberpfalz. Hrsg.: Stadt Amberg - Amt für Tourismusförderung, November 2025, S. 24-25
  4. Wirtshaustipp: "Casino Wirtshaus" in Amberg | Ratgeber | Wir in Bayern | BR Fernsehen | Fernsehen | BR.de|, vom 21. Februar 2017, abgerufen am 25. Januar 2026