Schmalzstadel
Koordinaten: 49° 26' 35.93" N, 11° 51' 9.94" E
| Schmalzstadel | |
|---|---|
Schmalzstadel von der Neustift aus gesehen | |
| Adresse: | Neustift 45 92224 Amberg |
| BLfD-ID: | D-3-61-000-249 |
Der Schmalzstadel, auch Schmalzkeller, ist ein spätgotischer Quaderbau in Amberg, der in früheren Zeiten als Zehentstadel genutztes wurde.[1]
Geschichte
Der Schmalzstadel wurde laut Inschrift und nach dem Ergebnis dendrochronologischer Untersuchungen im Jahr 1526 erbaut und 1590 sowie 1640 erneuert. Ursprünglich diente er der Lagerung der Abgaben, die die Obere Pfalz dem Kurfürsten in Heidelberg zu leisten hatte. Im zweischiffigen Kellergeschoss mit einer Raumhöhe von sechs Metern, versehen mit Kreuzgewölben mit einer relativ konstanten Temperatur zwischen fünf und acht Grad Celsius wurden Butter und Schmalz sowie andere leicht verderbliche Waren gelagert, bis sie in den Wintermonaten nach Heidelberg transportiert werden konnten. Im 19. Jahrhundert diente der Schmalzstadel der Amberger Garnison als Lagerfläche. Im 20. Jahrhundert hatte er wechselnde Eigentümer, bevor er 2014 aus einer Insolvenz in den Besitz der Stadt Amberg kam. Seit einigen Jahren dient der Stadel als Taubenhaus. Hier werden die echten Eier der Tauben gegen Gipsmodelle ausgetauscht. [2][3]
In etwa 680 ehrenamtlichen Arbeitsstunden richteten die Mitglieder der Amberger Stadtwache von Dezember 2015 bis September 2016 ein Lager für Wagen und Kanonen ein. Im Rahmen der Arbeiten wurden fünf Tore repariert, drei weitere komplett neu gefertigt und und alle lasiert. Zudem wurden elektrischer Leitungen samt Beleuchtung installiert.[4]


Beschreibung
Giebelseitiger Putzbau mit Eckquadern; Rundbogeneingang und Rechteckfenster in Hausteingewänden, in der Mitte vier Ladeluken übereinander. Tonnengewölbter Keller; Dachstuhl mit vier Böden.[3]
Literatur
- AMBERG / Kastenbau. In: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern V: Regensburg und die Oberpfalz. Deutscher Kunstverlag, 1991, ISBN 3-422-03011-5
- AMBERG / Kastenbau. (online verfügbar auf https://de.dehio.org/bauwerk/amberg-kastenbau), in: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern V: Regensburg und die Oberpfalz. 2. durchgesehene und ergänzte Auflage. Deutscher Kunstverlag, 2008, ISBN 978-3-422-03118-0
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Amberger Geschicht'n. Hrsg.: Stefan Helml, April 1984, S. 196
- ↑ Andreas Ascherl: Stadt Amberg fehlen Geld und Nutzung für den historischen Schmalzstadel, in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 27. Oktober 2024, abgerufen am 22. April 2025
- ↑ 3,0 3,1 AMBERG / Kastenbau. (online verfügbar auf https://de.dehio.org/bauwerk/amberg-kastenbau), in: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern V: Regensburg und die Oberpfalz. 2. durchgesehene und ergänzte Auflage. Deutscher Kunstverlag, 2008, ISBN 978-3-422-03118-0
- ↑ Thomas Amann: Alter Schmalzstadel neu genutzt als Remise für historische Wagen und Kanonen: Stadtkanoniere lassen's krachen, in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 28. September 2016, abgerufen am 22. April 2025