Planetarium mit Sternwarte Ursensollen
Koordinaten: 49° 23' 52.93" N, 11° 44' 24.42" E
| Planetarium mit Sternwarte Ursensollen | |
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| Homepage: | www.planetarium-ursensollen.de/ |
| Adresse: | Allmannsberger Weg 20 92289 Ursensollen |
| Öffnungszeiten: | Sonntag: 18:00-20:45 Freitag: 18:00-20:45 |
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Das Planetarium mit Sternwarte Ursensollen ist eine bedeutende astronomische Bildungseinrichtung in der oberpfälzischen Gemeinde Ursensollen im Landkreis Amberg-Sulzbach. Es verbindet modernste Projektionstechnik mit klassischer Himmelsbeobachtung und gilt als eines der modernsten Kleinplanetarien in Süddeutschland. Eigentümer ist die Gemeinde Ursensollen, während der Verein der Sternfreunde den fachlichen Betrieb und die Führungen ehrenamtlich leitet.
Geschichte und Entstehung
Das Planetarium mit Sternwarte Ursensollen wurde am 12. Dezember 2019 nach fast zweijähriger Bauzeit durch Regierungspräsident Axel Bartelt eröffnet. Die Finanzierung der Bausumme von 2,2 Millionen Euro erfolgte zu 30 Prozent durch die Gemeinde Ursensollen und zu 70 Prozent aus anderen öffentlichen Mitteln. Mieter und Betreiber ist der Verein Sternfreunde Amberg-Ursensollen. Zuvor stand auf dem Gelände eine aus Bürocontainern bestehende provisorische Sternwarte, welche 2006 errichtet und ebenfalls durch den Verein betrieben wurde.[1]
Technische Ausstattung
Das Planetarium
Die Kuppel hat einen Durchmesser von 6,60 m und besteht aus nahtlos zusammengefügten perforierten Alublechen, die frei im Raum aufgehängt sind. Das Planetarium bietet Platz für etwa 30 Besucher. Aufgrund der begrenzten Sitzplätze ist für die öffentlichen Vorführungen (meist an den Wochenenden) eine Online-Reservierung erforderlich. Ein digitales Projektionssystem ermöglicht 360-Grad-Flüge durch das Universum, die Darstellung von Sternbildern und die Vorführung wissenschaftlicher Filme. Geboten werden sowohl moderierte Live-Vorträge als auch vollautomatisierte Shows zu Themen wie dem Sonnensystem, schwarzen Löchern oder der Geschichte der Raumfahrt.[2]

Die Sternwarte
Auf dem Dach des Gebäudes befindet sich unter einem großen Schiebedach die Sternwarte. Herzstück der Sternwarte ist das ULT - Ursensollener Large Telescope. Das Teleskop konnte durch die Förderung der Europäischen Union, durch viele Einzelspenden und durch den unermüdlichen Einsatz der Vereinsmitglieder im Jahr 2011 angeschafft werden. Bei dem ULT handelt es sich um ein Spiegelteleskop mit gefaltetem Strahlengang, ein sogenanntes Ritchey-Chretien (RC) Teleskop, welches auf einer schweren deutschen Montierung ruht. Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 508mm (20 Zoll) und einer Brennweite von 4,3m (f/8.5), gehört es zu den größten öffentlich zugänglichen Teleskopen Ostbayerns. Das ULT ist voll computergesteuert und steht der Öffentlichkeit während der Beobachtungsabende und den Vereinsmitgliedern für visuelle Beobachtungen, Astrofotografie und Forschung zur Verfügung. Darüberhinaus verfügt die Sternwarte auch über ein modernes H-alpha Sonnenteleskop, mit dem es nicht nur möglich ist, Sonnenflecken, Fackeln und Flares auf der Oberfläche unseres Heimatgestirns zu beobachten, sondern gleichzeitig auch Protuberanzen und coronale Massenauswürfe am Sonnenrand. Für Rollstuhlfahrer steht ebenerdig ein leicht zugängliches Spiegelteleskop mit kleinem Schwenkradius auf einer Alt-AZ-Montierung zur Verfügung, welches dem ULT in der visuellen Abbildungsqualität kaum nachsteht.[3]
Bedeutung für die Region
Das Planetarium Ursensollen hat sich zu einem wichtigen außerschulischen Lernort und einem touristischen Anziehungspunkt in der mittleren Oberpfalz entwickelt. Es gibt spezielle Programme für Kindergärten und Schulen, um astronomisches Grundwissen spielerisch zu vermitteln. Neben astronomischen Themen finden gelegentlich auch Lesungen, Hörspiele oder Musikabende unter der Kuppel statt.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Planetarium Ursensollen - Verein, abgerufen am 23. April 2026
- ↑ Planetarium Ursensollen - Planetarium, abgerufen am 23. April 2026
- ↑ Planetarium Ursensollen - Sternwarte, abgerufen am 24. April 2026
- ↑ Planetarium Ursensollen - Besucher - Bildungsangebote, abgerufen am 23. April 2026