Pfarrkirche St. Lucia Schlammersdorf
| Pfarrkirche St. Lucia Schlammersdorf | |
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Pfarrkirche St. Lucia in Schlammersdorf | |
| Adresse: | Am Pfarrhof 5 95519 Schlammersdorf |
| BLfD-ID: | D-3-74-155-1 |
St. Lucia ist die römisch-katholische Pfarrkirche in Schlammersdorf im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Sie gehört zur Klosterpfarrei Speinshart und ist der heiligen Luzia von Syrakus geweiht.
Geschichte
Im Jahr 1250 gründeten die Ortsadeligen von Schlammersdorf eine eigene Pfarrei und errichteten eine Kirche. Schlammersdorf wird in den ältesten Verzeichnissen der Pfarreien des Bistums Regensburg aus den Jahren 1286, 1326 und 1438 als eigenständige Pfarrei aufgeführt.
Nach der Reformation wechselte die Oberpfalz mehrfach ihre konfessionelle Zugehörigkeit. Im Zuge der Gegenreformation wurde der katholische Glaube unter Kurfürst Maximilian I. wieder eingeführt. Das Kloster Speinshart übernahm zunächst die Seelsorge in Schlammersdorf. Von 1630 bis 1679 war der Ort eine Filiale von Kirchenthumbach, danach gehörte er wieder zur Pfarrei Mockersdorf. 1711 wurde Schlammersdorf erneut eine eigenständige Pfarrei.
Die ältere Kirche wurde beim Neubau abgebrochen. Zwischen 1775 und 1777 entstand eine neue barocke Kirche, die am 20. Juli 1777 durch Pfarrer Georg Michael Brändtl eingeweiht wurde.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche erweitert, da das barocke Kirchenschiff für die Gemeinde zu klein geworden war. Nach Plänen des Architekten Karl Wirthenson wurde das bestehende Kirchenschiff erhalten und der Kirchenbau an der Chorseite mehr als verdoppelt. Die Grundsteinlegung für die Erweiterung fand am 16. Mai 1951 statt. 1952/53 wurde an der Südseite ein neuer Kirchturm errichtet und der bisherige Dachreiter entfernt.
Bau und Ausstattung
Die Kirche ist eine Saalkirche mit Satteldach. Das westliche Langhaus besteht aus Sandsteinquadern. Der 1952/53 errichtete, etwa 30 Meter hohe Flankenturm besitzt eine Zwiebelhaube. An der Nordseite befindet sich eine angebaute Sakristei.
Der Hochaltar wurde 1780 von Anton Eckmann aus Kemnath geschaffen. Das Altarbild von Josef Kramolín zeigt den Tod der heiligen Luzia. Seitlich stehen Figuren der Heiligen Petrus und Paulus. Am Altar befinden sich außerdem zwei Reliquienschreine mit Reliquien der heiligen Luzia sowie Figuren des heiligen Georg und des Erzengels Raphael.
Die spätbarocken Seitenaltäre stammen aus der Pfarrkirche von Auerbach. Der linke Seitenaltar zeigt den heiligen Franz Xaver, der rechte ist dem heiligen Johannes dem Täufer gewidmet. An der Nordseite befindet sich ein Marienaltar aus der Vorgängerkirche mit einer Darstellung der Verkündigung Mariä.
Die Kanzel wurde 1777 vom Schreinermeister Jakob Steinl aus Speinshart gefertigt. Auf ihrem Schalldeckel sind die Zehn Gebote und ein Auge Gottes dargestellt. Aus dem Jahr 1777 stammt auch der von Georg Preisinger aus hellem Sandstein geschaffene Taufstein. Die Kreuzwegbilder wurden 1872/74 vom Maler und Vergolder Joseph Schrödl aus Reinhausen angefertigt.
Das wundertätige Marienbild von Schlammersdorf gilt als verschollen; an seiner früheren Stelle befindet sich eine Kopie der „wunderthätigen Mutter Gottes von Schlammersdorf“.
Orgel
Eine Vorgängerorgel wurde 1847 vom Orgelbauer Friedrich Specht aus Amberg geschaffen und 1953 durch eine neue Orgel der Orgelbaufirma Michael Weise aus Plattling mit 16 Registern ersetzt.
Glocken
Die Kirche besitzt fünf Glocken. Die älteste ist die 1780 von Johann Erhard Kissner aus Stadtamhof gegossene Frauenglocke. Die Marienglocke stammt aus dem Jahr 1900. Drei weitere Glocken wurden 1958 von der Glockengießerei Georg Hofweber aus Regensburg gefertigt.
Weblinks
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