Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Kirchenthumbach

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Koordinaten: 49° 44' 55.11" N, 11° 43' 27.71" E

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Kirchenthumbach
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Kirchenthumbach
Adresse:Marktplatz 2
91281 Kirchenthumbach

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist die katholische Pfarrkirche des Marktes Kirchenthumbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Die heutige Kirche wurde nach Plänen der Regensburger Architekten Hans Beckers und Josef Lorenz errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Oktober 1972, die Konsekration am 26. Mai 1974 durch Bischof Rudolf Graber.

Geschichte

Die Kirchengeschichte von Kirchenthumbach reicht bis ins Mittelalter zurück. Eine Kirche wird bereits 1174 erwähnt, für 1345 ist ein weiterer Kirchenbau belegt. Die mittelalterliche Kirche war von einer etwa 5,5 Meter hohen Befestigungsmauer mit vier Ecktürmen umgeben. An der Innenseite befanden sich Gaden, die als Lager- und Zufluchtsräume dienten.

Beim großen Marktbrand von 1871 wurde die damalige Kirche schwer beschädigt. 1874 entstand ein neuromanischer Nachfolgebau, der 1881 konsekriert wurde. Auch diese Kirche wurde 1972 abgebrochen und durch den heutigen Kirchenbau ersetzt.

Bauwerk

Die Kirche ist als Zentralraum auf einem kreuzförmigen Grundriss mit konisch verlaufenden Kreuzarmen angelegt. Die Innenwände bestehen aus geschlämmtem Klinkermauerwerk, die Decke ist mit Holz verkleidet. Der Boden aus Jura-Marmor fällt zum Altar hin leicht ab.

An der Südseite befindet sich die Sakristei. Auffällig sind die vier Wasserspeier an den zusammenlaufenden Dachschrägen und das etwa drei Meter hohe kupferne Kreuz auf dem Kirchendach. Der freistehende Kirchturm ist 38 Meter hoch und besitzt ein kupfernes Giebeldach.

Die Innenrenovierung erfolgte 1993, die Außensanierung 1998. Im Zuge der Marktsanierung 2010/2011 wurde auch der Kirchplatz mit seiner großen Treppenanlage neu gestaltet.

Ausstattung

Altar, Ambo, Taufstein, Sedilien, Kredenz und Weihwasserbecken wurden vom Bildhauer Hans Wurmer aus Hausen bei Kelheim aus Kelheimer Auerkalkstein geschaffen. Auch die Tabernakelstele und die kupferbeschlagenen Kirchentüren stammen von ihm.

Die Kirchenfenster entwarf der Kunstmaler Erich Horndasch. Das Bildprogramm beschäftigt sich mit Maria und ihrer Stellung im Heilsplan Gottes. Dargestellt werden unter anderem die Verkündigung, die Geburt Christi, die schmerzhafte Muttergottes, die Auferstehung und das Pfingstgeschehen.

Aus der Vorgängerkirche stammen die Kreuzigungsgruppe und die Christkönigsfigur. Die Muttergottesstatue wurde 1977 geschaffen, eine neue Josefsstatue 2004 aufgestellt. Die Christkönigsfigur von Max Roider aus dem Jahr 1935 wurde 2013 wieder in der Kirche aufgestellt.

Kreuzweg und Orgel

Der Kreuzweg des Kölner Künstlers Egino Günter Weinert wurde 1977 aufgestellt. Er umfasst 15 Stationen, wobei die letzte Station die Auferstehung darstellt.

Die heutige Orgel wurde 2009 von der Firma Kubak aus Augsburg erbaut und am 25. Januar 2009 eingeweiht.

Glocken

Im freistehenden Kirchturm hängen vier Stahlglocken des Bochumer Vereins. Die Glocken St. Maria, St. Josef und St. Sebastianus stammen aus dem Jahr 1950. Die Glocke St. Laurentius wurde 1953 neu gegossen.

Muttergottesstatue

An der Westfassade steht seit 1974 eine barocke Muttergottesstatue aus dem Jahr 1719, die im Volksmund „Frauenbild“ genannt wird. Sie wurde 1984 renoviert.

Wallfahrt

Die Wallfahrt von Kirchenthumbach nach Gößweinstein wird erstmals 1654 erwähnt. Sie findet traditionell am Dreifaltigkeitssonntag statt.

Denkmalschutz

Im Bereich der Pfarrkirche befindet sich das Bodendenkmal D-3-6236-0058. Es umfasst archäologische Befunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit sowie Spuren von Vorgängerbauten.

Galerie

Quellen