Petruskapelle
Koordinaten: 49° 20' 36.35" N, 12° 7' 37.38" E
| Petruskapelle | |
|---|---|
Petruskapelle in Fronberg | |
| Adresse: | Randolph-von-Breidbach-Straße 92421 Fronberg |
| BLfD-ID: | D-3-76-161-39 |
Die Petruskapelle ist eine Kapelle in Fronberg am Petrusberg einem Stadtteil von Schwandorf.
Beschreibung
Die aus Sandstein erbaute Kapelle entstand in der Vorzeit durch einen Baron von Künsberg, die bis 1875 auf Fronberg waren. Im Kataster von 1840 wird an dieser Stelle bereits eine Kapelle erwähnt. Sie ist heute in Besitz der Familie von Breidbach-Bürresheim. Der Bergrücken am Ortseingang wird Petrusberg genannt. Die schöne Rundkapelle unter Kastanienbäumen lädt zum stillen Gebet ein. Ein kleiner Turm mit sechs Fenstern erhebt sich in der Mitte des Daches. In die Kapelle bringen zwei runde, vergitterte Fenster Licht. Unter dem Dach an der Außenseite nach Osten hängt ein großer geschmiedeter Schlüssel, ein Symbol des Hl. Petrus. Über dem Altartisch steht in einer Nische die Statue des Hl. Petrus, der einen Schlüssel in der Hand hält. Zwei Betschemel befinden sich vor dem Altar. An der Wand über der Statue befindet sich ein Kreuz umgeben von Strahlen und daneben je ein Engel. Darunter steht rechts zu lesen: „Eine größere Liebe hat niemand, als dass er sein Leben gibt für seine Freunde.“ Links steht: “Selig sind die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich.“ Unten, im Altartisch wurde von Freiherrn von Breidbach-Bürresheim eine Gedenktafel aus rotem Marmor zum Andenken an den Freiherrn Randolf von Breidbach-Bürresheim angebracht, der 1945 im KZ Sachsenhausen verstorben ist.
”Dem Andenken unseres geliebten Sohnes
Randolph
Freiherr von Breidbach-Bürresheim
gen. von Riedt
geb. 10. August 1912 in Bonn a. Rhein
gest. 13. Juni 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen
Er starb nach 2 Jahren Kerkerhaft wegen furchtlosen Kampfes für
GLAUBEN, GERECHTIGKEIT UND FREIHEIT
Geschichte
Laut Überlieferung wurde die Kapelle nach einem tragischen Unglück erbaut. Die ungestüme Fahrt eines Fronberger Schlossherren hinaus zur Jagd fand an dieser Stelle ein jähes Ende. Die Kutsche verunglückt mitsamt den Insassen und die ganze Schuld wurde dem Unvermögen des Kutschers angelastet, der dafür hart bestraft wurde. Der Ausgang des Unglücks ist nicht bekannt, eben so wenig die Strafe für den Kutscher. Als Sühne wurde die Kapelle erbaut und dem Hl. Petrus geweiht, weil auch der Kutscher den Namen trug. Der Bau lässt sich zeitlich nicht mehr genau nachweisen. In den Katastern von 1840 ist sie bereits eingetragen und die umliegenden Felder trugen den Namen „Petersleiten“. Geöffnet ist die Kapelle an Fronleichnam und an Peter und Paul, am 29. Juni. Als der Peter-und-Pauls-Tag noch als kirchlicher Feiertag Bedeutung hatte, zogen die Gläubigen vom Ort hinauf zur Kapelle und erflehten dort durch inniges Gebet Hilfe und Beistand in ihren Nöten.[1] [2]
Literatur
- Rita Scharl: Die Chronik von Lindenlohe. 1000 Jahre Lindenlohe. Lindenlohe 1994
- Rita Scharl: Freihöls. Festschrift und Heimatgeschichte. Freihöls 2000