Oberpfälzer Wort des Jahres

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Die Oberpfälzer Wörter des Jahres sind eine regionale Tradition, bei der jedes Jahr besonders typische, originelle oder viel diskutierte Dialektbegriffe aus der Oberpfalz ausgezeichnet werden. Mitmachen kann bei dem von Radio Ramasuri initiierten und vom Bezirk Oberpfalz unterstützen Projekt jeder.[1]

Übersicht Wort des Jahres

Das Wort des Jahres wurde in der Bundesrepublik Deutschland erstmals 1971 und wird seit 1977 regelmäßig von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden als sprachlicher Jahresrückblick veröffentlicht und seit 1978 in der Zeitschrift Der Sprachdienst publiziert.
Das Unwort des Jahres wird seit 1994 jährlich von einer politisch und institutionell unabhängigen und ehrenamtlichen Jury bestimmt. Das Jugendwort des Jahres wird seit 2008 jährlich von einer Jury unter Leitung des Langenscheidt-Verlags aus 15 in einer Internet-Abstimmung nominierten Kandidaten ausgewählt.
Der Anglizismus des Jahres wurde von 2010 bis 2021 jährlich von der „Aktion Anglizismus des Jahres“ unter dem Gründer und Juryvorsitzenden Anatol Stefanowitsch aus Vorschlägen ausgewählt, die Leser auf der Webseite der Aktion einreichen konnten. Das Siegerwort musste dabei ganz oder teilweise aus dem Englischen stammen und in den Augen der Jury eine wichtige Lücke im deutschen Wortschatz füllen.

Oberpfälzer Dialekt

Siehe auch: https://www.oberpfalz.de/dialekt/

Ein Dialekt oder Mundart ist eine lokale oder regionale Sprachvarietät. Der wichtigste Laut im Oberpfälzer Dialekt ist das „ou“, das aus tiefster Kehle kommt. Nicht-Muttersprachler nehmen das Oberpfälzische deswegen oft als eine Art Hundebellen wahr. Aber die Oberpfälzer:innen lieben ihre Mundart.

Jury

Bezirkstagspräsident Franz Löffler hat die Schirmherrschaft für das Projekt- Oberpfälzer Wörter des Jahres. „Mit dieser Aktion soll die Vielfalt und den Charme der unterschiedlichen Dialekte unserer Oberpfälzer Heimat gezeigt werden. Der Dialekt ist ein wichtiger Teil unserer Identität, und wir möchten ihn für künftige Generationen bewahren“, sagt Löffler.

Um eine noch breitere Expertise zu gewährleisten, wurde die Jury in diesem Jahr von sechs auf sieben Persönlichkeiten ausgebaut:

  1. Prof. Dr. Ludwig Zehetner: Honorarprofessor für Bairische Dialektologie und anerkannter Experte für die Mundarten der Region.
  2. Franziska „Rampensau“ Glaser: Multitalent und Mundart-Künstlerin, bekannt von den Bühnen der Region.
  3. Markus „Lucky“ Lukas: Entertainer, der die Oberpfälzer Lebensart authentisch in Rundfunk und Fernsehen vertritt.
  4. Josef „Bäff“ Piendl: Bekannter Humorist und Gstanzlsänger, ein Aushängeschild bayerischer Volkskultur.
  5. Hubert Treml: Musiker, Sprachkünstler und Kulturpreisträger des Bezirks; Autor des humorvollen Sprachführers „Hawadehre!“.
  6. Martin Stangl: Ehemaliger Buchhändler und Herausgeber des „Oberpfälzer Wörterbuchs“ mit rund 4.000 Einträgen.
  7. Stefan Eber: Entwickler des Online-Lexikons www.mundart-lexikon.de mit Fokus auf die nordoberpfälzer Mundart.

Preisträger

Die Auswahl erfolgt jeweils aus mehreren hundert Vorschlägen

Das Oberpfälzer Wort des Jahres wird vom Bezirk seit 2024 offiziell gekürt.

Preisträger:

  • 2026 Uiala– Staunen, Überraschung oder auch Schrecken[2]
  • 2025 miechad– Vom mittelhochdeutschen „mügen“ – also vom heutigen „mögen“.
  • 2024 Wurschtigkeit – Gleichgültigkeit
  • 2023 Owezahrer – jemand, der abends lange unterwegs ist
  • 2022 Bassd scho – passt schon / ist gut so
  • 2021 Fetzgaudi – großer Spaß, ausgelassene Feier
  • 2020 Zamgwürfelt – bunt gemischt, zusammengewürfelt
  • 2019 Gschbusi – heimliche Liebschaft
  • 2018 Grantler – schlecht gelaunter Mensch
  • 2017 Schmarrn – Unsinn
  • 2016 Bixn – Auto
  • 2015 Woidla – Person aus dem Bayerischen Wald

Weitere alterative, inoffizielle Wörter

von verschiedenen Medien gekürt, alphabetisch


„Basst scho“ – passt schon, ist in Ordnung
„Bazi“ (Schlawiner)
„Dreggsau“ (stark verschmutzte Person, eher derb)
„Fetzgaudi“ – riesiger Spaß, tolle Feier
„Fregger“ (frecher Mensch)
„Gmahde Wiesn“ – sichere Sache, etwas ist so gut wie erledigt
„Grantler“ (mürrischer Mensch)
„Grantlhirn“ – ein mürrischer, ständig schlecht gelaunter Mensch
„Gschichtldrucker“ (jemand, der übertreibt oder Geschichten erfindet)
„Gschlamperte Verhältnisse“ (Unordnung/Chaos)
„Gschmarri“ (Unsinn)
„Hamstern“ (Dialektform) – im Sinne von Vorräte anhäufen (Corona-Kontext)
„Ois easy“ – alles gut / kein Problem (Mischung aus Dialekt und Englisch)
„Owezahrer“ (jemand, der alles hinauszögert)
„Ramasuri“ (Durcheinander, Trubel)
„Saumäßig“ – sehr, extrem (Verstärkung)
„Schlamperer“ (unordentliche Person)
„Schmarrn“ – Unsinn, Blödsinn
„Schnaggler“ (kleines Kind / Lausbub)
„Wadlbeißer“ (nervige Person)
„Woidla“ (Person aus dem Bayerischen Wald, oft liebevoll)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bezirk Oberpfalz: Ramasuri und Bezirk suchen „Oberpfälzer Wort des Jahres“ - https://www.bezirk-oberpfalz.de/pressemeldungen/2025/ramasuri-und-bezirk-suchen-oberpfaelzer-wort-des-jahres - Abgerufen am 04.05.2026
  2. https://www.otv.de/das-oberpfaelzer-wort-des-jahres-2026-780123/ - Abgerufen am 04.05.2026