Nunsting (Cham)


Nunsting ist ein Stadtteil der Stadt Cham im Landkreis Cham in der Oberpfalz.
Lage
Nunsting war früher ein eigenständiger Ortsteil und ist heute ein Stadtteil von Cham. Nunsting liegt zwischen dem Chamer Kalvarienberg und der Bundesstraße B 22.
Historische Schreibformen des Ortsnamens Nunsting
In den Jahren 1178 bis 1185 nennt eine Urkunde des Klosters Reichenbach, einen „Henricus de Nangoztingin“[1]. In den Jahren 1190 bis 1200 wird ein „Heinricus de Nangoztingen“[2] erwähnt.
1381 erwähnt eine Urkunde aus dem Stadtarchiv Cham den Ort mit der Bezeichnung „ze Nongasting“ [3], 1393 folgt „zu Nongosting“ [4] und 1404 ist die Schreibung „zw Newngusting“ [5] überliefert. In Ämterrechnungen aus dem Jahre 1454 taucht der Name „zu Angasting“ [6] auf. 1480 berichtet eine Urkunde „von Vngelsting“ [7]. 1482 ist die Schreibung „von Nungastting“ [8] überliefert. 1642 erscheint der Name „Nunsting“ [9] in den Aufzeichnungen.
Namenerklärung
Bei dem Namen Nunsting handelt sich um einen der im Raum Cham und Roding zahlreich verbreiteten slawisch-deutschen Mischnamen auf „-ing“.
Das Basiswort für Nunsting bildet der slawische Personenname „Namъgostъ“, auch der alttschechische Personenname „Dobrohost“ ist möglich. Der Name bedeutet „die Leute des Nāmgoʒt“ oder „bei den Leuten des Nāmgoʒt“ [10].
Beschreibung der Ortschaft Nunsting in den Jahren 1752 und 1760
Nach der Gerichtskonskription von 1752, die Daten von Gebäuden in Ortschaften erfasst, um sie für steuerliche Zwecke zu verwenden, und dem Hofanlagebuch von 1760 [11] wird Nunsting wie folgt beschrieben[12]:
In Nunsting gab es 9 Anwesen, von denen der ganze Rosenhof zur Kirche in Chammünster gehörte, der ganze Steinguthof zum Erzdekan in Cham und der ganze Hof des Scherer zu Cham gehörig war. Der halbe Hof des Sigl, das ein Achtel Anwesen, das als Brunngütl bezeichnet wurde, gehört zum Spital Cham. Das ein Viertel Anwesen vom Winkl wurde zum Regensburger Domkapitel gezählt, das ein Viertel Anwesen Bayer war selbsteigen. Die bäuerliche Wirtschaftsgemeinde hatte ein Hüthaus, das mit 1/32 angegeben ist.
Literatur
- Max Piendl, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 8, Das Landgericht Cham, München 1955
- Cornelia Baumann, Die Traditionen des Klosters Reichenbach am Regen, Bd. 1, München 1991 (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte. Neue Folge, Bd. 38), Nr. 61
- Cornelia Baumann, Die Traditionen des Klosters Reichenbach am Regen, Bd. 1, München 1991 (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte. Neue Folge, Bd. 38), Nr. 73
- Stadtarchiv Cham, Urkunden, 90, 146, 211, 625
- Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Gerichtsurkunden Cham, 62
- Bischöfliches Domkapitelsches Archiv, 41, Teil 1
Weblinks
- Nunsting im BayernAtlas, abgerufen am 27. November 2025
- Medien in der Kategorie Cham
- Luftaufnahmen aus der Oberpfalz
- Luftaufnahmen aus dem Landkreis Cham
- Altstraßen im Bereich Cham West
Einzelnachweise
- ↑ Cornelia Baumann, Die Traditionen des Klosters Reichenbach am Regen, Bd. 1, München 1991 (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte. Neue Folge, Bd. 38), Nr. 61
- ↑ Cornelia Baumann, Die Traditionen des Klosters Reichenbach am Regen, Bd. 1, München 1991 (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte. Neue Folge, Bd. 38), Nr. 73
- ↑ Stadtarchiv Cham, Urkunden, 90
- ↑ Stadtarchiv Cham, Urkunden, 146
- ↑ Stadtarchiv Cham, Urkunden, 211
- ↑ Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Herzogtum Bayern Ämterrechnungen bis 1506, Nr. 143.
- ↑ Stadtarchiv Cham, Urkunden, 625
- ↑ Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Gerichtsurkunden Cham, 62
- ↑ Bischöfliches Domkapitelsches Archiv, 41, Teil 1, S. 110
- ↑ Nunsting In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz, abgerufen am 27. November 2025
- ↑ Max Piendl, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 8, Das Landgericht Cham, München 1955, S. 17
- ↑ Max Piendl, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 8, Das Landgericht Cham, München 1955, S. 24