Kommunbrauhaus (Mitterteich)

Aus OberpfalzWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Koordinaten: 49° 56' 59.60" N, 12° 14' 27.02" E

Kommunbrauhaus
Kommunbrauhaus in Mitterteich
Adresse:Vorstadt 13
95666 Mitterteich
BLfD-ID:D-3-77-141-16
Q41414735   Kommunbrauhaus_(Mitterteich)  Kommunbrauhaus (Mitterteich)

Das Kommunbrauhaus in Mitterteich, einer Stadt Landkreis Tirschenreuth, wurde 1864 errichtet, nachdem das alte Kommunbrauhaus an der heutigen Bahnhofstraße auf Grund des Baus der Eisenbahnlinie abgerissen worden war. Das Kommunbrauhaus mit der Adresse Vorstadt 13 ist ein geschütztes Baudenkmal.

Beschreibung

Der verputzte Massivbau mit Satteldach hat hohe Rundbogenfenster und ein segmentbogiges Tor mit Schlussstein. Die Fenster und das Tor sind mit Sandsteinrahmung ausgeführt.

Geschichte

Seit 1651 hatte jeder Bürger von Mitterteich, der Haus- und Grundbesitz hatte sowie das Bürgerrecht besaß, ein Braurecht. Brauen durften unabhängig von diesen Bestimmungen der Pfarrer und der Bürgermeister. Auch heute üben noch einige Bürger ihr Braurecht aus; sie haben sich zu einer Braugemeinschaft zusammengeschlossen und brauen einmal im Jahr ihren Zoigl.

1863/64 trat eine wesentliche Veränderung durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz ein. Wegen einer direkten Verbindung von Marktplatz zum Bahnhof musste das alte Kommunbrauhaus weichen, das neue wurde dann 1864 in der Vorstadt gebaut.

Der Vorgänger dieses Kommunbrauhauses stand vor mehr als 150 Jahren mitten auf der heutigen Bahnhofstraße. Die Eisenbahn wollte 1864 in Mitterteich einen Bahnhof bauen. Sie machte zur Bedingung, dass vom Bahnhof ein direkter Weg zum Markt bestehen sollte. Eine geschlossene Häuserfront verhinderte zu der Zeit diesen Zugang wegen des Brauhauses. Diese Forderung ging aber nicht reibungslos über die Bühne. Das alte Sudhaus in der Häuserzeile war schon etwas schadhaft und bedurfte der Renovierung. Während ein Teil der Gemeindebevollmächtigten für einen Abriss und einen Neubau war, war der Rest der Marktvertreter dagegen. Sie beschwerten sich bei der königlichen Regierung. Diese ordnete den Neubau an und befahl gleichzeitig, die dadurch entstehenden Kosten mit einem Malzaufschlag auszugleichen. Der damals in der heutigen Vorstadt stehende Backofen wurde in das neue Kommunbrauhaus mit einbezogen.

Die erste Innenausstattung des Brauhauses war noch sehr einfach. Erst 1911 wurde das Haus mit maschineller Einrichtung versehen, die dann elektrisch betrieben wurde. Weil es die Möglichkeit zum Kühlen des Sudes noch nicht gab (heute erfolgt das in modernen Kühlanlagen) durfte nur zu bestimmten Jahreszeiten – von Herbst bis zum Frühjahr – also von Michaeli, 29. September, bis Walburgi, 30. April, - gebraut werden.

Um die Brautätigkeit auszuüben zu können, war es nötig, einen Lagerkeller zu besitzen. Das verlangte die Brauordnung. Brauen durften unabhängig von diesen Bestimmungen der Pfarrer und der Bürgermeister. Auch die Pfarrer von Leonberg und Wiesau brauten in Mitterteich. Auch heute üben noch einige Hausbrauer ihr Braurecht aus. Sie haben sich zu einer Braugemeinschaft zusammengeschlossen. Sie brauen einmal im Jahr die volle Hektoliter Zahl (42 hl). Die Menge wird dann unter den Interessenten aufgeteilt. Jeder Hausbrauer darf bis zu zwei Hektoliter Zoigl herstellen, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen. Er ist aber nicht berechtigt, Zoiglbier zu verkaufen oder auszuschenken.[1]

Literatur

Weblinks

Commons: Kommunbrauhaus (Mitterteich) – Sammlung von Bildern

Diese Seite basiert ursprünglich auf der Seite Kommunbrauhaus (Mitterteich) aus der freien deutschsprachigen Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons „Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ 4.0 International (CC BY-SA 4.0). In der deutschsprachigen Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren einsehbar. Seit ihrem Import wird die Seite kontinuierlich ergänzt.
  1. Kommunbrauhaus Mitterteich, vom 9. September 2024, abgerufen am 10. August 2026