Karl Bosl
Prof. Dr. Karl Bosl (* 11.11.1908 in Cham, † 18.01.1993 in München) war Lehrer und Dozent, Historiker und Autor sowie als Gesellschaftswissenschaftler und Mediävist tätig. Er wurde 1958 mit dem Nordgaupreis der Stadt Amberg für Heimatpflege ausgezeichnet.
Leben und Wirken
Karl Bosl wurde in Cham geboren und besuchte das Gymnasium im Kloster Metten, bis er 1927 sein Abitur machte. Es folgte ein Studium der Geschichte, Germanistik und klassischen Philologie in München (u.a. bei Paul Lehmann), das er 1931 abschloss. Ab 1932 arbeitete er als Lehrer an verschiedenen Schulen in Bayern. Während der NS-Zeit trat Bosl der NSDAP bei, 1934 dem NS-Lehrerbund und für einige Monate der SA, wozu ab 1935 seine Arbeit bei der Landesleitung des NS-Bundes Deutscher Orden hinzukam. Neben diesen Tätigkeiten widmete sich Bosl einem Promotionsstudium an der Münchner Universität, das er 1938 erfolgreich mit einer Arbeit über das Kloster Kastl beendete. 1940 fand er Anstellung als Studienrat am humanistischen Gymnasium in Ansbach, arbeitete jedoch nebenbei an seiner Dissertation, die er 1944 fertigstellte. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Bosl 1947 zum Privatdozenten der Münchner Universität berufen und fungierte als Beauftragter des Kulturministeriums beim Wiederaufbau des bayerischen Gymnasialschulwesens. 1949 beteiligte er sich an der Gründung des Bayerischen Philologenverbands, dessen ersten Vorsitz er bis 1954 innehatte. 1953 erfolgte seine Berufung zum Professor für mittlere und neuere Geschichte in Würzburg, wobei die bayerische Landesgeschichte zu seinem Forschungsschwerpunkt wurde. Ab 1960 arbeitete er dann am Institut für Bayerische Geschichte an der Universität München und wurde 1961 zum ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Nach seiner Emeritierung 1977 betätigte sich Bosl weiterhin als Dozent u.a. in den USA.
Bosl hinterließ ein umfangreiches, schriftliches Schaffen, das über 50 Werke und ungefähr 700 Artikel umfasst. Ein Zentrum seiner Forschungsarbeiten war die Geschichte Ostbayerns und der Oberpfalz, zu der er einige Abhandlungen wie Oberpfalz und Oberpfälzer 1978 veröffentlichte. Für seine langjährigen Forschungsarbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen sowie das Große Bundesverdienstkreuz, den Kulturpreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft und den Nordgaupreis für Heimatpflege 1958.
Dennoch bleibt seine ehrenvolle Stellung besonders in seinem Heimatort Cham umstritten, weil Bosl kein Widerstandkämpfer gegen das NS-Regime war, wie er es bis zu seinem Tod selbst darstellte. Die Stadt Cham zog alle Ehrungen für Bosl posthum zurück.
Werke (Auswahl)
- Böhmen und seine Nachbarn, München u.a. 1976.
- Oberpfalz und Oberpfälzer, Kallmünz 1978.
- Die Oberpfalz und ihre junge Hauptstadt, Regensburg 1980.
- Abbach als Zentralort königlicher und adeliger Herrschaftspolitik an der Donau im frühen und hohen Mittelalter, Bad Abbach 1984.
- Der Osten Bayerns, Passau 1986.
- Cham die Geschichte der Stadt und ihres Umlandes in 1200 Jahren, Stuttgart 1989.
Einzelnachweise
OKB Personen Datenbank, 30.03.2026