Kanonier von Weidlwang

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Kanonier von Weidlwang
Die Ortschaft Weidlwang mit dem Kanonier

Der Kanonier von Weidlwang ist ein hölzerner Pappsoldat mit einer Kanonenattrappe auf einem Felsen bei Weidelwang. Das Wahrzeichen ist ein beliebtes Wanderziel.[1]

Beschreibung

Der Kanonier befindet sich auf dem Dolomitfelsen Kanonierfelsen bei Weidlwang, der sich 40 Meter hoch über Weidlwang erhebt. Der Felsen selbst hat den Status eines Geotops. Die Figur besteht aus Eichenholz und ist 3,06 Meter hoch und wiegt etwa eine Tonne. Die Kanonenattrappe besteht aus einem Ofenrohr auf einem Pfluggestell.[1][2][3]

Geschichte

Im Jahr 1635, während des Dreißigjährigen Krieges, versetzten der Legende nach die anrückenden Schweden das Dorf in Angst und Schrecken. Aber der Zufall wollte es, dass ein von einem Überfall verletzter bayerischer Soldat, der in Weidlwang zurückgeblieben war, ein Täuschungsmanöver parat hatte: Auf seinen Rat hin schleppten die Weidlwanger einen Pflug, ein hölzernes Rohr und eine Strohpuppe in der bayerischen Uniform des zurückgebliebenen Soldaten auf den markanten Felsen mitten im Ort hinauf. Die vermeintliche Geschützstellung ließ die Schweden vermuten, der Ort sei gut bewacht, deshalb griffen sie nicht an. Während auf der anderen Seite der Pegnitz bereits die Häuser brannten, blieb Weidlwang verschont.[3] Ein Jahr nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, der Überlieferung nach am 12. Mai 1649, errichteten die Weidlwanger zur Erinnerung an den verwundeten Soldaten, der ihnen damals in ihrer Not geholfen hatte, ein Denkmal auf dem Felsen: Sie stellten einen überlebensgroßen bairischen Soldaten aus Holz mit Kanone und Fahne auf.[4] Mit einem privaten Hubschrauber der und unter Mithilfe der Bergwacht aus Pottenstein hievten die Weidlwanger 2002 die aktuelle Soldatenfigur auf ihren heutigen Standort. Die vorherige Figur, die 1961 mit einem Hubschrauber der Bundeswehr an Ort und Stelle gebracht worden war, war durch Wind und Wetter stark beschädigt worden und musste ersetzt werden.[3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kanonier von Weidlwang. In: AS, Ausgabe 2 | Sommer 2026. Dein Landkreis-Magazin. Hrsg.: Landkreis Amberg-Sulzbach, Regionalmanagement & Pressestelle, 2026, S. 12 (online verfügbar auf https://www.amberg-sulzbach.de/mediathek/landkreismagazin/AS-Dein%20Landkreis-Magazin_02.pdf)
  2. Kanonierfelsen bei Weidlwang. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), vom 26. Juli 2026
  3. 3,0 3,1 3,2 Tanja Rexhepaj: Der Beschützer von Weidlwang, vom 15. Januar 2013, abgerufen am 6. Juli 2026
  4. Weidlwang, abgerufen am 6. Juli 2026