Kanonier von Weidlwang

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Koordinaten: 49° 43' 36.51" N, 11° 33' 42.18" E

Kanonier von Weidlwang
Kanonier von Weidlwang
Q140504772   Kanonier_von_Weidlwang

Der Kanonier von Weidlwang ist ein hölzerner Pappsoldat mit einer Kanonenattrappe auf einem Felsen bei Weidelwang. Das Wahrzeichen ist ein beliebtes Wanderziel.[1]

Beschreibung

Der Kanonier befindet sich auf dem Dolomitfelsen Kanonierfelsen bei Weidlwang, der sich 40 Meter hoch über Weidlwang erhebt. Der Felsen selbst hat den Status eines Geotops. Die Figur besteht aus Eichenholz und ist 3,06 Meter hoch und wiegt etwa eine Tonne. Die Kanonenattrappe besteht aus einem Ofenrohr auf einem Pfluggestell.[1][2][3]

Geschichte

Im Jahr 1635, während des Dreißigjährigen Krieges, versetzten der Legende nach die anrückenden Schweden das Dorf in Angst und Schrecken. Aber der Zufall wollte es, dass ein von einem Überfall verletzter bayerischer Soldat, der in Weidlwang zurückgeblieben war, ein Täuschungsmanöver parat hatte: Auf seinen Rat hin schleppten die Weidlwanger einen Pflug, ein hölzernes Rohr und eine Strohpuppe in der bayerischen Uniform des zurückgebliebenen Soldaten auf den markanten Felsen mitten im Ort hinauf. Die vermeintliche Geschützstellung ließ die Schweden vermuten, der Ort sei gut bewacht, deshalb griffen sie nicht an. Während auf der anderen Seite der Pegnitz bereits die Häuser brannten, blieb Weidlwang verschont. Ein Jahr nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, der Überlieferung nach am 12. Mai 1649, errichteten die Weidlwanger zur Erinnerung an den verwundeten Soldaten, der ihnen damals in ihrer Not geholfen hatte, ein Denkmal auf dem Felsen: Sie stellten einen überlebensgroßen bairischen Soldaten aus Holz mit Kanone und Fahne auf.[3]

Im 20. Jahrhundert

Am 17. Juli 1921 wurde der der Überlieferung nach fünfte Kanonier auf den Felsen gebracht. Im Dritten Reich musste der Kanonier eine dem Hitlerregime gemäße Fahne erhalten. 1939 musste der Kanonier abermals ersetzt werden. 1961 war der Kanonier durch Wind und Wetter erneut so stark beschädigt, dass er ersetzt werden musste. Der neue Kanonier wurde mit einem Hubschrauber der Bundeswehr an Ort und Stelle gebracht. Der Vorgänger wurde feierlich mit Musik, Zylinder und Frack hinter dem Felsen in Weidlwang begraben wurde. Heute ist das Begraben der Figur aus Umweltschutzgründen nicht mehr gestattet.[4]

Mit einem privaten Hubschrauber und unter Mithilfe der Bergwacht aus Pottenstein hievten die Weidlwanger am 14. Juli 2002 gegen 14.00 Uhr die aktuelle Soldatenfigur auf ihren heutigen Standort. Die alte Figur war am Vortag, dem 13. Juli 2002, um 14.00 Uhr von einem Kran heruntergehoben worden.[3][4][5]

Kanonier-Verschönerungs-Verein Weidlwang

Hauptartikel: Kanonier-Verschönerungs-Verein Weidlwang

Im Jahr 1913 wurde der Kanonier-Verschönerungs-Verein Weidlwang gegründet. Bis heute kümmert er sich um die Erhaltung des Kanoniers von Weidlwang.[5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kanonier von Weidlwang. In: AS, Ausgabe 2 | Sommer 2026. Dein Landkreis-Magazin. Hrsg.: Landkreis Amberg-Sulzbach, Regionalmanagement & Pressestelle, 2026, S. 12 (online verfügbar auf https://www.amberg-sulzbach.de/mediathek/landkreismagazin/AS-Dein%20Landkreis-Magazin_02.pdf)
  2. Kanonierfelsen bei Weidlwang. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), vom 26. Juli 2026
  3. 3,0 3,1 3,2 Tanja Rexhepaj: Der Beschützer von Weidlwang, vom 15. Januar 2013, abgerufen am 6. Juli 2026
  4. 4,0 4,1 Weidlwang, abgerufen am 6. Juli 2026
  5. 5,0 5,1 Sabine Rühl: "Felsenwächter" von Weidlwang hat treue Anhänger, vom 7. Januar 2018, abgerufen am 11. Juli 2026