Hofenstetten
Koordinaten: 49° 20' 10.64" N, 12° 15' 32.44" E
| Hofenstetten | |
|---|---|
Hofenstetten (Neunburg vorm Wald) 2013 | |
| PLZ/Ort: | 92431 Hofenstetten |
| Belag: | Asphalt |
| Verkehrsbedeutung: | Erschließungsweg |
Hofenstetten ist ein Ortsteil der Stadt Neunburg vorm Wald im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern.
Geographie
Hofenstetten liegt zehn Kilometer westlich von Neunburg vorm Wald.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich vom mhd. „stat“ für Stelle, Ort, Platz ab. Das Bestimmungswort ist das mhd. „haven“ für Topf. Es ist eine Siedlung bei der Töpfe hergestellt wurden.[1]
Geschichte
Vor- und Frühgeschichte
Die Gegend um Hofenstetten ist uraltes Siedlungsgebiet. So wurde eine kobaltblaue Glasperle auf einem Acker in der Nähe des Ausees bei Hofenstetten gefunden. Ihr Alter wird auf 600 bis 100 v. Chr. geschätzt. Auf den „Schuläckern“ ca. 550 – 600 Meter nordöstlich der Kirche von Hofenstetten wurde ein kleiner mesolithischer Restkern aus Silex (Feuerstein) aufgelesen. Die Entdeckung zusammen mit weiteren Funden im Schwarzachtal belegen, dass die Region bereits vor Jahrtausenden von steinzeitlichen Jägern und Sammlern als Rast- oder Werkplatz genutzt wurde.[2]
Geschichte von Hofenstetten
In Herzogurbar von 1231-1234 wird ein „Steten“ genannt, das vermutlich Hofenstetten ist, dies lässt der Kontext der Nennung zwischen Pretzabruck und Kemnath bei Fuhrn zu. 1321 wird ein „Gotfrid von Stetn“ genannt, der im nahe gelegenen Sonnenried ansässig war.[3] 1326 werden 10 Höfe in „Hauenstetten“ genannt.[4]
1499 mussten die Bewohner von 2 Anderthalbhöfen, 4 Höfen, 2 Halbhöfen und 1 Gut Abgaben leisten. Sie zinsten 11 Gulden 2 Schilling 16 ½ Pfennig und 11 Achtel Vogteihaber, 11 Vogthennen und 57 Käse.[5]
1589 wird erstmals die Englmühle am Brennergraben als „Mühle bei Hofenstetten“ genannt. Müller war Engelhardt Dunckhl. Danach finden sich die Familien Bonholzer, Häupel, Schön, Schneeberger, Grasl, Dyrmajer und Hauser auf der Mühle. 1876 wurde sie an Joseph Mehrl verkauft und die Gebäude abgebrochen.[6][7]
1622 gab es 1 Kirche, 8 Höfe, 5 Güter, 4 Sölden und eine Mühle.[8] 1631 gab es 1 Kiche 7 Höfe, 2 Güter, 1 Gütl, 5 Häusl, 1 Mühle, 1 Taferne und eine Badstube. Sie besaßen 118 Rinder, 21 Schweine, 15 Schafe. Zum Kloster Walderbach gehörte eine Sölde und ein Häusl.[9]
1661 war Hofenstetten vom 30jährigen Krieg noch arg mitgenommen. Es gab eine Kirche, 7 Höfe, einer davon war zum Teil wieder erbaut, 2 Güter, eines war noch sehr baufällig, 1 Gut war abgebrannt, 5 Häusel, davon waren 3 öd und unbewohnt, 1 Taferne, 1 Mühle, 1 Badstube, die auch abgebrannt war. Sie besaßen 5 Pferde, 59 Rinder, 12 Schweine, 38 Schafe 5 Ziegen und 3 Bienenstöcke. Zum Kloster Walderbach gehörte ein Söldenhäusl und ein Häusel, die beide abgebrannt waren.[10][11]
1762 gab es 20 Anwesen, mit einem Wirt, ein Nebenhaus, ein Nebenhäusl und ein Hirtenhaus.[12] 1768 gab es 5 ganze Höfe, 3 Halbhöfe, 4 Viertelhöfe, 9 Sechzehntelhöfe und ein Hirtenhaus.[13] 1797 gehörten zwei Anwesen zum Kloster Walderbach.[14]
Steuerdistrikte
1808 umfasste der Steuerdistrikt Fuhrn die Ortschaften Fuhrn mit 23 Anwesen, Hofenstetten mit 21 Anwesen, Luigendorf mit 11 Anwesen, Englmühl mit 1 Anwesen, Rammühle mit 1 Anwesen und Ziegelhütte mit 1 Anwesen.[15]
Gemeindebildung
1818 wurde die Ruralgemeinde Hofenstetten gebildet. Hofenstetten hatte 21 Familien und Englmühle hatte 1 Familie.[16]
1830 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hofenstetten mit den Orten Hofenstetten und Englmühle aufgelöste und der Gemeinde Fuhrn mit den Orten Fuhrn, Luigendorf, Rammühle und Zanglhof zugeteilt. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Fuhrn aufgelöst und in die Stadt Neunburg vorm Wald eingegliedert.[17]
Historische Straßen
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
| Hausnummer | Gebäude |
|---|---|
| Kirche St. Sebastian | |
| Der Birkenhof Spa & Genuss Resort ***** |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
• Kirche St. Sebastian
1582 ist bereits eine Kapelle in Hofenstetten nachgewiesen.[18] 1630 und 1670 betreute der Pfarrer von Penting die Pfarreien Kemnath und Fuhrn inklusive Taxöldern und Hofenstetten.[19] Um 1667 führte eine Wallfahrt von Neunburg nach Hofenstetten zur Kirche St. Sebastian. An der Empore befindet sich ein Holzrelief aus der Zeit um 1550, das eine Madonna mit zwei Putten darstellt.
• Feldkapelle: An der Straße nach Fuhrn befindet sich eine Feldkapelle mit Madonnenbild.

Tourismus und Spitzengastronomie
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Weblinks
- Hofenstetten In: BayernAtlas
- Hofenstetten In: Bavarikon
- Hofenstetten In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- Hofenstetten In: Geschichte Bayerns, Repositorium
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
- 194 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
Literatur
- Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9
- Heribert Batzl, Max Pöppl: Familienkundliche Beiträge, Heft 36. Steuerbeschreibung des Landrichteramts Neunburg vorm Wald 1768. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2005
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 71. Steuerbeschreibung 1661. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2017
Einzelnachweise
- ↑ Hofenstetten In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Mittelbayerische Zeitung
- ↑ Hofenstetten In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 74
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 271
- ↑ Rita Maria Scharl, Mühlenforschung, 2025
- ↑ Englmühle In: Rosi Mühlendatenbank
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 271
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 271
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 71. Steuerbeschreibung 1661. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2017, S. 18
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 272
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 271-272
- ↑ Heribert Batzl, Max Pöppl: Familienkundliche Beiträge, Heft 36. Steuerbeschreibung des Landrichteramts Neunburg vorm Wald 1768. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2005, S. 19
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 272
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 357-358
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 418
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 429
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 94
- ↑ Wilhelm Nutzinger: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 52: Neunburg vorm Wald. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 88