Hankerl
Hankerl ist eine Sagenfigur, die in der Gegend um Mitterteich bekannt ist. Die Hankerln, ein zwergenhaftes, gutmütiges Volk, besaßen der Sage nach vor langer Zeit in Mitterteich ein Schloss, Stallungen und einen Getreidespeicher. Ihren großen Reichtum, ihr Wissen und ihre Kraft setzten sie zum Wohle der Menschen ein; vor allem in Not und Gefahr erwiesen sich die Hankerln als kluge Ratgeber.
Die Mitterteicher zeigten sich jedoch undankbar. Nach einem Streit, bei dem einer der Zwerge erschlagen wurde, zogen sich die von den Menschen schwer enttäuschten Hankerln in den Teichlberg zurück. Dort leben sie mit ihren unermesslichen Schätzen in einer Höhle, Hankerlgrube genannt.
Trotz dieses Vorfalls darf die Bevölkerung auf eine segensreiche Zukunft hoffen. In der Mitte der Höhle sitzt schlafend das Oberhaupt des Zwergenvolkes an einem steinernen Tisch. Sein Bart ist bereits zweimal um den Tisch gewachsen; sobald dies ein drittes Mal geschehen ist, bricht eine neue glückliche Zeit an. Auch heute haben die Hankerl den Menschen ihre Wohltaten nicht gänzlich entzogen: In einem Wiesengrund vor dem Teichlberg liegt ein Zauberschlüssel, der dem Finder die Schätze in dem verzauberten Berg verspricht.
Der Hankerl-Brunnen gestaltet die (erhoffte) Wiederkehr der Hankerln nach Mitterteich.[1]
Literatur
- Adalbert Busl: Die Hankerl. In: Oberpfälzer Heimat, Band 30. 1986, S. 151-158
Einzelnachweise
- ↑ Manfred Knedlik: Stadtbrunnen „Der Schmied von Mitterteich“ und Hankerl Trinkbrunnen. Hrsg.: Stadt Mitterteich (online verfügbar auf https://tourismus.mitterteich.de/fileadmin/user_upload/Service/Sage-Stadtbrunnen-Der-Schmied-von-Mitterteich.pdf)