Gesangverein 1860 Hirschau
| Gesangverein 1860 Hirschau | |
|---|---|
| 1. Vorsitzende: | Renée Ehringer-Hoffmann |
| Gründungsdatum: | 1. Oktober 1860 |
Der Gesangverein 1860 Hirschau ist der älteste Verein in Hirschau.[1]
Geschichte
Der Gesangverein 1860 Hirschau wurde am 1. Oktober 1860 gegründet, zwei Monate vor dem Hirschauer Katholischen Gesellenverein, der heutigen Kolpingfamilie. In den Vereins-Annalen findet sich ein von den Vorsitzenden Andreas Janner, Georg Engelhardt und Ritschl „in schuldigster Ehrfurcht“ unterzeichnetes Schreiben, in dem zu lesen steht: „Einem hochlöblichen Stadt-Magistrate Hirschau wird hiermit ergebens zur Anzeige gebracht, dass sich am 1. Oktober 1860 ein Gesangsverein gebildet hat.“ Verbürgt ist, dass der Gesangverein 1860 Amberg bei der Gründung Pate stand.[1]
Über das Vereinsleben aus den Anfangsjahren vor 1900 gibt es keine Aufzeichnungen, nur ein Gruppenbild aus dem Jahr 1885 und ein Foto der 1890 geweihten Fahne mit dem Erinnerungsband an das Deutsche Sängerfest 1861 in Nürnberg. Das Protokollbuch beginnt mit dem Jahr 1901. Als eindrucksvollste Feier, die Hirschau vor dem Ersten Weltkrieg erlebte, wird 1911 die dreitägige goldene Jubelfeier zum 50-Jährigen des Vereins beschrieben, bei der die neue Fahne mit der Aufschrift „Treu unser Herz, wahr unser Wort, deutsch unser Lied, Gott unser Hort“ geweiht wurde. Bis 1920 war der Gesangverein ein bürgerlicher Verein. Um Mitglied zu werden, musste man unter anderem „Bürger oder Bürgersohn sein, guten Ruf und ein gesittetes Betragen haben“, eine Stimmprüfung bestehen und eine Ballotage über sich ergehen lassen, eine geheime Abstimmung mit roten und schwarzen Kugeln. Die Aufnahme erfolgte nur bei Einstimmigkeit.[1]
Um 1920 bildete sich zusätzlich ein Arbeitergesangverein, außerdem ein Doppelquartett von meist norddeutschen Werkmeistern der Keramikfabriken. Dieses erweiterte sich 1924 zum Liederkranz Hirschau. In der Stadt gab es in den 1920er-Jahren drei Gesangvereine mit je 30 bis 40 Sängern. Sie wetteiferten in Liedpflege, Orchesterspielen und Theateraufführungen. 1912 war der Männergesangverein (MGV) dem Fränkischen Sängerbund beigetreten. Man beteiligte sich an Deutschen Sängerfesten etwa 1924 in Nürnberg und 1928 in Wien. Am 25. Juli 1922 fand in Hirschau der Gausängertag statt. Vorsitzender Herrneder berichtete euphorisch: „Zwölf stattliche Triumphbögen verschönerten das Stadtbild, kein Haus, das nicht mit Girlanden, Kränzen und Fahnen geziert war, als sich der von der Reichswehrkapelle angeführte Festzug durch die Stadt bewegte - ein Bild, das Hirschau noch nicht gesehen hatte.“ Zum Abschluss erklang vor dem Rathaus aus 1000 Kehlen Beethovens „Ehre Gottes“. 1933 vereinigten sich die drei Gesangvereine. Über die Zeit bis 1945 schreibt der Chronist: „Unser Gesangverein war in den Jahren der Bewegung zur Ruhe gegangen“.[1]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Werner Schulz: Gesangverein Hirschau wird am 1. Oktober 160 Jahre alt, vom 30. September 2020, abgerufen am 13. Februar 2026