Gertrud von den Brincken
| Gertrud von den Brincken | |
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| Geburtsdatum: | 18. April 1892 |
| Sterbedatum: | 17. November 1982 |
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Gertrud von den Brincken (* 18. April 1892 in Brinck-Pedwahlen bei Zabeln[1], † 17. November 1982 in Regensburg) war als Lehrerin, Schriftstellerin und Lyrikerin tätig. Sie wurde 1976 mit dem Nordgaupreis der Stadt Amberg für Dichtung ausgezeichnet.[2]
Leben und Wirken
Gertrud von den Brincken entstammte einer alteingesessenen, deutschbaltischen Gutbesitzerfamilie und veröffentlichte bereits im Alter von nur 19 Jahren ihren ersten Gedichtband "Wer nicht das Dunkel kennt". Nach dem frühen Tod ihres Vaters lebte sie mit ihrer Mutter und Schwester völlig zurückgezogen und wurde in einem Privatschulkreis unterrichtet. Während des ersten Weltkrieges verarmte die Familie, sodass von den Brincken in den Nachkriegsjahren als Kinderkrankenschwester und Englischlehrerin arbeitete, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern.
Zusammen mit ihrem Ehemann Walther Schmied-Kowarzik, den sie 1925 heiratete, arbeitete sie an der Herausgabe des Estländisch-Deutschen Kalenders, bevor sie nach einigen Umzügen (Frankfurt a.M., Gießen, Mödling) während des Zweiten Weltkriegs in die Oberpfalz floh.[1] 1949 siedelte sie nach Regensburg über, wo sie sich ganz dem Schreiben widmete[2] und gegen Ende ihres Lebens noch in eine produktive Schaffensperiode eintrat.
Ihre frühen Werke sind gekennzeichnet von paradiesischer Welt in heimatlicher Umgebung, die durch die Schicksalsumbrüche während des Ersten Weltkriegs erschüttert werden. Die während der Wanderjähre entstandenen Dichtungen stehen vor dem Hintergrund politischer und beruflicher Einbrüche, die von den Brincken weit über die deutschbaltischen Grenzen einen Namen machten. In ihrer letzten Schaffensperiode nach dem Tod ihres Mannes sind die Werke gezeichnet durch die Reife einer alternden Frau, die auf ein bewegtes Leben zurückblickt und in den bohrenden Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach einem verborgenen Ratschluss Gottes mündet.[1]
Ihre schriftstellerischen Tätigkeiten brachten Gertrud von den Brincken einige Auszeichnungen ein, darunter die Albertus-Magnus-Medaille, das Bundesverdienstkreuz und der vom Oberpfälzer Kulturbund verliehene Nordgaupreis.
Werke (Auswahl)
- Wer nicht das Dunkel kennt. Gedichte (1911).
- März. Roman (1937).
- Unsterbliche Wälder. Roman (1941)
- Der Kanzelstein. Novelle (1942).
- Helmut sucht einen Freund. Jugendbuch (1950).
- Der Kinderring (Wasser der Wüste). Hörspiel (1959).
- Land unter. Autobiographische Aufzeichnungen (1976).
- Eine Handvoll Alltäglichkeiten. Erzählungen (1980).[2]
weiterführende Literatur
- Michael Garleff: Verlorene Welt und geistiges Erbe. Geschichtsdeutung deutschbaltischer Schriftsteller. Siegfried von Vegesack und Gertrud von den Brincken. In: Carola L. Gottzmann (Hrsg.): Unerkannt und (un)bekannt. Deutsche Literatur in Mittel- und Osteuropa. Francke, Tübingen 1991, ISBN 3-7720-1905-6, S. 299–322.
- Wilhelm Bortenschlager: Deutsche Literaturgeschichte. Band 2 Von 1945–1983. 5., erw. Auflage. Wien 1998, S. 517–521.
- Petra Hörner (Hrsg.): Vergessene Literatur – Ungenannte Themen deutscher Schriftstellerinnen. 2001.
- Gero von Wilpert: Deutschbaltische Literaturgeschichte. München 2005, S. 216–217 u. 265–266.
- Caroline von Gottberg: Gertrud von den Brincken. Nächte und Niemand. Magisterarbeit. Institut für Germanistik der Universität Leipzig 2006.
- Carola L. Gottzmann, Petra Hörner: Lexikon der deutschsprachigen Literatur des Baltikums und St. Petersburg. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 3 Bände. Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-019338-1. Band 1, S. 287–296.
- Iris von Gottberg: Licht und Schatten im Staffellauf der Generationen. Familiengeschichten um Gertrud von den Brincken. Privatdruck Kassel 2010.
- Iris von Gottberg: Nachworte in allen vier Bänden: Gertrud von den Brincken, Gesamtauswahl der Lyrik in vier Bänden, Kassel 2011: Band I: Halt beschützend über mir die Hand. Frühe Gedichte (1911–1927), S. 193–198; Band II: Durch die Lande geht ein großes Raunen. Balladen und lyrische Zyklen (1917–1942), S. 187–202; Band III: Doch auch eine Wort kann viel sein. Gedichte aus der Wanderschaft (1928–1958), S. 191–199; Band IV: Was ich noch sagen wollte. Späte Gedichte und zweistimmige Lyrik (1959–1982), S. 175–180.
- Gabriele Schätzle-Edelbauer, Sylvia Unterrader, Raphaela Edelbauer, Lena Treitler (Hrsg.): Frauenspuren in Mödling. vielzeitig – Verein zur Vermittlung von Zeitgeschichte / Books on Demand 2016, ISBN 978-3-7392-3846-3, S. 25–30.
- Iris von Gottberg (Text), Gulweig Kröger, geb. von Gottberg (Illustration): Die Kindheit der Dichterin Gertrud von den Brincken in der untergegangenen Welt von Kurland, Kassel 2020, ISBN 978-3-95978-079-7.
- Bernhard M. Baron: „Wie ich Oberpfälzerin wurde“. Gertrud von den Brincken auf Schloss Unterbruck. Aus einer Zeit[,] als im Kemnather Land für kurze Zeit eine Dichterkolonie bestand. In: Rumroth, Tod und Porzelliner (= Schriftenreihe „Heimat Landkreis Tirschenreuth“, Bd. 32), 2020, ISBN 978-3-947247-51-6, S. 32–39.[1]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Wikipedia: Gertrud von den Brincken, abgerufen am 31. März 2026
- ↑ 2,0 2,1 2,2 OKB Personen Datenbank, abgerufen am 31. März 2026