Gasthof zum Roten Ochsen
Koordinaten: 49° 51' 26.78" N, 12° 13' 30.14" E
| Gasthof zum Roten Ochsen | |
|---|---|
Gasthof zum Roten Ochsen in Falkenberg | |
| Homepage: | gasthof-roter-ochse.de |
| Adresse: | Schönfichter Straße 7 95685 Falkenberg |
| BLfD-ID: | D-3-77-117-9 |
Der Gasthof zum Roten Ochsen ist ein Gasthof in einem denkmalgeschützen Gebäude in Falkenberg. Bereits 1492 ist in dem Gebäude erstmals eine Gastwirtschaft urkundlich erwähnt. Die Gaststätte liegt direkt an einer wichtigen ehemaligen Handelsverbindung zwischen der Oberpfalz und Böhmen. Der Gasthof befindet sich bereits in der fünften Generation im Besitz der Familie Prockl.[1]
Lage
Die Hofanlage des Gasthofes zum Roten Ochsen liegt in der Schönfichter Straße am Rande des Ortes Falkenberg in Hanglage.[2]
Beschreibung
Das Gasthaus selbst ist ein zweigeschossiger, breiter Waldachbau und liegt direkt an der Straße. Die als Hauptfassade gestaltete Eingangsseite ist zum Hof hin ausgerichtet. An der Straßenseite ist ein kunstvoll verzierter schmiedeeiserner Ausleger, an dem ein Ochse hängt, angebracht. Durch sein vorkragendes Fachwerk-Obergeschoss vermittelt das Gebäude einen burgartigen Eindruck, der durch die markante Hanglage unterstützt wird.[2]
Ausstattung
Im Gastraum mit einer alten Bohlenbalkendecke mit mächtigem Unterzug und alten Hutnägeln befindet sich ein in hellen Farbtönen gehaltener Kachelofen, den der damalige Wirt Anton Mayr 1724 einbauen ließ. Eine Kachel mit den Initialen A M und der Darstellung eines Ochsenfuhrwerks erinnern daran, dass Anton Mayr über ein lukratives Vorspannrecht am Hang der damals viel befahrenen Handelsstraße verfügte. Die restliche Ausstattung entstammt überwiegend der Zwischenkriegszeit. Die halbhohe umlaufende Holzvertäfelung mit Sitzbank und Tischen wurde in den 1930er Jahren von einem örtlichen Schreiner angefertigt. Die Stühle stammen aus der Nürnberger Stuhlfabrikation Propst. Zwei wuchtige Wandschränke aus dunklem Massivholz aus dem Direktorenzimmer der Porzellanfabrik Tirschenreuth kamen ebenfalls in den 1930er Jahren in das Gastzimmer zum Roten Ochsen. Das restliche Mobiliar des Direktorenzimmers, darunter eine hohe Standuhr sowie zweifach ausziehbare Tische mit ausklappbaren Extra-Beinen, wurde im damals neu eingerichteten Nebenzimmer aufgestellt. Das heutige Nebenzimmer gehörte ursprünglich zum Wohnbereich. Die beiden Bogenfelder des gewölbten und ebenfalls vertäfelten Nebenraums verzierte im Jahr 1938 der Pfreimder Malermeister Anton Betz mit zwei großformatigen Ansichten der Burg Falkenberg.[1][2]
Geschichte
Während das äußere Erscheinungsbild wohl überwiegend auf das 18. Jahrhundert zurückgeht, verweist ein im Eingangsbereich vermauerter Stein mit der Jahreszahl 1660 auf einen älteren Kern im Inneren.[2] Die zum Anwesen gehörende Landwirtschaft wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1950 aufgegeben. 1983 und 1984 riss man die Stallungen und Dienstbotenräume ab, um im Innenhof Parkmöglichkeiten zu haben.[1]
Literatur
- Karl Gattinger: Gasthof zum Roten Ochsen in Falkenberg. In: Genuss mit Geschichte. Einkehr in bayerischen Denkmälern - Gasthöfe, Wirtshäuser und Weinstuben. 4. Auflage. München Januar 2012, ISBN 978-3-937200-70-5, S. 71-73
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Wolfgang Benkhardt: [ Warum der Gasthof "Zum Roten Ochsen" der Familie Prockl in Falkenberg geschlossen wurde], in: onetz.de. Oberpfalz Medien GmbH, vom 24. Juli 2025, abgerufen am 19. April 2026
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Karl Gattinger: Gasthof zum Roten Ochsen in Falkenberg. In: Genuss mit Geschichte. Einkehr in bayerischen Denkmälern - Gasthöfe, Wirtshäuser und Weinstuben. 4. Auflage. München Januar 2012, ISBN 978-3-937200-70-5, S. 71-73