Freudenberger Open Air

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In Freudenberg fanden unter dem Motto "Der Berg ruft!" mehrere Open-Air-Festivals am Skiliftgelände des Johannisbergs statt. In Spitzenzeiten kamen dazu mehr als 10.000 Besucher.

1995

Die Elbertritscher 1995. Von links: Peter Butz, Gerhard Köbler und Stefan Walter.
Die Elbertritscher 1995. Von links: Peter Butz, Gerhard Köbler und Stefan Walter.

Das erste Freudenberger Open Air fand 25. August 1995 statt. Es entwickelte sich aus einer spontanen Idee und sollte eigentlich nur ein Dankeschön-Fest für die Fans der beiden in der Region bekannten Musikgruppen "Elbertritscher" (Volksmusik) und "Eastwind" (Rock und Pop) sein. Anfang der 1990er Jahre setzte sich in der bayerisch-österreichischen Volksmusik ein neuer Trend der durch. Aufgrund der zunehmenden Medialisierung erreichten Gruppen wie die "ZIllertaler Schürzenjäger" oder "Hubert von Goisern und die Alpinkatzen" große Popularität. Diese Gruppen vermischten Elemente aus der Rock- und Popmusik mit alpiner Volksmusik und prägten die Anfangszeit der sogenannten Neuen Volksmusik mit.

Im Jahr 1991 entstand die Volksmusikgruppe Elbertritscher aus Peter Butz, Gerhard Köbler und Stefan Walter im Raum Freudenberg und Kemnath am Buchberg. Diese Band hatte in kürzester Zeit großen Erfolg in der Region, weil sie Neue Volksmusik in ihr Repertoire einbaute. Damit war ein überregionaler Trend in der Region angekommen. Die Vermischung von Rock-, Pop- und Volksmusik wurde dann auf regionaler Ebene ausgebaut, indem die "Elbertritscher" im Mai 1995 zusammen mit der Rockband "Eastwind" auf der Lintacher Kirwa auftraten. Aus diesem gemeinsamen Erlebnis heraus, entstand die Idee, im Sommer ein Fan-Fest an der Talstation des Skilifts in Freudenberg zu veranstalten.

Bei der ersten Veranstaltung halfen viele Freunde der Musiker mit. Es wurde ein Zelt für die Bühne aufgestellt und die Versorgung der Besucher mit Essen und Getränken organisiert. Weil man feststellte, dass für das Fest ein offizieller Veranstalter benannt werden musste, sprang als solcher die KLJB Freudenberg-Wutschdorf ein. Schon zu Beginn der Veranstaltung zeichnete sich ein riesiges Interesse ab. Obwohl nur mit etwa 1000 Gästen gerechnet wurde, kamen etwa 5000.

1996

Blick zum Skilifthang beim Freudenberger Open Air 2003.
Blick zum Skilifthang beim Freudenberger Open Air 1997.

Bereits die zweite Auflage des Open Airs am 23. August 1996 zeigte eine enorme Sogwirkung. Beobachter gingen damals schon von einer Verdoppelung der Besucherzahlen aus. Die Amberger Zeitung berichtete am 26. August 1996: "Freudenberg im Ausnahmezustand - Auf den Leitplanken wurde getanzt".[1] In dem Artikel heißt es, dass die Logistik im Ort angesichts des Zustroms an ihre Grenzen steiß. Lieferanten hätten sich miit viel Personaleinsatz auf die Veranstaltung vorbereitet.[2] Auf der Bühne standen wie beim ersten Mal die Bands "Elbertritscher" und "Eastwind".

1997

Freudenberger Open Air Nummer drei ging am 22. August 1997 ebenfalls mit "Elbertritschern" und "Eastwind" über die Bühne. Die Amberger Zeitung berichtete tags darauf von "über 10.000 Musikfans" an der Talstation am Skilift.[3] Mittlerweile war das Open Air professionell durchorganisiert, wurde dabei aber immer von Ehrenamtlichen getragen. Hinter den Kulissen waren 300 Helfer im Einsatz. Nach dem zweiten Open Air hatten die Musiker geäußert, ihr Ziel sei es, mindestens "die Drei vollzumachen". Dieses Ziel war somit erreicht. Ob es ein viertes Open Air geben würde blieb offen.

Das Freudenberger Open Air 2005.
Das Freudenberger Open Air 2000.

2000

1998 gingen die Musikanten der Gruppe "Elbertritscher" getrennte Wege. Das führte dazu, dass sich die Frage nach einem vierten Open Air im Jahr 1998 von selbst mit "Nein" beantwortete. Auch im Jahr 1999 fand kein Open Air statt. Im Jahr 2000 hatten sich aus den Musikern der "Elbertritscher" aber zwei neue Gruppen gegründet - die "Rauhbirln" und "Wöidarawöll" - somit war die ursprüngliche Besetzung, wenn auch in anderer Form, wieder spielfähig. "Das Ding läuft wieder"[4], kündigte die Amberger Zeitung die Veranstaltung eine Woche vorher an. Um die Verkehrssituation in Freudenberg und Wutschdorf zu entzerren, verkehrten vom Bahnhof Amberg aus ab dem Nachmittag Shuttle-Busse zum Festivalgelände. Am 25. August 2000 fand dann das 4. Freudenberger Open Air statt. Die Besucherzahl wurde auf rund 10.000 geschätzt.[5]

2001

Termin war 24. August 2001. Auch in diesem Jahr kamen "schätzungsweise mehr als 10.000 Besucher" zum 5. Open Air nach Freudenberg.[6] Wie bereits in den vergangenen Jahren waren rund 300 Helfer hinter den Kulissen im Einsatz. Weil der Aufwand von den Muskgruppen selbst und den mit ihnen verbundenen Unterstützern nicht mehr alleine bewältigt werden konnte, übernahmen die Freudenberger Vereine den Festbetrieb. Dabei wurde auch festgelegt, dass das Open Air von nun an alle zwei Jahre stattfinden soll. Beteiligt waren der Musikverein Freudenberg, der Sportverein Freudenberg, die KLJB Freudenberg-Wutschdorf und die Feuerwehr Freudenberg-Wutschdorf.

2003

Freudenberger Open Air 2003.
Daniel Siegert wird im Skiliftstüberl von seinen Fans abgeschottet.

Das 6. Freudenberger Open Air war vermutlich jenes mit dem größten Besucherandrang. Die Amberger Zeitung berichtete, dass sich vor der Bühne und am Skihang rund 12.000 Menschen versammelt hätten.[7] Ein Grund für die Resonanz dürfte gewesen sein, dass ein regionaler TV-Star im Vorprogramm auftrat. Der damals 12-jährige Daniel Siegert aus Hahnbach hatte kurz vor der Veranstaltung bundesweite Bekanntheit erlangt, weil er die TV-Talentshow "Star Search" auf Sat1 gewonnen hatte. Daniel Siegert sang vor dem Auftritt der anderen Bands zehn Lieder und wurde anschließend von Autogrammjägern umlagert. Kurzzeitig musste er sich im Skiliftstüberl verbarrikadieren und der Außenbereich geräumt werden. Auf der Bühne standen wie im Jahr 2000 drei Bands: Eastwind, Rauhbirln und Wöidarawöll.

2005

Eastwind hat sich mittlerweile aufgelöst. So kam es zu einer neuen Besetzung beim 7. Freudenberger Open Air am 26. August 2005. Inzwischen war von den beteiligten Vereinsvertretern eine eigene Firma zur Durchführung der Veranstaltung gegründet worden, die "Freudenberger Open Air GbR". Zum´ersten Mal war etwas schlechteres Wetter angekündigt, es blieb allerdings trocken. Die Amberger Zeitung empfahl ihren Lesern, "dicke Jacken und Decken mitzubringen":[8] Die Tage zuvor hatte es geregent. Nachdem der Auftritt von Daniel Siegert im Jahr 2003 so gut angekommen ist, durften 2005 ebenfalls Nachwuchsmusiker im Vorprogramm auftreten. Die Volksmusik-Gruppe "Rangerrutscher" eröffnete das Open Air um 18 Uhr, bevor dann um 19 Uhr "Wöidarawöll" übernahm. Es folgte die Rockband "Top Ten" und ab 20.30 Uhr spielten die "Rauhbirln". In diesem Wechsel ging es weiter bis etwa 2.15 Uhr. Laut Amberger Zeitung kamen 8000 Besucher.[9] Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass auch die "Rauhbirln" auseinandergehen. Für sie war es also der letzte Auftritt beim Open Air.

2007

24. August 2007 mit Wöidarawöll, Cash und Austria 7. Moderiert von Andreas Hahn und Martin Meier. 10.000 Besucher.[10]

2009

21. August 2009 mit Wöidarawöll, Cash und Rattle Gang. Im Vorprogramm "Im Auftrag Meier"". Christina Bösl aus Schnaittenbach verstärkte bei zwei Liedern Wöidarawöll ("Hallo Klaus" und "Wilds Wasser"). 7000 bis 8000 Besucher.[11]

2016

Das Freudenberger Open Air 2016 auf dem gelände der Schmie-Alm.
Das Freudenberger Open Air 2016 auf dem gelände der Schmie-Alm.

Nach dem Open Air 2009 gab es von Seiten der bisherigen Veranstalter keine Überlegungen mehr für eine Wiederholung. Sieben Jahre später griff die neu eröffnete Gaststätte "Schmie-Alm" die vielfach geäußerte Nostalgie von den "alten Freudenberger Open Airs" auf und wagte unter dem Motto "Der Berg ruft 2.0" einen neuen Versuch. Allerdings an einem neuen Ort, am Gelände direkt vor der Gaststätte am Nordhang des Johannisberges, etwa auf halber Höhe des Skilifts. Termin war Freitag, 29. Juli 2016. Als besondere Attraktion traten die Elbertritscher in ihrer Anfangsformation von 1995 noch einmal auf. Mit dabei war auch die Band "Sakrisch" sowie "Power hoch 5". Im Vorprogramm spielten Nachwuchsmusiker aus Freudenberg, die extra für dieses Open Air die Band "JayBeeF" gegründet hatten. Die Buchstaben JBF nahmen Bezug auf die "Junge Bühne Freudenberg", die Nachwuchsgruppe der Freudenberger Bauernbühne, aus deren Reihen die Musiker stammten. Die Besucherzahl wurde mit 2800 angegeben.

2022

Am 15. und 16. Juli 2022 spielten insgesamt acht Bands auf dem Gelände bei der Schmie-Alm.[12]

  1. "Freudenberg im Ausnahmezustand - Auf den Leitplanken wurde getanzt", Amberger Zeitung vom 26. August 1996, Seite 26
  2. "Sonderschichten bei Brauer und Bäcker", Amberger Zeitung vom 26. August 1996, Seite 26
  3. "Über 10.000 Musikfans feiern gigantisches Fest", Amberger Zeitung vom 23. August 1997, Seite 18
  4. "Das Ding läuft wieder!", Amberger Zeitung vom 18. August 2000, Seite 21
  5. "Es war a richtige Freud' am Berg", Amberger Zeitung vom 28. August 2000, Seite 21
  6. "Etwas Woodstock und ein bisschen Kirwa", Amberger Zeitung vom 27. August 2001, Seite 21
  7. "12.000 Fans bringen Berg zum Beben", Amberger Zeitung vom 25. August 2003, Seite 24
  8. "Klangheizung fürs Stimmungshoch", Amberger Zeitung vom 26. August 2005, Seite 24
  9. "Freudenberger im Stimmungshoch", Amberger Zeitung vom 25. August 2005, Seite 25
  10. "Bobfahrt mitten hinein ins Partyglück", Amberger Zeitung vom 27. August 2007, Seite 24
  11. "'Flieger' landet in der Partyzone", Amberger Zeitung vom 24. August 2009, Seite 24
  12. "Beste Stimmung beim Festival "Der Berg ruft 2.0" in Freudenberg"